Samstag, 15. Dezember 2018

Börse Dax auf 4-Wochen-Hoch, Lufthansa gefragt

Kursrally an der Börse: Der Dax setzt seine Erholung fort

Anleger setzen nach Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell auf weitere Zinserhöhungen bis Jahresende. Der Dax nähert sich der Marke von 12.800 Punkten und notiert so hoch wie seit 4 Wochen nicht mehr. Airlines und Chip-Aktien sind gefragt. An der Wall Street werden Anleger vorsichtig.

Die Aussicht auf einen weiteren Aufschwung in den USA und steigende Gewinne heimischer Firmen geben den europäischen Börsen zunächst weiter Auftrieb. Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewannen am Mittwoch jeweils 0,7 Prozent auf 12.767 und 3479 Punkte. Der Dax nimmt nun die Marke von 12.800 Punkten wieder in den Blick.

Angetrieben würden die Kurse unter anderem von den optimistischen Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zu den Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft, sagte Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer.

Die Aufwärtsdynamik des Dax könnte sich sogar noch verstärken, weil einige Anleger vom aktuellen Kursplus auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Powell bekräftigte bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress zudem, die Zinsen weiter anheben zu wollen. "Dies geschieht aber gemächlich und ohne Hast", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Das ist genau das Signal, das die Märkte hören wollten."

Unter Börsianern gilt als sicher, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende zwei weitere Male anheben wird. "Die echte Debatte dreht sich aber um die Zinserhöhungen im nächsten Jahr", sagte Adam Cole, Chef-Anlagestratege für Devisen bei der Investmentbank RBC Capital Markets. Er rechne mit vier Schritten, die Anleger im Schnitt aber nur mit einem bis zwei.


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Vor diesem Hintergrund stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um 0,5 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 95,397 Punkte. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro auf 1,1621 Dollar und machte damit Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger.

Dow Jones nach vier Gewinntagen kaum verändert

Überwiegend positive Unternehmensnachrichten haben die Anleger an den US-Börsen am Mittwoch kaum zu weiteren Käufen verlockt. Schwache Daten aus dem Bausektor stimmten vorsichtig. Nach vier Handelstagen mit Gewinnen trat der Dow Jones Börsen-Chart zeigen erst einmal auf der Stelle. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen rutschte um 0,3 Prozent ins Minus.

Aktuelle Daten aus dem Bausektor enttäuschten: Die Wohnungsbaubeginne waren im Juni so stark gesunken wie zuletzt im November 2016 und auch die Baugenehmigungen waren entgegen den Erwartungen rückläufig.

Morgan Stanley steigert Gewinn kräftig

Unternehmensseitig dürften vor allem Geschäftsberichte großer US-Konzerne in den Blick rücken. Unter den US-Banken überzeugte nun auch Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen mit starken Quartalszahlen, was den Aktien ein vorbörsliches Plus von 3 Prozent bescherte. Die Geschäfte an den Kapitalmärkten liefen dank der florierenden US-Wirtschaft auch im zweiten Quartal gut. Der Überschuss übertraf wie bei den meisten anderen US-Banken die Erwartungen der Experten.

Airline United Continental hebt Prognose an

Um vorbörslich rund 4 Prozent stiegen die Papiere der Fluggesellschaft United Continental . Sie hob nach einem robusten zweiten Quartal die Prognose für das laufende Jahr an.

Die Aktien von Amazon Börsen-Chart zeigen hingegen zeigten sich vor dem Handelsstart nach ihrem Rekordlauf am Vortag fast unbewegt. Im Fokus steht der weltgrößte Online-Versandhändler aktuell wegen seines jüngsten Shopping-Events, dem "Prime Day".

Über 36 Stunden lang erhielten weltweit Prime-Mitglieder exklusiv besondere Rabattangebote, die Amazon trotz anfänglicher technischer Pannen Umsätze von bis zu 2 Milliarden US-Dollar beschert haben dürften, wie die Analysten von RBC schätzen.

Alphabet nach Rekordstrafe für Google schwächer

Alphabet dürften hingegen schwächer starten. Sie gaben vorbörslich etwas mehr als ein halbes Prozent nach. Die EU-Kommission überzieht Google mit einer Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro und will den US-Konzern rasch zu mehr Konkurrenz auf Smartphones mit dem Android-System zwingen.

Starke Zahlen von Chipindustrie-Zulieferer ASML und Easyjet

Ein weiterer Stimmungsaufheller waren die Geschäftszahlen von ASML Börsen-Chart zeigen. Der Chipindustrie-Zulieferer legte ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vor. Die Aktien stiegen daraufhin in Amsterdam um bis zu 6,8 Prozent und steuerten auf den größten Tagesgewinn seit gut drei Jahren zu. Dies verhalf dem europäischen Branchenindex zu einem Kursplus von 2,1 Prozent.

ASML-Konkurrent Aixtron Börsen-Chart zeigen und Siltronic, ein Anbieter von Siliziumscheiben zur Chip-Produktion, gewannen jeweils etwa 3,5 Prozent. Die Titel des Halbleiter-Herstellers Infineon Börsen-Chart zeigen notierten 2,5 Prozent im Plus. ASML verdanke seine starken Zahlen aber dem Geschäft mit Speicherchips, das gerade seinen Höhepunkt überschreite, warnten die Analysten der Investmentbank Liberum in einem Kommentar.

Lufthansa und Co segeln im Aufwind von United Airlines und Easyjet

In London legten die Papiere von Easyjet Börsen-Chart zeigen dank einer angehobenen Gewinnprognose bis zu 5,1 Prozent zu. Die Aktien des Erzrivalen Ryanair Börsen-Chart zeigen gewannen 1,3 Prozent. Lufthansa Börsen-Chart zeigen, AirFrance und die British Airways-Mutter IAG Börsen-Chart zeigen legten bis zu 3,2 Prozent zu.

In Stockholm schossen die Titel von Ericsson Börsen-Chart zeigen sogar mehr als zehn Prozent in die Höhe und waren mit 74,68 Kronen so teuer wie zuletzt vor knapp zweieinhalb Jahren. Ein Sparkurs führte den Telekom-Ausrüster in die Gewinnzone zurück. Die Aktien des Konkurrenten Nokia notierten 4,9 Prozent im Plus.

Ericsson mit Gewinn, Software AG auf Talfahrt

Gegen den Trend büßten Software AG Börsen-Chart zeigen trotz eines operativen Quartalsergebnisses leicht über Markterwartungen 3,8 Prozent ein. Einige Börsianer monierten die enttäuschenden Lizenzeinnahmen in bestimmten Software-Bereichen. In den kommenden Quartalen werde das Wachstum hier aber sicher zulegen, schrieb DZ Bank-Analyst Harald Schnitzer in einem Kommentar.

Euro sinkt weiter, Pfund unter Druck

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch gesunken und hat damit an die Kursverluste vom Vortag angeknüpft. Im Vormittagshandel rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1619 US-Dollar. Am Dienstag wurde der Euro noch über 1,17 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1707 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einer Dollarstärke, die den Euro Börsen-Chart zeigen im Gegenzug unter Druck setzte. Ausschlaggebend seien jüngste Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell. "Bei der Anhörung vor dem Kongress äußerte sich US-Notenbankchef Powell optimistisch über die Wirtschaft und signalisierte, den Kurs gradueller Leitzinserhöhungen beibehalten zu wollen", erklärte Experte Patrick Boldt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) den starken Dollar.

Neue Kursverluste gab es außerdem am Morgen beim britischen Pfund. Der Kurs fiel zeitweise bis auf 1,3080 US-Dollar. Zum Vergleich: Am Montag hatte das Pfund zeitweise knapp unter der Marke von 1,33 Dollar gestanden. Am Markt wurden die Kursverluste mit der politischen Unsicherheit in Großbritannien erklärt.

"Das britische Unterhaus gleicht einem Pulverfass", kommentierte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Es werde zunehmend offensichtlich, dass es Premierministerin Theresa May immer schwerer fällt, im Parlament eine Mehrheit für ihren Brexit-Plan zu gewinnen.

mit dpa und reuters

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