Mittwoch, 19. September 2018

Börse Dax schließt schwächer wegen Bayers Absturz

Das Dax-Schwergewicht Bayer bricht am Montag um bis zu 14 Prozent ein und verhindert so eine Stabilisierung des Leitindex. Hintergrund ist ein Urteil in den USA, durch das die US-Tochter Monsanto wegen ihres Unkrautvernichters Glyphosat einen Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe leisten muss. Auch der weitere Absturz der türkischen Lira belastet die Kurse.

Der Einbruch des Dax-Schwergewichts Bayer Börsen-Chart zeigen um gut 10 Prozent hat den deutschen Leitindex am Montag belastet. Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss nach zwei schwachen Wochen nun 0,53 Prozent tiefer bei 12.358,74 Punkten.

Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 0,11 Prozent auf 26.699,98 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen stieg um 0,52 Prozent auf 2938,25 Punkte.

Auch die die Währungskrise in der Türkei versetzte Anleger erneut in Aufregung versetzt. Die Lira stürzte zum Wochenauftakt den dritten Tag in Folge auf ein Rekordtief und riss einige andere Währungen mit. Im Streit zwischen Washington und Ankara traten am Montagmorgen höhere US-Strafzölle in Kraft. Die türkische Lira geriet daraufhin im asiatischen Handel zum Euro und zum US-Dollar zeitweise erneut unter Druck. Dies rief die türkische Zentralbank mit Gegenmaßnahmen auf den Plan, die zunächst für eine Stabilisierung sorgten.

Europäische Finanzwerte auf Talfahrt - Bayer sackt ab

Die Papiere von Bayer Börsen-Chart zeigen brachen um bis zu 14 Prozent ein und steuerten auf den größten Tagesverlust seit gut 15 Jahrenzu. Etwa die Hälfte des EuroStoxx50-Verlustes ging auf das Konto des Pharma- und Agrarchemiekonzerns. Die kürzlich übernommene US-Tochter Monsanto wurde in den USA im Zusammenhang mit einem Unkrautvernichtungsmittel zu einer Schadenersatzzahlung von 289 Millionen Dollar verdonnert.

Einige Experten fürchten, dass dieses Thema nun längere Zeit für Unsicherheit sorgt. Denn Monsanto ist mit tausenden ähnlichen US-Klagen konfrontiert. Bayer-Aktien sackten zeitweise um bis zu 14 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Juli 2013 ab. "Die Vergangenheit zeigt aber, dass derartige Zahlungen oft gekippt oder deutlich verringert werden", betonte Analyst Alistair Campbell von der Berenberg Bank.

Unter den europäischen Aktienwerten gehörten die Banken zu den größten Verlierern. Der Branchenindex für die Euro-Zone fiel auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 106,49 Punkten. Hart traf es vor allem diejenigen Institute mit Beteiligungen an türkischen Geldhäusern. Selbst wenn sich der Dollar-Kurs bei etwa sieben Lira stabilisieren sollte, rechneten die Analysten der Bank JPMorgan bei der spanischen BBVA Börsen-Chart zeigen mit Gewinneinbußen von zehn und bei der italienischen HVB-Mutter Unicredit Börsen-Chart zeigen von acht Prozent. Die Aktien der beiden Institute waren mit 5,40 und 13,05 Euro zeitweise so billig wie zuletzt vor knapp zwei Jahren.

Tesla-Aktie steigt nach Musk-Erläuterungen

International stand bei den Unternehmen einmal mehr Tesla Börsen-Chart zeigen im Rampenlicht. Elon Musk, der Chef des Elektroauto-Pioniers, schriebin einem Blog, dass der saudi-arabische Staatsfonds Unterstützung für den Plan, Tesla von der Börse zu nehmen, signalisiert habe. Vergangene Woche hatte Musk mit der Verkündungen derartiger Überlegungen Tesla-Aktien beflügelt. Am Montag legten die Papiere 1,8 Prozent zu.

Euro gibt erneut nach

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Montag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1403 (Freitag: 1,1456) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8770 (0,8729) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Freitag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 141,59 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,05 Prozent auf 163,40 Punkte.

Ölpreis sinkt nur leicht

Der Preis für ein Fass der Öl-Sorte Brent Börsen-Chart zeigen aus der Nordsee notierte mit 72,71 Dollar je Fass 0,1 Prozent tiefer. US-Leichtöl WTI kostete 67,34 Dollar, das war knapp ein halbes Prozent weniger.

"Die Ölpreise haben sich den durch die Türkei ausgelösten Marktverwerfungen bislang weitgehend entzogen", kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank den Wochenauftakt am Ölmarkt. Die Türkei ist ein Schwellenland, zählt aber nicht zu den großen Ölverbrauchsländern. Die direkte Auswirkung der Türkei-Krise auf die globale Ölnachfrage sei daher "zu vernachlässigen", hieß es weiter in der Einschätzung der Commerzbank.

Allerdings rechnet die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit einer geringeren weltweiten Ölnachfrage und senkte am Montag ihre Prognose für 2019 auf 32,05 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Das geht aus dem Monatsbericht der Organisation hervor.

Bisher war das Förderkartell davon ausgegangen, dass weltweit jeden Tag 130.000 Barrel mehr gebraucht werden. Im Juli produzierten die 15 Opec-Mitgliedsstaaten den Angaben nach 32,32 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, trotz einer Förderkürzung des größten Opec-Mitglieds Saudi-Arabien. Das Land habe im vergangenen Monat täglich 10,29 Millionen Barrel gefördert, 200.000 Barrel weniger als im Juni.

wed/mg/dpa-afx, rtr

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