Freitag, 19. Oktober 2018

Börse Dax verweilt im Sommerurlaub - Chaos am Devisenmarkt

Die Spannungen zwischen den USA und mehreren anderen Staaten halten Anleger von Aktienkäufen ab. Vor allem an den Devisenmärkten in der Türkei und in Russland agieren Anleger nervös. Die Lira fällt auf ein Rekordtief.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist einmal mehr nicht groß auf Touren gekommen. Wie schon an den vergangenen Tagen schwankte der deutsche Leitindex wieder im engen Rahmen zwischen Gewinnen und Verlusten. Letztlich behauptete sich das Kursbarometer dann mit 0,34 Prozent auf 12.676,11 Punkte über der Gewinnschwelle. Eine große Stütze waren ihm dabei die nach der Zahlenvorlage hoch gesprungenen Adidas-Aktien Börsen-Chart zeigen.

"Der Dax hat mit seiner erneut saft- und kraftlosen Vorstellung am Donnerstag bestätigt, was man bereits ahnen konnte: er ist im Sommerurlaub", sagte Marktbeobachter Jens Klatt. Die Experten von CMC Markets sehen den Dax zwischen 12.717 und 12.535 Punkten wie festgenagelt. Falle eine der beiden Grenzen, dürfte die nächste Richtung bestimmt werden, bis dahin drohe weiter eine impulsarme Sommerzeit.

Etwas mehr Dynamik zeigten am Donnerstag immerhin die Indizes der Nebenwerte. So gewann der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen deutschen Unternehmen 0,71 Prozent auf 26.984,33 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen legte ebenfalls um 0,71 Prozent auf 2947,86 Punkte zu.

Die Spannungen zwischen den USA und mehreren anderen Staaten hielten Anleger von Aktienkäufen ab. Noch deutlicher waren die Ausschläge an den Devisenmärkten. "Die Politik richtet in einem Ausmaß kurzfristiges Chaos an, dass wir uns fragen, welche Währung wirklich sicher ist", sagte Anlagestratege Viraj Patel von der ING Bank.

So fiel die türkische Lira auf ein Rekordtief, nachdem Gespräche zur Beilegung des Streits über die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Geistlichen Andrew Brunson keine Ergebnisse gebracht hatten. Parallel dazu trieben verstärkte Spekulationen auf Zahlungsausfälle in der Türkei die Kosten für Kreditausfall-Versicherungen auf den höchsten Stand seit neun Jahren.

Investoren flüchteten auch aus dem russischen Rubel, nachdem die USA wegen des Giftgasanschlags auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal neue Sanktionen gegen Russland androhten. Der Kurs des Dollar stieg daraufhin auf ein Zweijahreshoch von 66,73 Rubel. Sollte Russland mit Gegen-Sanktionen reagieren, könne der Dollar auf 72 Rubel klettern, prognostizierten die Experten der Danske Bank. Die russische Börse rutschte am Donnerstag um 2,4 Prozent ab. Anleihe-Investoren ergriffen ebenfalls die Flucht. Die Rendite der zehnjährigen russischen Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 8,32 Prozent. Das war der höchste Stand seit Januar 2017.

Im Handelsstreit mit China verschärften die dortigen Staatsmedien ihren Ton. Die Zeitung "China Daily" warf der US-Regierung "Gangster-Mentalität" vor. China hat gerade auf US-Strafzölle mit Abgaben auf Einfuhren aus den USA reagiert. "Die Eskalationsspirale bleibt damit in vollem Gang", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der internationale Handelsstreit bleibt im Fokus der Anleger. Auf die neuen US-Zölle für China hatte das Reich der Mitte nun Vergeltungszöllen in gleicher Höhe angekündigt. Auch wenn die USA die negativen Effekte einer fortwährenden Eskalation des Konflikts ebenfalls spüren dürften, seien Investoren der Ansicht, dass die US-Wirtschaft aus diesem Streit als Sieger hervorgehe, schrieb Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Dies bringe der Wall Street Schwung, während Anleger in Asien und Europa weiter zurückhaltend agierten.


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Mit der Deutschen Telekom , Merck KGaA , Thyssenkrupp und Adidas berichten am vorletzten Handelstag der Woche vier Konzerne aus der ersten deutschen Börsenliga über ihre jüngste Geschäftsentwickung. Dazu gibt es eine größere Menge an Bilanzen von Unternehmen aus den Reihen hinter dem Dax.

Die Adidas-Anteile Börsen-Chart zeigen sprangen mit einem Plus bis zu 7,5 Prozent an die Dax-Spitze nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das zweite Quartal. Damit findet die verhaltene Entwicklung der vergangenen Wochen ein Ende. Marktteilnehmer merkten an, dass das Gewinnziel des Sportartikelherstellers für das Gesamtjahr nun konservativ erscheine und die Aktie im Vergleich zu dem Wettbewerber Nike Börsen-Chart zeigen günstig bewertet sei.

Ernüchterung machte sich indes bei den Anleger des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck KGaA Börsen-Chart zeigen breit, der einen Gewinnrückgang verkraften muss. Das laufende Jahr bleibe ein "Übergangsjahr mit vielen Herausforderungen", erklärte Vorstandschef Stefan Oschmann. Die Merck-Aktien verloren als schwächster Dax-Wert fast 3 Prozent. Sie seien zuletzt gut gelaufen, der Quartalsbericht gebe keinen Anlass für weitere Käufe, kommentierte ein Börsianer.

Die Papiere der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen gewannen ein gutes halbes Prozent. Das reichte für Platz zwei im Dax. Die Bonner wurden im zweiten Quartal vom starken Euro gebremst, erhöhten aber die Ergebnisprognose.

Für Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen ging es um ein knappes halbes Prozent runter. Ein Händler sagte, die Kennziffern des Industriekonzerns lägen unter den Erwartungen. Der Fokus richte sich aber mehr auf die Veränderungen im Konzern.

Euro gibt leicht nach

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag in einem ruhigen Umfeld leicht nachgegeben. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1585 US-Dollar und damit etwas weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,1593 (Mittwoch: 1,1589) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8626 (0,8629) Euro.

Die Kursausschläge zwischen Euro und Dollar hielten sich in engen Grenzen. Wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone wurden nicht veröffentlicht. Wirtschaftszahlen aus den USA wirkten sich am Devisenmarkt nicht nennenswert aus. Marktteilnehmer sprachen von einem ruhigen Handel zwischen Euro und Dollar ohne große Neuigkeiten.

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