Sonntag, 16. Dezember 2018

Börse Dax im Plus, Tesla stürzt weiter

Gewinne im Dax: BMW, Daimler und VW treiben den Index an

Am Freitag treten US-Zölle für chinesische Produkte in Kraft, der Handelsstreit droht zu eskalieren. Der Dax legt dennoch zu - BMW, Daimler und Volkswagen hoffen auf einen besonderen Deal mit den USA.

Erholung im Dax: Die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelskonflikt mit den USA hat die Autowerte am Donnerstag kräftig angeschoben. Die Papiere von BMW Börsen-Chart zeigen , Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen legten am Donnerstag Vormittag jeweils zwischen 2 und 4 Prozent zu und zählten damit zu den stärksten Werten im Dax Börsen-Chart zeigen . Der Dax kletterte zeitweise über die Marke von 12.500 Punkten, gab nach Handelsbeginn in den USA jedoch einen Teil seiner Gewinne wieder ab.

Dem "Handelsblatt" zufolge hat der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, den Chefs von BMW, Daimler und Volkswagen eine mögliche Lösung in dem Konflikt um drohende Strafzölle unterbreitet. Grenell habe erklärt, die USA seien zu einer Null-Lösung bereit, also zu einem Komplett-Verzicht auf Autozölle, wenn auch Europa darauf verzichte. Allerdings ist weder Grenell noch ein CEO eines deutschen Autobauers für Zollfragen zuständig.

"Auch wenn die EU letztlich mit den USA über die Zölle verhandeln muss, ist das doch mal ein Signal", sagte ein Händler. "Vielleicht kommt nun ja Bewegung in die Sache." Die EU-Kommission wollte sich inhaltlich nicht zu dem Bericht äußern. US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, europäische Autos mit 20 Prozent Einfuhrzoll zu belegen, sollte die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen.

Wall Street: US-Anleger vorsichtig - Showdown im Handelsstreit mit China

Auch in den USA legten die Indizes im frühen Handel zu - trotz des Showdowns im Zollstreit mit China. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen und der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen kletterten im frühen Handel jeweils um 0,7 Prozent, gaben ihre Gewinne nach rund einer Stunde Handel fast komplett wieder ab.

Anleger in den USA bleiben zurückhaltend: Während es Entspannungssignale im Streit zwischen USA und EU gibt, schaukelt sich der Zollstreit zwischen den USA und China weiter hoch. Als Vergeltung für das Inkrafttreten von 25-prozentigen Sonderzöllen der USA auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar an diesem Freitag wird Peking wahrscheinlich bereits am Freitag Gegenmaßnahmen in ähnlichem Umfang erlassen, wie der Zoll mitteilte.

Tesla verliert mehr als 15 Prozent binnen einer Woche

Außerdem setzte die Aktie des US-Elektrobauers Tesla Börsen-Chart zeigen am Donnerstag ihren Kursrutsch fort. Der Autobauer hatte zu Wochenbeginn vermeldet, dass das Produktionsziel von 5000 Model 3 pro Woche per Ende Juni erreicht worden sei. Dennoch trauen Investoren dem einstigen Börsenliebling nicht zu, diese Werte dauerhaft einzuhalten. Am Donnerstag gab die Aktie des Nasdaq-Schwergewichts weitere 4 Prozent nach. Die Verluste binnen einer Woche betragen inzwischen mehr als 15 Prozent. Zuvor war die Aktie jedoch auch stark gestiegen.

Börsen in Asien fallen weiter, CSI unter Druck

Der Handelsstreit zwischen den USA und China bleibt das bestimmende Thema an den asiatischen Aktienmärkten. So kündigte Pekings Zollverwaltung einen Tag vor Inkrafttreten von Sonderzöllen der USA auf Waren aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar an, dass die chinesischen Gegenmaßnahmen mit Abgaben auf US-Einfuhren in ähnlicher Höhe "sofort nach den neuen US-Zöllen" an diesem Freitag umgesetzt werden, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Anleger treibt mit Blick auf die Zölle schon länger die Angst vor den negativen Folgen für die Wirtschaft um. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland setzte auch am Donnerstag seinen Abwärtstrend fort. Er schloss 0,63 Prozent tiefer mit 3342,44 Punkten. Im Jahresverlauf hat er nun schon mehr als 17 Prozent eingebüßt.

In Hong Kong fiel der Hang Seng Börsen-Chart zeigen um zuletzt 0,74 Prozent auf 28 032,36 Punkte. Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen fiel zum Handelsschluss um 0,78 Prozent auf 21 546,99 Punkte

Euro legt nach deutschen Konjunkturdaten zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Donnerstag nach robusten deutschen Industriedaten gestiegen. Die Gemeinschaftswährung kostete im Mittagshandel 1,17 US-Dollar und damit etwa einen halben Cent mehr als am frühen Morgen. Der amerikanische Dollar tendierte dagegen zu vielen Währungen etwas schwächer. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1642 Dollar festgesetzt.

Beflügelt wurde der Euro zum einen durch Konjunkturdaten aus Deutschland. So hat die deutsche Industrie im Mai erstmals in diesem Jahr mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Ing-Diba-Chefökonom Carsten Brzeski sprach von einem Lebenszeichen für den deutschen Aufschwung, nachdem Konjunkturdaten in den vergangenen Monaten oft schwach ausgefallen waren. "Vorausgesetzt der Handelsstreit eskaliert nicht weiter, wird das deutsche Wachstum im zweiten Halbjahr wieder etwas an Schwung gewinnen", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank.

Zum anderen profitierte der Euro Börsen-Chart zeigen von Hinweisen auf die künftige Geldpolitik im Währungsraum. Am Mittwochabend hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass nach Einschätzung einiger nicht genannter EZB-Vertreter die Leitzinsen bereits im September oder im Oktober 2019 angehoben werden könnten. Bisher hatten viele Marktteilnehmer einen späteren Termin ins Auge gefasst. Aktuell sichert die EZB zu, ihre Leitzinsen über den Sommer 2019 hinweg konstant zu halten.

cr/rtr/dpa

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