Montag, 15. Oktober 2018

Börse Autowerte unter Druck - Dax und Dow im Minus

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich zur Wochenmitte zurückhaltend gezeigt. Daran änderten auch neue Konjunkturdaten nichts: So hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Juli trotz der Verunsicherung durch den Handelsstreit kaum eingetrübt. Im Fokus steht zudem das Treffen von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker mit dem US-Präsidenten Donald Trump an diesem Abend. Trump hatte im Handelskonflikt unverhohlen mit weiteren Zöllen gedroht, sollten die Europäer keine Zugeständnisse machen. Zudem drückte eine Gewinnwarnung von General Motors auf die Kurse.

Der Dax Börsen-Chart zeigen notierte am Schluss 0,9 Prozent tiefer bei 12.579 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen stand fast unverändert bei 26.687 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen kam am Ende leicht ins Plus und schloss 0,4 Prozent höher bei 2915 Punkten. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Eurozone zeigte sich marginal leichter.

Kurz vor dem Treffen der Präsidenten von USA und EU-Kommission haben sich die Anleger an der Wall Street ebenfalls zurückgehalten. Die wichtigsten Aktienindizes bewegten sich am Mittwoch nur wenig. Donald Trump und Jean-Claude Juncker machten zuletzt klar, dass sie sich im Handelsstreit im Recht sehen und von der jeweils anderen Seite ein Einlenken erwarten.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 25.146,3 Punkte, nachdem er am Dienstag noch von überwiegend guten Unternehmenszahlen profitiert hatte. Der marktbreite S&P 500 notierte nahezu unverändert bei 2819,8 Zählern.

Der technologieorientierte Auswahlindex Nasdaq 100 verzeichnete ein Plus von 0,05 Prozent auf 7410,22 Punkte. Er hatte am Dienstag ein Rekordhoch erklommen.

Vor allem Autowerte kamen unter die Räder, denn der US-Autobauer General Motors senkte mit Blick auf die Folgen des Handelsstreits seine Gewinnprognose. Der größte US-Autobauer senkte seine Prognose für das Gesamtjahr und begründete dies mit den höheren Rohstoffkosten. Die USA haben auf Aluminium und Stahl aus der EU und China bereits Zölle eingeführt.

Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen gaben die Gewinne vom Dienstag wieder ab und notierten 2 bis 3 Prozent schwächer. GM fielen im vorbörslichen US-Handel um rund 5 Prozent.

Auch der italienisch-amerikanische Autohersteller Fiat Chrysler vergraulte die Anleger mit einer Senkung seiner Prognose. Die Aktien stürzten in Mailand um elf Prozent ab. Unter den europäischen Autobauern hielten sich nur Peugeot mit knapp zwei Prozent im Plus. Nach dem überraschenden Gewinnausweis der deutschen Tochter Opel äußerten sich einige Analysten positiv.


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DWS unter Druck, Linde legt zu

Die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen verbilligten sich nach der Bekanntgabe endgültiger Kennziffern zum zweiten Quartal und aktueller Zahlen der Fondstochter DWS um 2,5 Prozent. Dem Geldhaus machen die im Branchenvergleich hohen Kosten weiter Probleme. Die britische Investmentbank Barclays monierte das schwache Geschäft mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen. Die Analysten der Royal Bank of Canada sprachen von einem etwas schwächeren zweiten Quartal, sehen die Bank bei ihrer Umstrukturierung aber auf Kurs.

Die DWS-Papiere Börsen-Chart zeigen büßten ebenfalls an Wert ein. Die Fondsgesellschaft kämpft weiter mit schwindendem Vertrauen der Investoren. Im zweiten Quartal verzeichnete das seit März an der Börse notierte Unternehmen Mittelabflüsse von knapp fünf Milliarden Euro. Die Deutsche Bank hatte die DWS im Frühjahr an die Börse gebracht und hält aktuell noch knapp 78 Prozent. Der Börsengang ist bisher alles andere als eine Erfolgsgeschichte: Zuletzt lag der DWS-Kurs rund 17 Prozent unter dem Ausgabepreis.

Bei den Linde-Aktionären Börsen-Chart zeigen kamen die Quartalszahlen des Gasekonzerns gut an. Die vor der geplanten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair bereits zum Umtausch eingereichten Papiere kletterten an der Dax-Spitze um 3,4 Prozent und nahmen damit wieder Kurs auf die jüngsten Hochs knapp unter 220 Euro. Der Konzern zeigte sich mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg im zweiten Quartal in robuster Verfassung. Laut Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan profitierte Linde vor allem von besseren Geschäften in der kleineren Sparte Anlagenbau.

Telefonica Deutschland an TecDax Spitze

Eine Abstufung der Aktien von Henkel Börsen-Chart zeigen von "Equal-weight" auf "Underweight" durch die US-Investmentbank Morgan Stanley drückte die Papiere mit minus 2,4 Prozent nahe ans Dax-Ende. Sollte sich das starke Wachstum bei Klebstoffen abschwächen und die Kostensenkungen auslaufen, stehe Henkel mit einem schwierigen Konsumentengeschäft einerseits und einer wachstumsschwächeren Klebstoffsparte andererseits da, schrieb Analyst Richard Taylor.

Euro notiert unter 1,17 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch im frühen Handel leicht nachgegeben. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung lag am Morgen bei 1,1684 US-Dollar und damit etwas unter dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1706 (Montag: 1,1716) Dollar festgesetzt.

Im weiteren Tagesverlauf könnte das Ifo-Geschäftsklima für Deutschland neue Impulse am Devisenmarkt mit sich bringen. Experten erwarten einen leichten Rückgang, der auf Verschlechterungen sowohl bei der Lagebewertung als auch bei den Zukunftserwartungen zurückzuführen sein dürfte.

Zudem werden die Anleger das Treffen von US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Blick behalten. Ein konkretes Ergebnis wird nicht erwartet. Trump schlug zwar per Twitter vor, alle gegenseitigen Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen aufzugeben, machte aber selbst deutlich, dass er an eine Umsetzung nicht glaubt.

Ölpreise deutlich höher

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel ihre Vortagesgewinne ausgebaut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im September kostete am Morgen 73,92 US-Dollar. Das waren 48 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 21 Cent auf 68,73 Dollar.

Hinweise auf ein gesunkenes Angebot in den USA gaben den Preisen Auftrieb. Nach Angaben des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) vom Vorabend sind die US-Lagerbestände in der vergangenen Woche gesunken. Die API-Daten gelten als Vorabindikator für die im weiteren Tagesverlauf anstehenden offiziellen Zahlen, wenn sie auch häufig abweichen.

Zudem gibt weiterhin das verbale Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran den Ölpreisen Auftrieb. Irans Präsident Hassan Rohani hatte mit einer Blockade der Ölexportrouten am Persischen Golf gedroht. US-Präsident Donald Trump reagierte mit martialischen Worten.

dpa-afx, rtr

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