Mittwoch, 26. September 2018

Börse Trotz Zollstreit mit China - Dow Jones und Nasdaq legen zu

Gewinne im Dax: BMW, Daimler und VW treiben den Index an

Am Freitag sind US-Zölle für chinesische Importe in Kraft getreten, China reagiert mit Gegenzöllen. An der Wall Street legen Dow Jones und Nasdaq dennoch zu. Der Dax schließt im Plus, die Aktie der Deutschen Bank steigt.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat sich am Freitag von den nun geltenden US-Strafzölle auf chinesische Importe und den daraufhin verhängten Vergeltungsmaßnahmen Pekings nur wenig beeindrucken lassen. Nach dem starken Vortag kam der deutsche Leitindex allerdings kaum noch vom Fleck: Bis zum Handelsschluss auf Xetra notierte der Index 0,2 Prozent fester und schloss knapp unterhalb der Marke von 12.500 Punkten.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat damit ein Wochenplus von 1,3 Prozent geschafft - trotz der Sorgen um den weltweiten Handelsstreit. Es gab jedoch auch positive Signale: Nachdem am Dienstag die Einigung zwischen CDU und CSU im Asylstreit für Freude gesorgt hatte, gab am Donnerstag die Hoffnung Auftrieb, dass die USA auf Importzölle für europäische Autos verzichten könnten.

Unsere Börsenseite: Hier finden Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit

JP Morgan dementiert Bericht über Interesse an Deutscher Bank

Zu den Gewinnern im Dax zählte die Aktie der Deutschen Bank mit einem Plus von mehr als 3Prozent: Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" prüfen angeblich die Großbanken JP Morgan und die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) eine Beteiligung an der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Da Frankfurt nach dem Brexit an Bedeutung gewinne, gäbe es bei der US-Investmentbank JPMorgan "Gedankenspiele", bei der Deutschen Bank einzusteigen, schrieb das Magazin. JP Morgan dementierte jedoch am Nachmittag, dass man Interesse an einem Einstieg bei der Deutschen Bank habe.

Wall Street: Solide US-Jobdaten stützen Dow Jones, Nasdaq klettert

Starke US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag an der Wall Street die im Zuge des globalen Handelskonflikts aufgekommenen Konjunkturängste gemildert. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg im frühen Handel um 0,3 Prozent auf 24.375 Punkte. Der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen stieg sogar um 1,2 Prozent.

Die US-Wirtschaft hatte im Juni mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, während die Löhne und Gehälter nicht so deutlich zulegten wie erwartet.

Vor diesen Daten hatte sich für den Dow im Sog des Handelskonflikts der USA mit China noch ein Minus von fast einem halben Prozent abgezeichnet. Ängste der Investoren vor einer Konjunkturabkühlung schwelen trotz der zuversichtlich stimmenden Arbeitsmarktdaten weiter.

Handelsstreit zwischen USA und China eskaliert

So eskalierte der Streit zwischen den USA und China mit gegenseitigen Strafzöllen. In einer ersten Runde traten um Mitternacht Washingtoner Zeit US-Sonderabgaben auf Einfuhren aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft. China reagierte umgehend mit eigenen Sonderzöllen auf Einfuhren aus den USA in ähnlichem Umfang. US-Präsident Donald Trump drohte China sogar noch mit zusätzlichen Strafzöllen, die auf alle seine Importe in die USA im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar ausgedehnt werden könnten.

Asiens Börsen kaum bewegt - erste Schnäppchenjäger unterwegs

Auch an den Übersee-Börsen hielt sich der Schaden in Grenzen: In New York deuten sich nach dem freundlichen Handelsverlauf am Vortag nur minimale Verluste ab, und an den asiatischen Handelsplätzen nutzten Anleger den jüngsten Kursrückgang für Schnäppchenkäufe.

Am Nachmittag steht dann der US-Arbeitsmarktbericht für den Juni im Fokus. Er dürfte laut den Devisenexperten der Commerzbank den Zwiespalt bestätigen, den bereits das am Donnerstagabend veröffentlichte Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung gezeigt habe: Die einen machten sich nach langer Niedriginflation Sorgen um den Preistrend und die anderen fürchteten eine Überhitzung der US-Wirtschaft. Die US-Handelspolitik könne die Waage demnächst zum Kippen bringen, zeige aber bislang noch keine Auswirkungen.

ThyssenKrupp-Aktie im Fokus nach Abschied von Hiesinger

Am deutschen Aktienmarkt richteten sich die Blicke vor allem auf den Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp . Dessen Aktien eroberten mit plus 2,56 Prozent zeitweise den Dax-Spitzenplatz, nachdem Chef Heinrich Hiesinger überraschend vor dem Abgang steht. Er war im Zuge der Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata zuletzt immer wieder unter Druck geraten, weil Anteilseigner wie der US-Hedgefonds Elliott oder Cevian Capital mehr Tempo beim seit langem angekündigten Konzernumbau gefordert hatten. Börsianer hoffen auf die Abspaltung von Geschäftsbereichen und eine Neubewertung des wegen seiner komplexen Struktur aus ihrer Sicht zu gering geschätzten Konzerns.

Euro legt zu

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Freitag im frühen Handel wenig beeindruckt von der weiteren Eskalation im Handelsstreit gezeigt. Die Gemeinschaftswährung wurde am Morgen bei 1,1691 US-Dollar gehandelt und damit auf dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1709 (Mittwoch: 1,1642) Dollar festgesetzt.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China eskaliert immer mehr. Nachdem wie angekündigt um Mitternacht Washingtoner Zeit (06.00 Uhr MESZ) US-Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten sind, sieht sich China zum Gegenangriff gezwungen. Peking will nun die Welthandelsorganisation (WTO) über die Situation informieren. Bereits zuvor hatte China Vergeltung in gleicher Höhe angekündigt.

Asiens Börsen im Plus, Samsung unter Druck

Das Barometer der Börse in Shanghai rutschte zunächst um bis zu 1,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren ab, berappelte sich aber wieder und notierte knapp ein Prozent fester. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen legte ein Prozent zu und machte Verluste aus dem frühen Handel wett.

In Tokio schloss der Nikkei 1,1 Prozent fester bei 21.788 Zählern. Gefragt waren vor allem die Anteilscheine von Autobauern, nachdem US-Präsident Donald Trump den europäischen Herstellern Verhandlungsbereitschaft bei den angedrohten Auto-Zöllen signalisierte. Die Titel von Toyota stiegen um 1,1 Prozent, Honda legten 1,4 Prozent zu und die in Seoul gelisteten Aktien von Hyundai stiegen um 2,9 Prozent.

mit dpa und Reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH