Dienstag, 17. Juli 2018

Börse Dow Jones bremst Dax erneut aus

Nach dem Kursrutsch vom Vortag gibt der deutsche Leitindex Dax am Dienstag weiter nach. Die Lage bleibt wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China angespannt. In den USA legt die Aktie von General Electric (GE) deutlich zu, der Dow Jones kommt jedoch nicht vom Fleck.

Zittern an den Börsen: Nach dem Kursrutsch der vergangenen Tage hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag einen Erholungsversuch gestartet, diesen jedoch wieder abgebrochen. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,3 Prozent schwächer und setzte damit seinen Abwärtstrend fort. Der Index schloss nur knapp über der Marke von 12.200 Punkten. Noch vor zwei Wochen hatte der Dax über der Marke von 13.100 Zählern notiert.

"Die Stimmung auf dem Börsenparkett bleibt angespannt", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Der globale Handelskonflikt werde Börsianer weiterhin beschäftigen. Zudem rücke der Asylstreit wieder in den Mittelpunkt angesichts des bevorstehenden Gipfels der Europäischen Union (EU).

Tags zuvor hatte der Dax nach einem Rutsch um knapp 2,5 Prozent am Tagestief auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte April geschlossen. Marktanalyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets sprach von immer stärkerer Risikoscheu der Anleger im Zuge der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA auf der einen sowie China und der EU auf der anderen Seite.


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Dow Jones kaum verändert, General Electric gefragt nach Radikalkur

An der Wall Street starteten die Indizes nach dem Kursrutsch zu Wochenbeginn kaum verändert. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial Börsen-Chart zeigen notierte bis zum Abend 0,3 Prozent fester bei 24 320 Punkten. Am Montag war der Dow zeitweise um mehr als 2 Prozent abgesackt, bevor er sich wieder etwas erholte. Die Anleger befürchteten eine weitere Verschärfung des weltweiten Handelsstreits.

Auch an der Tech-Börse Nasdaq blieben Anleger vorsichtig. Der Technologieindex Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen legte zuletzt lediglich um 0,2 Prozent zu.

Auf Unternehmensseite ist der Großumbau bei General Electric Börsen-Chart zeigen (GE) das Thema des Tages. Der Industrieriese sucht mit einer Radikalkur den Weg aus der Krise und will sich künftig nur noch auf die Felder Kraftwerke, Erneuerbare Energien und Luftfahrt konzentrieren. Die Medizintechnik hingegen wird GE ausgliedern und die Öl- und Gastochter Baker Hughes in den kommenden zwei bis drei Jahren verkaufen.

Die GE-Anleger feierten die Pläne: Die Papiere zogen im vorbörslichen US-Handel um rund 5,5 Prozent an. Für die Anteilsscheine von Baker Hughes ging es um knapp 1 Prozent hoch. Für die GE-Aktien endet derweil an diesem Dienstag die mehr als 100-jährige Mitgliedschaft im Dow Jones Börsen-Chart zeigen . Sie werden von der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens ersetzt.

Die Papiere von Intel Börsen-Chart zeigen litten unter einer skeptischen Analystenstudie und verloren vorbörslich rund 2 Prozent. Nach dem abrupten Ausscheiden des Konzernchefs Brian Krzanich gebe es bei dem Chipkonzern nun ein Führungsvakuum, schrieb der Experte Stacy Rasgon vom Analysehaus Bernstein Research.

Infineon und Linde starten Erholungsversuch

Einige der größten Kursverlierer vom Montag lagen in der Erholung nun vor. So verteuerten sich Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen um 1,7 Prozent, nachdem sie tags zuvor um mehr als 5 Prozent abgesackt waren. Auch Linde-Aktien Börsen-Chart zeigen, die am Vortag stark unter Druck geraten waren, erholten sich um 1,3 Prozent.

Papiere von Osram Börsen-Chart zeigen, die am Montag um fast 12 Prozent eingebrochen waren, stiegen um 0,8 Prozent. ElringKlinger Börsen-Chart zeigen, am Vortag nach einer Gewinnwarnung um fast 9 Prozent abgesackt, legten um 0,9 Prozent zu.

Daneben bewegten Analystenkommentare die Kurse: Aktien von ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen profitierten von einer Hochstufung durch die Bank UBS und rückten um 2 Prozent vor. Eine Verkaufsempfehlung der Citigroup drückte den Kurs des Windturbinenherstellers Nordex Börsen-Chart zeigen um 4,7 Prozent nach unten. Das Bankhaus Lampe riet bei Aktien von Sixt Börsen-Chart zeigen zum Kauf, was den Kurs um 2,5 Prozent nach oben trieb.

Euro und Ölpreise kaum verändert

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag kaum verändert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1716 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1700 (Freitag: 1,1648) Dollar festgesetzt.

Am Vortag hatte ein nur leichter Rückgang beim Ifo-Geschäftsklima für Deutschland den Euro gestützt, weil manch ein Experte schlechtere Zahlen erwartet hatte.

Nach deutlicheren Kursschwankungen seit Freitag haben sich die Preise inzwischen wieder in etwa auf ihrem vorherigen Niveau stabilisiert. Am Wochenende hatte das Bündnis Opec+, bestehend aus dem Ölkartell Opec und anderen großen Förderern wie Russland, eine Ausweitung der Tagesförderung um etwa eine Million Barrel beschlossen.

Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August kostete am Morgen 74,79 US-Dollar. Das waren 6 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 18 Cent auf 68,27 Dollar.

rtr, dpa-afx

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