Freitag, 20. Juli 2018

Börse Optimismus zum Handelsschluss - Dax im Plus

Börse: Der Dax hat sich zuletzt leicht erholt - trotz des Zollstreits

Das Dauerthema Handelsstreit dürfte in der neuen Woche erneut über Wohl und Wehe am deutschen Aktienmarkt entscheiden. Zuletzt hatte die Hoffnung auf eine Entspannung im Zollkonflikt dem Dax Schwung verliehen.

Zum Wochenauftakt haben die europäischen Anleger zunächst nur zögerlich bei Aktien zugegriffen, am Nachmittag verschafften sie den Aktienkursen jedoch ein leichtes Plus. Der Handelsstreit zwischen den USA, China und Europa bleibe weiterhin das zentrale Thema an den Märkten, sagte Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets. So einfach lasse sich die Angst vor einer Eskalation des Konflikts nicht verdrängen, konstatierte ein Börsianer.

Der Dax Börsen-Chart zeigen notierte zum Handelsschluss it 12.543 Zählern und 0,4 Prozent im Plus. Noch etwas besser schlugen sich am Montag die Nebenwerte: Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen rückte um 0,6 Prozent auf 26.100,2 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen stieg um 0,6 Prozent auf 2779,9 Zähler.

Die US-Börsen haben am Montag an ihre Gewinne vor dem Wochenende angeknüpft. Vor allem Bankenwerte zeigten sich stark.

Der US-Leitindex Dow Jones rückte im frühen Handel um 0,8 Prozent auf 24.645,9 Punkte vor, nachdem auch die asiatischen Börsen sowie die in Europa teils deutlich gestiegen waren.

"An den Märkten rechnet man wieder mit starken Quartalszahlen in den USA", begründete Jasper Lawler von der London Capital Group den freundlichen Wochenbeginn. Spannend dürfte es am Freitag werden, wenn sich die drei Großbanken Wells Fargo , JPMorgan Chase und die Citigroup in die Bücher schauen lassen.

Analyst Lawler machte aber auch überraschend starke deutsche Exporte mitverantwortlich für den steigenden Dax. Die deutschen Ausfuhren waren im Mai im Vergleich zum April um 1,8 Prozent gestiegen und übertrafen die Prognose von 0,7 Prozent Plus deutlich.

Britisches Pfund unter Druck

Das britische Pfund fiel auf ein Tagestief von 1,1269 Euro, nachdem es am frühen Nachmittag noch bei 1,1340 Euro notiert hatte. "Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Regierung des Vereinigten Königreichs hat das britische Pfund belastet", sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin bei der Commerzbank. Vor allem der Rücktritt von Außenminister Boris Johnson habe das Pfund belastet. Bereits im frühen Handel hatte der Rücktritt von Brexit-Minister David Davis für Verunsicherung gesorgt.

US-Berichtssaison läuft an

Neue Impulse erhofften sich die Investoren von der Berichtssaison, die in dieser Woche in den USA ihren Anfang nimmt. Am Freitag legen die US-Großbanken JP Morgan Chase, Wells Fargo und Citigroup ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. "Nach überstandenem Stresstest dürfte der Blick auf den Handelsergebnissen liegen - dass die Finanztitel ihre Ausschüttungen kräftig anheben werden, erscheint ausgemachte Sache", sagte LBBW-Analyst Frank Klumpp.

Unter den Einzelwerten im Dax standen zu Wochenbeginn die Lufthansa Börsen-Chart zeigen im Fokus. Sie legten im Schlepptau des Rivalen Air France-KLM über 3 Prozent zu. Die Franzosen schossen mehr als acht Prozent auf 7,49 Euro in die Höhe. Die Zahl der Passagiere lag bei der Unternehmensgruppe im Juni bei 9,3 Millionen - im Vergleich zum Juni des Vorjahres ein Plus von 3,7 Prozent. Die Titel der British-Airways-Mutter IAG notierten 2,4 Prozent fester.

Das Nachsehen hatten am Montag Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen, die 1,4 Prozent verloren. Nach dem völlig überraschenden Rücktritt von Konzernboss Heinrich Hiesinger hatten die Titel des Traditionsunternehmens am Freitag 2,4 Prozent zugelegt.

Auf Talfahrt waren europaweit einige Autobauer - allen voran die in Paris gelisteten Renault-Papiere Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von bis zu 2,6 Prozent. Der japanische Partner Nissan Börsen-Chart zeigen verschreckte die Anleger kurz vor Handelsschluss in Tokio mit Aussagen zur Methode von Abgasmessungen. Die Titel sanken im Nikkei Börsen-Chart zeigen um 4,6 Prozent. Renault hält 43 Prozent an dem japanischen Autohersteller. Nissan teilte mit, es seien in fast allen Werken Fehler bei der Abgas- und Spritverbrauchsmessung entdeckt worden. Volkswagen Börsen-Chart zeigen gaben im Dax 1,3 Prozent nach.

Euro legt nach deutschen Konjunkturdaten zu

Der Euro ist am Montag mit leichten Kursgewinnen in die Handelswoche gestartet. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1762 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1724 Dollar festgesetzt.

Nach wie vor werde der Euro durch eine vergleichsweise schwache Lohnentwicklung in den USA gestützt, hieß es von Marktbeobachtern. Am Freitag war bekannt geworden, dass die Stundenlöhne in den USA im Juni trotz einer robusten Beschäftigungsdynamik nur leicht gestiegen waren. Auf die US-Lohnentwicklung reagieren die Märkte besonders sensibel, da sie von den Währungshütern der amerikanischen Notenbank genau beobachtet wird.

Für Impulse sorgten unterdessen die Daten zum deutschen Außenhandel für den Monat Mai. Das Statistische Bundesamt teilte am Montag mit, die Exporte seien im Monatsvergleich um 1,8 Prozent gestiegen. Im April waren sie noch um 0,3 Prozent gesunken. Analysten hatten für Mai im Schnitt nur einen Anstieg um 0,7 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fielen die Exporte jedoch schlechter aus, hier wurde ein Rückgang um1,3 Prozent auf 109,1 Milliarden Euro verzeichnet.

Die Importe legten im Mai überraschend zu. Hier meldete Destatis einen Anstieg im Monatsvergleich um 0,7 Prozent, während Analysten einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet hatten. Der Überschuss in der Handelsbilanz lag bei 19,7 Milliarden Euro. Hier hatte der Markt 20,2 Milliarden Euro erwartet.. Das britische Pfund reagierte am Morgen kaum auf den Rücktritt des britischen Brexit-Ministers David Davis, der sein Amt im Streit über den Kurs der Regierung beim EU-Austritt zur Verfügung stellte.

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