Samstag, 15. Dezember 2018

Börse Dax schwächer, Tesla gibt nach Rally wieder nach

Der Dax fällt am Mittwoch ins Minus. Auch die US-Indizes notieren im roten Bereich. Die Aktie von Tesla gibt nach ihrer Kursrally vom Vorabend wieder nach.

Gewinnmitnahmen an der Börse: Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Mittwoch Nachmittag etwas schwächer. Der Dax Börsen-Chart zeigen, der am Vortag zeitweise noch klar über 12.700 Punkten notiert hatte, gab zuletzt um 0,2 Prozent auf 12.608 Punkte nach.

Der Leitindex setze seinen Zick-Zack-Kurs unverändert fort, kommentierten die Experten vom Broker CMC Markets. Sie sehen für das Barometer derzeit nach oben die Grenze bei 12.718 und nach unten bei 12.536 Punkten. Als Zugpferd für den weiteren Weg nach oben sehen sie abermals die Wall Street, wo der breit gefasste S&P 500 Index in Reichweite seines Rekordhochs stehe.

Wall Street kaum verändert

An der Wall Street starteten Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen jeweils kaum verändert, zuletzt notierte der Dow um 0,2 Prozent schwächer. Der S&P 500 notierte bei 2856 Punkten minimal im Minus, blieb aber in Sichtweite seines im Januar markierten Rekordhochs von knapp 2873 Zählern.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ging derweil in die nächste Runde. Beide Seiten kündigten neue Zölle an.

Tesla und Wall Disney mit Verlusten

Bei den Einzelwerten standen Tesla Börsen-Chart zeigen erneut im Fokus. Firmenschef Elon Musk überraschte die Anleger am Dienstagabend mit der Idee, den E-Autobauer von der Börse zu nehmen. Er brachte dafür in einem Tweet einen Preis von 420 Dollar je Aktie ins Spiel. Am Mittwoch bestätigten einige Mitglieder des Aufsichtsrates, dass dies geprüft werde. Tesla-Aktien verloren über drei Prozent. Sie waren am Dienstag um elf Prozent auf 379,57 Dollar in die Höhe geschossen.

Die Aktien von Walt Disney Börsen-Chart zeigen gaben in Reaktion auf neue Geschäftszahlen etwa ein Prozent nach.


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Munich Re und Eon am Dax-Ende

Die Bilanzsaison ging zur Wochenmitte weiter, verglichen mit dem Vortag und der prall gefüllten Agenda am morgigen Donnerstag aber mit etwas weniger Geschäftszahlen. Aus dem Dax berichteten der Rückversicherer Munich Re und der Energiekonzern Eon .

Munich Re Börsen-Chart zeigen sackten als Schlusslicht im Leitindex um 3,5 Prozent ab. Sowohl die Bruttoprämien als auch die Nettoprämien verfehlten die Erwartungen des Marktes recht deutlich.

Eon Börsen-Chart zeigen waren zuletzt mit minus 1,6 Prozent der drittschwächste Wert. Einige Marktteilnehmer hätten wohl beim Ausblick noch auf etwas mehr gehofft, hieß es aus dem Handel. Analyst Pierre-Antoine Chaza vom Broker Bryan Garnier (BG) wies außerdem darauf hin, dass der überraschend hohe bereinigte Gewinn vor allem einem Sondereffekt in der Netzwerksparte geschuldet sei.

Lanxess an MDax-Spitze

Vorne im MDax waren Aktien aus der Chemiebranche. So profitierten Lanxess Börsen-Chart zeigen mit plus 4,2 Prozent von der Aussicht auf einen Milliardenbetrag durch den Verkauf des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Arlanxeo an den Partner Saudi Aramco. Dem Chemiekonzern fließen dadurch 1,4 Milliarden Euro in bar zu. Das Geld kann Lanxess für den laufenden Konzernumbau gut gebrauchen.

Die Papiere von Brenntag Börsen-Chart zeigen gewannen nach Zahlenvorlage 4,4 Prozent. Dank einer starken Nachfrage in Europa und Asien verdiente der Chemikalienhändler im zweiten Quartal deutlich mehr. Auch die Geschäfte in Nordamerika liefen klar besser, allerdings zehrten dort die ungünstigen Wechselkurse die Zuwächse fast komplett auf. Brenntag sorge mit dem Zahlenwerk für Zuversicht am Markt, schrieb Analyst Daniel Buchta von Mainfirst.

Nicht gerade zuversichtlich waren die Anleger für Fraport Börsen-Chart zeigen gestimmt. Mit einem Minus von 4,8 Prozent reagierten sie enttäuscht auf die aktuellen Geschäftszahlen des Flughafenbetreibers. Die Aktien waren im MDax das Schlusslicht.

Ansonsten bewegten Aktien-Umstufungen einige Kurse mitunter deutlich. So trieb eine Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe die Anteile von Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen an, die als bester TecDax-Wert um fast 7 Prozent auf 17,62 Euro stiegen. Auf dem aktuellen Kursniveau sei das Umsatzpotenzial aus der Geschäftsbeziehung mit dem iPhone-Konzern Apple Börsen-Chart zeigen nicht ausreichend eingepreist, schrieb Analyst Karsten Iltgen.

Ein frisches Verkaufsvotum der Berenberg Bank setzte hingegen den Aktien des Wafer-Herstellers Siltronic zu. Sie verloren 1,6 Prozent. Die Aktien von Xing Börsen-Chart zeigen traten am Mittwoch nach einem zuletzt nur knapp verpassten Rekordhoch wieder den Rückzug an und verloren 3,3 Prozent.

Im SDax Börsen-Chart zeigen setzten die Aktien des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson Börsen-Chart zeigen nach ihrem Vortagesgewinn von plus 9 Prozent ihren starken Lauf fort. Sie gewannen mehr als 3,5 Prozent. Auch hier brachte eine Hochstufung durch die Berenberg Bank von "Hold" auf "Buy" weiteren Schub.

Euro gibt Gewinne wieder ab

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch anfängliche leichte Gewinne wieder abgegeben. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1601 US-Dollar gehandelt. Bereits in der Nacht hatte der auf diesem Niveau gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1602 Dollar festgesetzt.

Am Vortag hatte der Euro noch von einer breit angelegten Dollar-Schwäche profitiert und merklich zugelegt. Mit einer überwiegend freundlichen Stimmung an den internationalen Aktienmärkten sei die Risikofreude gestiegen, sagten Händler. Dies habe Investoren zuletzt wieder aus dem Dollar gelockt, der als sicherer Anlagehafen gilt. Am Markt war gleichzeitig die Rede von einer Gegenbewegung, nachdem der Euro am Montag auf den tiefsten seit Ende Juni gefallen war.

Nach Einschätzung der Experten vom Bankhaus Metzler ist es trotz der Erholung am Vortag verfrüht, von einer Trendumkehr beim Euro zu sprechen. "Die konjunkturellen Datenveröffentlichungen aus dem einheitlichen Währungsraum sind zwar gemischt, doch insbesondere aus Deutschland, und somit in wirtschaftlicher Hinsicht dem Zugpferd, kommen mehr und mehr schlechte Wachstumsnachrichten", heißt es in einem Kommentar. Außerdem haben am Mittwoch auch Zahlen zur spanischen Industrieproduktion enttäuscht.

Angesichts der laufenden Haushaltsdiskussionen in Rom könnte laut den Metzler-Experten auch das Thema Italien wieder hochkochen. Finanzminister Giovanni Tria versuchte in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore", die Märkte zu beruhigen. Die Ausgabenpläne der Regierung würden die Verpflichtung zur Schuldenreduzierung nicht gefährden. Auch die Mitgliedschaft in der Eurozone stehe nicht zur Debatte, versicherte Tria.


luk, mg/reuters, dpa-afx

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