Montag, 16. Juli 2018

Börse Kursrutsch bei Tesla drückt Nasdaq ins Minus

Der Asylstreit zwischen den Unionsparteien ist vorerst beigelegt. Anleger zeigen sich erleichtert. In den USA kommen Dow und Nasdaq vor dem Feiertag jedoch kaum vom Fleck - die Verluste bei Tesla und Facebook trüben die Stimmung im Tech-Sektor.

Die Einigung im Asylstreit zwischen CSU und CDU sorgt bei Anlegern für Erleichterung: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen baute bis Dienstag Mittag seine Gewinne zeitweise auf 1,3 Prozent aus und notierte zeitweise bei 12.400 Punkten. Da jedoch die US-Börsen nur verhalten in den Tag starteten, schrumpften die Gewinne im Dax zuletzt wieder auf 0,9 Prozent zusammen. Der Dax beendete den Xetra-Handel bei 12.349 Punkten.

Zu den Gewinnern gehörten die Energiewerte RWE Börsen-Chart zeigen und Eon sowie die Allianz mit Gewinnen zwischen 2 und 3,5 Prozent. Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen ging es am Dienstagvormittag um 0,6 Prozent hoch, und der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen gewann 0,8 Prozent hinzu.

Wall Street vor Independence Day kaum verändert

Die US-Börsen notierten am Dienstag kaum verändert. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt 0,1 Prozent im Plus. Der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gab dagegen um 0,4 Prozent nach.

In New York endet der Aktienhandel am Dienstag vor dem "Independence Day" bereits nach einer halben Handelssitzung. Viele Anleger nutzen den Feiertag für eine Auszeit und bleiben dem Markt in dieser Woche fern, was sich am Vortag schon in einem niedrigen Handelsvolumen äußerte.

Im Zollstreit mit China zeichnet sich unterdessen weiterhin keine Lösung ab. Eher noch rüstet sich China für eine Eskalation. Die Notenbank versicherte in Peking, einem Kursverfall beim chinesischen Yuan nicht tatenlos zusehen zu wollen.

SEC ermittelt im Fall Facebook, Tesla bleibt unter Druck

Unter Druck gerieten die Aktien von Fluggesellschaften: Für American Airlines, Delta Air Lines sowie United Continental ging es jeweils 1,5 Prozent bergab. Als Grund gilt eine pessimistische Studie der Deutschen Bank, die für alle drei Aktien ihre bisherige Kaufempfehlung aufgab.

Auch die Aktie von Facebook Börsen-Chart zeigen gab rund 2 Prozent nach, weil das Soziale Netzwerk weiter wegen seinem Datenskandal unter Druck steht. Wie das Unternehmen der "Washington Post" und der "New York Times" bestätigte, wird es mit dem Justizministerium, dem FBI und der Börsenaufsicht SEC nun von weiteren US-Behörden unter die Lupe genommen.

Die Aktien von Tesla Börsen-Chart zeigen büßten unterdessen mehr als 4 Prozent ein, womit sie an ihren Kursrutsch vom Vortag anknüpfen. Binnen zwei Handelstagen hat die Aktie bereits mehr als 10 Prozent an Wert verloren.

Börsianer verwiesen hier als neue Belastung auf einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach mit Doug Field ein wichtiger Ingenieur das Unternehmen verlasse. Zudem rät die US-Bank Goldman Sachs zum Verkauf der Aktie. Zwar habe Tesla erstmals geschafft, 5000 Model 3 binnen einer Woche zu produzieren. Goldman Sachs bezweifelt jedoch, dass Tesla seine ehrgeizigen Verkaufsziele erreichen werde.


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Asylstreit in der Union: Trügerische Ruhe

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer haben ihren erbitterten Asylstreit beigelegt und ein Auseinanderbrechen der Union vorerst abgewendet. Die Schwesterparteien wollen nun Transitzentren für bereits in anderen EU-Ländern registrierte Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze einrichten. Aus diesen Zentren sollen Asylbewerber direkt in die zuständigen Länder zurückgewiesen werden. "Das befürchtete Auseinanderbrechen der Union aus CDU und CSU wurde damit abgewendet", sagte Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel. Nun werde sich der Blick der Investoren wieder der Konjunktur zuwenden. Vor allem die europäischen Einzelhandelsumsätze und die Auftragseingänge in den USA im Mai stünden im Fokus.

Allianz kauft Aktien zurück

Im Dax waren die Anteilsscheine der Allianz Börsen-Chart zeigen mit fast 2 Prozent Plus der Favorit der Anleger. Sie profitierten von der Ankündigung des Versicherungskonzerns, bis Ende September eigene Aktien für bis zu eine Milliarde Euro zurückzukaufen.

Bei der Merck KGaA Börsen-Chart zeigen stand ein überdurchschnittliches Kursplus von 0,83 Prozent zu Buche. Der Pharma- und Chemiekonzern will sein schwächelndes Geschäft mit Spezialmaterialien in den kommenden Jahren wieder auf Wachstumskurs bringen.

Die Commerzbank-Aktien Börsen-Chart zeigen verteuerten sich dank Fortschritten beim Konzernumbau um 1,19 Prozent. Die Sparte EMC, in dem das Geldhaus sein Geschäft mit Aktienderivaten und börsengehandelten Fonds (ETFs) bündelt, wird wie erwartet an die französische Großbank Société Générale verkauft.

Im SDax Börsen-Chart zeigen der geringer kapitalisierten Unternehmen verteuerten sich Grenke-Papiere um knapp 3,5 Prozent. Sie profitierten davon, dass der IT-Leasing-Anbieter seine Jahresprognose für das Leasing-Neugeschäft anhob.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag stabil über der Marke von 1,16 US-Dollar gehalten. Die leichten Gewinne, die die Gemeinschaftswährung am späten Vorabend nach der Einigung im Asylstreit zwischen den Unionsparteien erzielt hatte, konnten nicht ganz gehalten werden. Am Dienstagmorgen kostete ein Euro 1,1630 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1639 Dollar festgelegt.

Am Dienstag stehen nur wenige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, die dem Devisenhandel stärkere Impulse geben könnten. Zu nennen sind in erster Linie Auftragszahlen aus der amerikanischen Industrie. In Europa gibt das Statistikamt Eurostat Umsatzzahlen für den Einzelhandel der Eurozone bekannt. Am Abend wird sich EZB-Chefvolkswirt Peter Praet in einer Rede zur Geldpolitik im Währungsraum äußern.

Ölpreise wieder gestiegen

Die Ölpreise sind am Dienstag nach einer Verschnaufpause am Vortag wieder gestiegen. Während der US-Ölpreis auf einen neuen dreieinhalbjährigen Höchststand stieg, legte auch Nordseeöl zu. Das knappe Angebot bestimmt derzeit das Marktgeschehen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August kostete am Morgen 77,82 US-Dollar. Das waren 52 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 73 Cent auf 74,67 Dollar.

In den vergangenen Wochen sind die Ölpreise im Trend deutlich gestiegen. Ausschlaggebend ist das knappe Angebot an Erdöl, das zurückgeht auf Angebotsengpässe in zahlreichen Förderländern. Zwar will die Opec zusammen mit anderen Ländern wie Russland ihre Produktion ausweiten. Es ist aber fraglich, ob es angesichts einer rückläufigen Produktion in Ländern wie Libyen oder Venezuela unter dem Strich zu einer nennenswert höheren Förderung kommt.

Neue Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg deuten das Problem an: Demnach hat der Ölriese Saudi-Arabien seine Tagesproduktion im Juni kräftig um 330.000 Barrel ausgeweitet. Für die Opec insgesamt verbleibt jedoch nur eine Ausweitung um 30.000 Barrel je Tag. Verantwortlich dafür werden die hohen Produktionsausfälle in anderen Mitgliedsländern gemacht.

dpa-afx, rtr

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