Donnerstag, 15. November 2018

Erholung an der Börse Wall Street schiebt Dax ins Plus

An der New Yorker Börse schloss der Dow Jones auf Tageshoch und liefert damit eine gute Basis für Dax und Co. Der Tech-Index Nasdaq 100 erreichte sogar ein Rekordhoch

Der Dax nimmt die Marke von 12.600 Punkten in den Blick. Die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank verzeichnen Kursgewinne, nachdem US-Großbanken wie JP Morgan und Wells Fargo Milliardengewinne gemeldet haben.

Die Vortageserholung am deutschen Aktienmarkt hat sich am Freitag zunächst fortgesetzt. Für Rückenwind sorgen die freundlichen Überseebörsen sowie aktuelle Wirtschaftsdaten aus China. Bis zum Nachmittag kletterte der Dax Börsen-Chart zeigen um 0,4 Prozent auf 12.545 Punkte und nahm damit die Marke von 12.600 Zählern wieder in den Blick.

Am Vorabend hatte der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen in den USA ein Rekordhoch erreicht, und auch der Dow Jones war deutlich gestiegen. Dies trieb auch die Kurse am Freitag in Asien an.

Fresenius wegen Akorn unter Druck

Spekulationen zu Problemen im Rechtsstreit über die abgeblasene Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn trieben die Anleger von Fresenius um. Die Aktien des Gesundheitskonzerns fielen nach einem Agenturbericht über Aussagen eines Fresenius-Managers zu früheren Mängeln bei eigenen Testverfahren um bis zu 4,9 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 65,36 Euro. "Die Sache könnte einem Urteil zugunsten von Fresenius im Wege stehen", sagte ein Händler. Fresenius lehnte eine Stellungnahme ab. Akorn will die 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme juristisch durchsetzen. Fresenius wirft dem US-Unternehmen Betrug im Zusammenhang mit gefälschten Daten vor, was Akorn zurückweist.


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US-Banken JP Morgan und Citigroup profitieren von Steuerreform

An der Wall Street haben Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen ihre Erholung zunächst fortgesetzt. Beide Indizes tendierten bis zum Abend 0,2 Prozent im Plus.

Im Fokus standen die US-Großbanken JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen , Citigroup Börsen-Chart zeigen und Wells Fargo Börsen-Chart zeigen Fargo, die sich als erste der Großinstitute in die Bücher schauen lassen.

Die gute Konjunktur und gesunkene Steuern schoben beim Branchenprimus JP Morgan den Gewinn im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar in die Höhe. Bei der Citigroup Börsen-Chart zeigen gab es ein Plus von 16 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar.

Von den Zahlen der US-Banken profitierte auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, deren Aktie zeitweise um rund 1 Prozent zulegte.

Wells Fargo enttäuschte dagegen hier: 5,2 Milliarden Dollar von 5,9 Milliarden Dollar zurück. Belastet unter anderem von einem Urteil des Obersten US-Gerichtshofs in einem Steuerstreit fiel der Gewinn um zwölf Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.

Bilanzsaison: Steigende Gewinne bei US-Firmen erwartet

Experten erwarten überwiegend positive Geschäftsberichte von den US-Firmen. "Der Blick in den Rückspiegel dürfte über den gesamten S&P 500 hinweg dank der Effekte aus der Steuerreform erfreulich ausfallen", sagte Stratege Frank Klumpp von der LBBW. Kritischer könnte es bei den Ausblicken sein, die vom chinesisch-amerikanischen Zollstreit belastet werden könnten. "Die Unternehmen werden aufzeigen, wie sie die Auswirkungen auf die künftige Geschäftsentwicklung sehen. Es dürfte schwierig werden, Bedenken um ein Abflauen der rekordhohen Gewinndynamik zu zerstreuen", sagte Klumpp.

Trump stellt Freihandelszone mit England in Frage, Pfund gerät unter Druck

Am Devisenmarkt sorgte Trumps Lob für den größten innerparteilichen Rivalen von Premierministerin May, Boris Johnson, für lange Gesichter: Viele Anleger fürchten, dass ein sogenannter harter Brexit der Wirtschaft Großbritanniens schaden würde und setzten daher eher auf den von May in dieser Woche vorgeschlagenen "weichen" Brexit, bei dem Großbritannien sich nicht vollständig von der EU lösen wird.

Sollte sich Großbritannien aber weiter eng an die EU binden, würden sich die USA an die Union wenden, drohte Trump in einem Interview anlässlich seines Besuches bei May. "Wenn sie das machen, kommt ihr Handelsabkommen mit den USA wahrscheinlich nicht zustande." Die britische Währung brach um rund einen US-Cent auf ein Tagestief von 1,3103 Dollar ein.

Euro schwächer

Ohnehin profitierte der Dollar von Spekulationen auf steigende US-Zinsen angesichts der jüngsten Inflationsdaten. Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen fiel um einen halben US-Cent auf ein Tagestief von 1,1613 Dollar.

mit dpa und Reuters

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