Montag, 20. August 2018

Börse Dax schließt nach drei Verlusttagen im Plus

Kurstafel Börse Frankfurt

Nach den kräftigen Verlusten der Vortage geht es zum Wochenschluss hat der Dax den letzten Handelstag der Woche im Plus beendet. Anhaltende Verluste des Dax-Schwergewichts Siemens bremsten den Anstieg allerdings.

Nach den jüngst heftigen Verlusten am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger vor dem Wochenende wieder zugegriffen: Sprudelnde Firmengewinne lockten. Dabei ließen sie sich kaum von neuen Drohungen im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt beeindrucken. Auch der etwas schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht löste keine größeren Sorgen aus. Für gute Stimmung sorgte stattdessen Apple Börsen-Chart zeigen Der Börsenwert des iPhone-Herstellers hatte am Vorabend erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar geknackt. Davon profitierte auch die Technologiebranche in Asien und Europa.

Der Dax Börsen-Chart zeigen beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 0,55 Prozent auf 12 615,76 Punkte, womit sich sein Wochenverlust auf 1,9 Prozent beläuft. Davor hatte er allerdings vier Wochen in Folge zugelegt. Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,54 Prozent auf 26 877,79 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen gewann dank des Rückenwinds von der Nasdaq sogar 1,37 Prozent auf 2924,80 Zähler. Der Euro Börsen-Chart zeigen fiel zeitweise auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,1558 Dollar und verbesserte damit die Exportchancen heimischer Firmen auf dem Weltmarkt.

Yuan fällt auf 14-Monats-Tief

Im Konflikt zwischen den USA und China stünden die Zeichen auf Eskalation, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Allerdings gibt es genügend Beispiele dafür, wie schnell bei Donald Trump auf Drohungen wieder Gesprächsbereitschaft folgen kann. Eine Lösung am Verhandlungstisch ist nach wie vor möglich." Die Regierung in Peking kündigte Strafzölle auf US-Waren im Volumen von 60 Milliarden an, sollten die USA die angedrohten Abgaben auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängen.

Wasser auf die Mühlen des US-Präsidenten waren die Zahlen zur US-Handelsbilanz. Das Defizit wuchs im Juni um 7,3 Prozent auf 46,3 Milliarden Dollar. Das ist der größte Anstieg seit eineinhalb Jahren. Der Fehlbetrag im Handel mit China vergrößerte sich um 0,9 Prozent auf 33,5 Milliarden Dollar. Der chinesische Yuan fiel daraufhin auf ein 14-Monats-Tief und steuerte auf den achten Wochenverlust in Folge zu. Das ist die längste Serie seit 1994. China komme die Abwertung seiner Währung offenbar nicht ungelegen, weil sich dadurch die Belastungen für die Konjunktur abfedern ließen, sagte Anlagestratege Ian Hui von der Vermögensverwaltung der US-Bank JP Morgan. US-Arbeitsmarktdaten blieben ohne nachhaltigen Einfluss auf die Börsenkurse.

Kopfschmerzen bereitete Investoren auch der Haushaltsstreit in der italienischen Koalition. "Es kursiert dass Gerücht, dass Finanzminister Giovanni Tria zurücktreten könnte", sagte Anlagestratege Daniel Lenz von der DZ Bank. "Er gilt innerhalb der Regierung als europafreundlich und hat sich zu Haushaltsregeln bekannt. Tritt er zurück, könnte Italien auf größere Ausgaben zusteuern." Vor diesem Hintergrund verkauften Anleger italienische Anleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Zwei-Monats-Hoch von 3,102 Prozent. Nach einem Kabinetts-Treffen zum Haushalts 2019 erklärte Tria am Freitagnachmittag aber, er sei mit den Ergebnissen des Meetings zufrieden.

Finanzwerte im Aufwind

Bei den Aktienwerten rückten die Banken dank ermutigender Zwischenbilanzen in den Mittelpunkt. Royal Bank of Scotland (RBS) stiegen in London um bis zu 3,9 Prozent. Das Geldhaus kehrte überraschend in die Gewinnzone zurück und zahlt erstmals seit zehn Jahren wieder eine Dividende.

In Paris rückten die Titel der Credit Agricole um 2,3 Prozent vor. Dank hoher Nachfrage nach Geschäftskrediten habe das Institut mehr verdient als erwartet, schrieb Analyst Johann Scholtz vom Research-Haus Morningstar.

An der Wall Street legten die Papiere von Kraft Heinz zeitweise 9,4 Prozent zu. Umsatz und operativer Gewinn des Anbieters von Ketchup und "Philadelphia"-Frischkäse hätten über den - allerdings niedrigen - Erwartungen gelegen, urteilten die Analysten der Investmentbank Jefferies. Außerdem seien die Aussagen des Managements zu den Geschäftsaussichten ermutigend.

Bilanzen dürften kommende Woche prägen

In der neuen Woche stehen viele Geschäftsberichte von Unternehmen an. Fast ein Drittel der Dax-Konzerne wird über das vergangene Quartal informieren und einen Blick in die Zukunft wagen. Auf einen recht ruhigen Montag folgt am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag eine wahre Zahlenflut. Beiersdorf, die Commerzbank, die Deutsche Post, der Versorger Eon und der weltgrößte Rückversicherer Munich Re legen ihre Ergebnisse vor. Es folgen Adidas, die Telekom und der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA.

Konjunkturseitig stehen vor allem für Deutschland wichtige Daten an. Zum Wochenstart liegt der Fokus auf den Zahlen zu den Auftragseingängen und am Dienstag geht es um die Industrieproduktion. In den USA werden am Freitag die Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht. Hier rechnen die Postbank-Analysten mit einer Stabilisierung der Kerninflationsrate, die schwankende Komponenten wie Energie ausklammert. Die Gesamtinflationsrate dürfte auf 3,0 Prozent gestiegen sein - das höchste Niveau seit Ende 2011.

luk, dpa, reuters

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