Samstag, 15. Dezember 2018

Börse Dax im Minus, SAP und Conti unter Druck

Nach fünf Tagen mit Kursgewinnen gibt der Dax wieder nach. Auch an der Wall Street werden Anleger vorsichtig. Die Aktien von SAP und Continental geraten unter Verkaufsdruck.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist nach fünf Gewinntagen in Folge wieder ins Minus gerutscht. Der Deutsche Leitindex fiel am Donnerstag um 0,6 Prozent zurück und rutschte wieder unter die Marke von 12 700 Punkten. Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien von SAP und Continental mit Verlusten zwischen 1,5 und 2 Prozent.

Die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen gerieten trotz erneut angehobener Gesamtjahresziele unter Druck. Insgesamt habe der Software-Konzern ein solides Ergebnis vorgelegt, schrieb Analyst Knut Woller von der Baader Helvea Bank in einem Kommentar. Allerdings schwächelten die Lizenzeinnahmen.

SAP und Conti unter Druck

Schlusslicht im Leitindex waren die Papiere von Continental Börsen-Chart zeigen . Die britische Investmentbank HSBC strich ihre Kaufempfehlung für die Anteilsscheine. Der Automobilzulieferer und Reifenhersteller will die Antriebssparte zu Beginn des neuen Jahres abspalten und teilweise an die Börse bringen. Auch für die Reifensparte liegt ein Teilbörsengang im Bereich des Möglichen.

Wall Street: Anleger bleiben vorsichtig

An den US-Börsen hielten sich Anleger ebenfalls zurück: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab zuletzt 0,4 Prozent nach, und auch der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notierte im Minus.

Unternehmensseitig setzt sich die Berichtssaison fort. Der Kreditkartenanbieter American Express , der Computerkonzern IBM Börsen-Chart zeigen und das Online-Auktionshaus Ebay hatten am Vorabend nach Börsenschluss ihre Quartalsberichte vorgelegt. Mit Ausnahme der IBM-Papiere gaben die Aktien all dieser US-Unternehmen vorbörslich nach.

Nur IBM stachen positiv heraus und legten vor dem Handelsstart um 2,5 Prozent zu. Nach jahrelangen Rückgängen konnte der Computerkonzern im zweiten Quartal nun erneut mehr Umsatz und Gewinn verbuchen. Dabei erwirtschafteten neuere Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz erstmals mehr als die Hälfte der Erlöse. Allein das Cloud-Geschäft wuchs um ein Fünftel.

Nachbörslich steht an diesem Tag noch die Jahresbilanz von Microsoft Börsen-Chart zeigen auf der Agenda. Nach Ansicht von Credit-Suisse-Analyst Brad Zelnick dürfte sich im Abschlussquartal 2017/18 auch bei dem Software-Konzern die positive Dynamik des Cloud-Geschäfts fortgesetzt haben

MDax: Rocket Internet leidet unter Home24

Im MDax Börsen-Chart zeigen litten die Aktien von Rocket Internet Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von rund 3 Prozent unter schwachen Zahlen der Beteiligung Home24. Der Online-Möbelhändler ringt mit dem heißem Sommer. Da das außergewöhnlich warme Wetter spürbar auf die Nachfrage von großen Möbeln drückt, senkte das Unternehmen seine Wachstumsprognose für das zweite Quartal deutlich. Die Home24-Anteilsscheine sackten um mehr als 10 Prozent ab.

Morphosys: Lizenzvereinbarung mit Novartis treibt Aktie weiter an

Im TecDax Börsen-Chart zeigen freuten sich die Anleger von Morphosys über ein Plus von fast 4 Prozent: Der Biotechnologiekonzern schloss mit dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis eine Lizenzvereinbarung für sein Wirkstoffprogramm MOR106. In Folge der Vereinbarung erhöhte das Unternehmen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.


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Asiens Märkte unter Druck

Die anfängliche Kauflaune der Asien-Anleger ist am Donnerstag schnell verpufft. Der Nikkei-Index schloss 0,1 Prozent im Minus bei 22.764,68 Punkten und die Börse Shanghai büßte 0,5 Prozent auf 2772,70 Zähler ein. Die jüngsten US-Firmenbilanzen seien zwar ermutigend, der zunehmende Protektionismus in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen verhindere aber weitere Kursgewinne, sagte Yasuo Sakuma, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Libra. "Die Furcht vor einem Handelskrieg wird nicht über Nacht verschwinden."

Es bestehe das Risiko einer Eskalation sowohl zwischen den USA und China als auch zwischen den USA und Europa. Gegen den Trend legten Ölwerte wie Showa Shell, Cosmo, Inpex und Idemitsu Kosan bis zu vier Prozent zu. Letztere markierten mit 5050 Yen sogar ein Rekordhoch.

Dem Wirtschaftsblatt "Nikkei" zufolge wollen japanische Firmen nach US-Drohungen kein iranisches Öl mehr kaufen. Dies schürte Börsianern zufolge Spekulationen auf steigende Energiepreise. Nachfolgend eine Übersicht mit den Kursveränderungen ausgewählter Aktienindizes und Währungen:

Euro gibt weiter nach

Der Euro Börsen-Chart zeigen gab weiter nach. Am Mittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1609 US-Dollar. Zuvor war sie kurzzeitig knapp unter 1,16 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1611 Dollar festgesetzt.

In den vergangenen Handelstagen hatte die Aussicht auf einen Aufschwung in den USA mit weiter steigenden Zinsen dem Dollar tendenziell Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet. Eine positive Einschätzung zur Lage der US-Wirtschaft durch die amerikanische Notenbank Fed konnte dem Dollarzuletzt aber nur leichten Auftrieb verleihen. Die amerikanische Wirtschaft bleibe auf Wachstumskurs, hieß es in dem am Vorabend veröffentlichten Konjunkturbericht der Notenbank. Allerdings wiesen die Währungshüter auch auf mögliche negative Folgen des Handelsstreits hin.

Pfund und Yuan bleiben zum Dollar unter Druck

Das britische Pfund steht unterdessen weiter unter Druck. Nachdem zuletzt politische Turbulenzen rund um den Brexit sowie eine unerwartete Stagnation der Inflation für Druck auf den Kurs gesorgt hatten, fiel die britische Währung am Donnerstag nach schwachen Zahlen vom Einzelhandel unter 1,30 Dollar auf einen neuen schwächsten Stand seit September.

Auch der Wert des Yuan fällt immer weiter und erreichte im Verhältnis zum Dollar den tiefsten Stand seit einem Jahr. Ein Dollar war im sogenannten Festlandhandel bis zu 6,7845 Yuan wert. Ein starker Dollar sowie Sorge um Chinas Konjunktur aufgrund des Handelsstreits mit den USA sorgt seit geraumer Zeit für Druck auf den Yuan.

Hinzu kommen nun Medienberichte, wonach Peking Banken dazu anhalte, mehr Kredite an Unternehmen zu vergeben. Eigentlich hatte sich Peking zuletzt bemüht, den riesigen Schuldenberg der Unternehmen in Grenzen zu halten. Entscheidend für die künftige Entwicklung beim Yuan wird unter anderem sein, inwieweit Chinas Führung eine weitere Abwertung der heimischen Währung zulässt.

mit dpa und reuters

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