Montag, 15. Oktober 2018

Börse Dax steigt über 12.700 Punkte, US-Börse auf Rekordjagd

Am Vortag hatte der Dax im Minus geschlossen. Dank guter Vorgaben aus Asien und ordentlicher Firmenbilanzen aus dem Technologie- und Bankensektor erhalten deutsche Aktien Auftrieb. Der Dax startet im Plus.

Positive Quartalszahlen einiger europäischer Konzerne sowie chinesische Konjunkturhoffnungen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag beflügelt. Der Dax Börsen-Chart zeigen baute seine Gewinne im Verlauf merklich aus und kletterte in der Spitze auf bis zu 12.755 Punkte. Am Ende gewann der deutsche Leitindex immerhin 1,1 Prozent auf 12.689,4 Punkte hinzu.

Überwiegend gute Unternehmenszahlen haben auch die jüngste Lethargie an der Wall Street schlagartig beendet. Insbesondere erfreuliche Resultate des Google-Mutterkonzerns Alphabet sorgten für Jubelstimmung, so dass die wichtigsten Technologiewerte-Indizes am Dienstag nach oben schnellten und auf Rekordhöhen kletterten.

Die Standardaktien zogen ebenfalls kräftig an: So stieg der Dow Jones Börsen-Chart zeigen im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 25.263,9 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,7 Prozent auf 2828,2 Punkte nach oben. Mit Blick auf die Technologieindizes gewannen der Nasdaq 100 und der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen jeweils rund 1 Prozent.

Hierzulande erhielt der Dax Rückenwind von den Aktien der Automobilhersteller: Papiere von BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen legten nach überzeugenden Quartalszahlen der französischen Groupe PSA zwischen 2,4 und 3,4 Prozent zu. Die Deutsche Bank sprach zudem in einem Marktkommentar von einer freundlichen Stimmung an den Börsen dank der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik in China im zweiten Halbjahr.

Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen ging es am Dienstag um 1,25 Prozent auf 26.857,35 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen rückte um 1,25 Prozent auf 2922,27 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Eurozone verbuchte ein Plus von rund 1 Prozent.

Aus Branchensicht waren neben den Autowerten vor allem Bankentitel gefragt. Die Aktien der Geldhäuser profitierten von starken Quartalszahlen der Schweizer Großbank UBS Börsen-Chart zeigen. So gewannen die Anteilsscheine der Commerzbank Börsen-Chart zeigen 3,3 Prozent. Deutsche-Bank-Aktien Börsen-Chart zeigen verteuerten sich um 0,8 Prozent. Die UBS-Titel legten um 3,6 Prozent zu.


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Unter den Einzelwerten gehörten ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von knapp 3 Prozent zu den Top-Werten im MDax. Sie profitierten von einem optimistischen Analysten-Kommentar. JPMorgan-Experte Daniel Kerven sprach von einer "verlockenden Bewertung". Er zählt sie zu seinen "Key Picks" und sieht ein Kurspotenzial von fast 100 Prozent. Die Aktie hatte sich von ihrem Rekordhoch Ende 2015 mittlerweile mehr als halbiert.

Dürr-Aktien Börsen-Chart zeigen fielen nach einer Analystenstudie bis auf 36,50 Euro, den tiefsten Stand seit 18 Monaten. Zuletzt wurden die Papiere des Automobilzulieferers als MDax-Schlusslicht 2 Prozent niedriger bei 37,76 Euro gehandelt. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hatte das Kursziel von 64 auf 55 Euro gesenkt. Analyst Hans-Joachim Heimbürger erwartet recht schwache Quartalszahlen und reduzierte seine Prognosen für 2018.

Die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen stiegen auf ein weiteres Rekordhoch bei 164,50 Euro und untermauerten somit eindrucksvoll die Ambitionen auf einen Aufstieg in den Dax. Zuletzt legten die Papiere des Zahlungsdienstleisters um 1,4 Prozent auf 161,70 Euro zu.

Die Aktien von Klöckner & Co. Börsen-Chart zeigen gaben ihre zwischenzeitlichen Kursgewinne von bis zu 3,4 Prozent am Dienstagvormittag nahezu vollständig wieder ab. Vorbörslich und auch im frühen Handel hatte eine optimistische Gewinnprognose des Stahlhändlers für das laufende dritte Quartal den Kurs noch gestützt. Die Analysten von UBS wiesen jedoch darauf hin, dass die guten Ergebnisse einzig den Strafzöllen auf Stahlimporte geschuldet seien. Diese hätten die Stahlpreise auf dem US-Markt nach oben getrieben. Das sei aber so voraussichtlich nicht wiederholbar.

Euro vor Zinsentscheidung am Donnerstag schwächer

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag etwas nachgegeben. Robuste Konjunkturdaten aus Deutschland konnten der Gemeinschaftswährung nur zwischenzeitlich Auftrieb geben. Am Mittag lag der Kurs bei 1,1683 US-Dollar und damit etwas unter dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1716 (Freitag: 1,1670) Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einer fortgesetzten Gegenbewegung am Devisenmarkt. Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump den Dollar zu allen wichtigen Währungen unter Druck gebracht, indem er Vorwürfe der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union (EU) gerichtet hatte. Experten hielten die Marktreaktion aber für überzogen. Zuletzt hat Trump abermals seine harte Haltung im Handelsstreit bekräftigt.

Für etwas Auftrieb sorgte zwischenzeitlich eine überraschende Stimmungsaufhellung in der deutschen Industrie, die den Euro auf sein Tageshoch von 1,1705 Dollar schickte. Die anschließend veröffentlichten Gesamtzahlen für den Dienstleistungssektor im Euroraum enttäuschten aber und setzten den Kurs wieder etwas unter Druck.

Die Blicke der Anleger richten sich inzwischen auf die EZB-Zinsentscheidung an diesem Donnerstag. Analysten erwarten, dass die Währungshüter an ihrem im Juni angekündigten Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm festhalten werden. Im Fokus wird die Frage stehen, ob die EZB ihre bisherigen Angaben zum Zeitpunkt der Zinswende präzisieren wird.

Yuan und Lira weiter unter Druck

Weiter unter Druck steht unterdessen Chinas Yuan, der den schwächsten Stand seit über einem Jahr bei 6,8290 Yuan je Dollar erreichte. Wegen des Handelsstreits mit den USA steht Chinas Währung seit geraumer Zeit stark unter Druck. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums hatte zuletzt in Reaktion auf Trumps Manipulationsvorwürfe erklärt, dass der Markt den Yuan-Kurs bestimme.

Diese Woche hat Peking zudem ein Bündel von Maßnahmen beschlossen, um die Nachfrage im Land anzukurbeln und so die Auswirkungen des Handelsstreits zu mildern. "Während sich der Staatsrat in der Erklärung weiterhin zum Schuldenabbau bekennt, stuft der Markt weitere Lockerungen als unvermeidbar ein, was negativ für den Yuan ist", kommentierte Commerzbank-Experte Hao Zhou.

Die türkische Lira geriet nach den Kursgewinnen der Vortage wieder unter Druck und verlor im Verhältnis zum Dollar rund ein halbes Prozent an Wert. Im weiteren Tagesverlauf steht eine Zinsentscheidung der türkischen Notenbank an. Vor dem Hintergrund der galoppierenden Inflation wird am Markt mit einer Zinserhöhung um 1,0 Prozentpunkte auf 18,75 Prozent gerechnet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich aber zuletzt vehement gegen steigende Zinsen ausgesprochen.

Ölpreise niedriger

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im September kostete zuletzt 72,93 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als am Montag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 15 Cent auf 67,74 Dollar.

Bereits am Vorabend hatten die Ölpreise zwischenzeitliche Gewinne wieder abgegeben, nachdem gegenseitige Drohungen zwischen dem Iran und den USA für Verunsicherung gesorgt hatten. Irans Präsident Hassan Ruhani drohte mit einer Blockade der Ölexportrouten am Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump reagierte mit martialischen Worten. Auf der anderen Seite werden die Ölpreise laut Händlern aber durch die Sorge vor einer Eskalation des Handelsstreits führender Industriestaaten ausgebremst.

Im weiteren Tagesverlauf werden die Anleger noch Zahlen des privaten Instituts API zu den Rohöllagerbeständen im Blick behalten. Sie gelten als Vorabindikator für die offiziellen Zahlen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Allerdings weichen die API-Zahlen häufig von den offiziellen Daten ab.

mit Nachrichtenagenturen

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