Sonntag, 16. Dezember 2018

Amazon, Apple und Netflix knicken ein Dax und Dow wanken, Trump lässt US-Tech-Stars taumeln

Der Kursrutsch geht weiter: Der Dax baut am Montag seine Verluste aus. Auch in den USA geraten Dow Jones Industrial und Nasdaq wegen des von Trump angezettelten Handelsstreits unter Druck: Die Tech-Lieblinge Amazon, Netflix, Facebook und Apple geben deutlich nach.

Der eskalierende Handelsstreit zwischen USA, China und der EU schlägt Anleger in die Flucht. Für den Dax Börsen-Chart zeigen ging es am Montag weiter abwärts. Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) baute der deutsche Leitindex seine Verluste auf 2,5 Prozent aus und schloss bei 12.270 Punkten. Binnen zwei Wochen hat der deutsche Leitindex rund 800 Punkte an Wert verloren.

Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Eurozone verlor ähnlich deutlich. Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten auf der einen und China sowie der EU auf der anderen Seite treibt die Anleger immer weiter in die Defensive. Viele Investoren bringen Geld in Sicherheit.

Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen ging es um 1,8 Prozent nach unten. Der TecDax büßte 1,7 Prozent ein.

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump nach Vergeltungszöllen der EU den europäischen Autoherstellern erneut mit Sonderzöllen gedroht, was den Dax deutlich belastete. Doch nun fallen Trumps Drohungen auch auf die US-Börsen zurück. Trump werde seine Handelspartner nicht von der Ernsthaftigkeit seiner Drohungen überzeugen, ohne auch die weltweiten Finanzmärkte davon zu überzeugen, hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs bereits in der vergangenen Woche gewarnt.

FAANG unter Druck - Trumps Pläne schicken Tech-Lieblinge abwärts

Auch die erfolgsverwöhnten US-Börsen bekommen den protektionistischen Kurs ihres Präsidenten inzwischen zu spüren. Der Grund: Trump verschärfte auch den Ton Richtung China und will chinesische Investitionen in US-Technologiefirmen künftig unterbinden. Daher gerieten auch die US-Technologie-Schwergewichte unter Abgabedruck und beendeten ihre jüngste Rekordjagd: Die Aktien von Amazon Börsen-Chart zeigen, Facebook Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen und Netflix Börsen-Chart zeigen, die so genannten FAANG Werte, verloren am Montag zwischen 4 und 7 Prozent an Wert.

Wall Street: Trumps Handelsstreit belastet Dow und Nasdaq

Auch in den USA geraten die Indizes unter Druck: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete am Montag 1,1 Prozent tiefer. Auch an der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen, die zuletzt von Rekord zu Rekord geeilt war, setzen nun verstärkt Gewinnmitnahmen ein. Selbst Tech-Schwergewichte wie Amazon Börsen-Chart zeigen oder Netflix Börsen-Chart zeigen, die zuletzt wie an der Schnur gezogen von Rekord zu Rekord geeilt waren, gaben im frühen Handel spürbar nach.

Trump will Tech-Investitionen aus China erschweren

Die USA wollen die Auseinandersetzungen mit China offenbar in dieser Woche mit einer massiven Einschränkung chinesischer Investitionen in den Vereinigten Staaten weiter verschärfen. US-Finanzminister Steven Mnuchin wolle an diesem Freitag seine Pläne vorstellen, wie die Hürden für eine Beteiligung von chinesischen Konzernen an US-Unternehmen bestimmter Branchen weiter erhöht werden sollen, berichteten die Nachrichtenagentur Bloomberg und andere US-Medien unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Angesichts dessen zählten - wie zuvor schon in Europa - Tech-Werte zu den Verlierern.

Apple und Intel unter Druck

So fielen die Aktien von Intel Börsen-Chart zeigen um mehr als 2 Prozent. Nach dem Ausscheiden des Konzernchefs Brian Krzanich sei der Chipkonzern nun wie ein Schiff ohne Segel, monierten Analysten. So komme zur allgemeinem Unsicherheit über die langfristigen Geschäftsperspektiven nun noch ein Machtvakuum hinzu. Die Anteilsscheine von Apple Börsen-Chart zeigen gaben zuletzt rund 1 Prozent nach. Der Computerkonzern räumte ein, dass Tastaturen seiner neueren Macbook-Laptops anfällig für Probleme sein können und repariert sie kostenlos.

Ifo-Index fällt deutlich - "Der Boom ist vorbei"

Auf die Stimmung der Aktionäre drückte auch der rückläufige Ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser von der Börse viel beachtete Stimmungsindikator in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft fiel angesichts des Handelsstreits mit den USA so schlecht aus wie seit über einem Jahr nicht mehr. "Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sinkt", erklärte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. "Damit verdichten sich Hinweise, dass die konjunkturelle Dynamik nachlässt." Jedoch gebe es keine Anzeichen für eine starke Wirtschaftsabkühlung.

Finanz- und Autowerte unter Druck, Deutsche Bank nahe Zehnjahrestief

Besonders deutlich bergab ging es europaweit für Finanzwerte. Am deutschen Markt zeigte sich dies mit Abschlägen von 2,4 Prozent bei der Commerzbank und 1,6 Prozent bei der Deutschen Bank . Die Aktie der Deutschen Bank notierte zuletzt nur noch bei 9,30 Euro und damit auf dem tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren.

Südzucker rutschten im Nebenwerteindex SDax Börsen-Chart zeigen um mehr als 4 Prozent ab. Auslöser ist eine Verkaufsempfehlung der Investmentbank Goldman Sachs.

Deutsche Post im Blick

Die Aktien der Deutschen Post sind am Montagmorgen nach einem Artikel im "Handelsblatt" über zunehmende Konkurrenz durch Amazon unter Druck geraten. Sie fielen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um 0,14 Prozent auf 29,23 Euro. Nach der jüngsten Gewinnwarnung des Paketversenders könnte dieser Artikel die trübe Stimmung der Anleger weiter belasten.

Vor dem Wochenende waren die Post-Aktien im Handelsverlauf unter die Marke von 29 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Ende 2016 gerutscht, bevor sie sich ein wenig berappelten. Im bisherigen Jahresverlauf sind die Papiere mit einem Minus von mehr als 26 Prozent unter den größten Verlierern im Dax Börsen-Chart zeigen.

Im Technologieindex TecDax gewannen die Titel von Nordex Börsen-Chart zeigen zwei Prozent. Der Windturbinenbauer erhielt einen Großauftrag aus Brasilien, er soll dort einen Windpark mit einer Kapazität von 123 Megawatt bauen. Die ebenfalls im TecDax notierten Titel von Evotec Börsen-Chart zeigen rückten knapp ein halbes Prozent vor. Der Biotechkonzern erhielt eine zweite Meilensteinzahlung von seinem französischen Partner Sanofi im Volumen von drei Millionen Euro.

Euro stabil - Yen und Lira legen zu

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich am Montag weitgehend stabil präsentiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1650 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1648 Dollar festgesetzt.

Kursgewinne verzeichnete am Montagmorgen der als sicherer Hafen geltende japanische Yen. Auslöser war ein Medienbericht, wonach die US-Regierung plant, verschärft gegen chinesische Investitionen in den USA vorzugehen. Sollten die Pläne wahr werden, würde sich der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter verschärfen.

Auftrieb erhielt auch die türkische Lira. Gegenüber US-Dollar und Euro legte die Landeswährung der Türkei um jeweils knapp ein Prozent zu. Am Markt wurde als Grund der eindeutige Ausgang der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vom Wochenende genannt. Nach Angaben der Wahlkommission hat Präsident Recep Tayyip Erdogan die Präsidentenwahl gewonnen, während seine Partei AKP eine absolute Mehrheit der Mandate im Parlament erringen konnte.

Ölpreise fallen nach Opec-Entscheidung

Die Ölpreise sind am Montag gefallen, wenn auch unterschiedlich stark. Der Preis für Rohöl aus der Nordsee gab deutlich nach, während für amerikanisches Leichtöl nur etwas weniger bezahlt werden musste. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August 74,14 US-Dollar. Das waren 1,41 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank dagegen nur um 23 Cent auf 68,35 Dollar.

Marktbeobachter begründeten die unterschiedlich starke Preisreaktion der beiden wichtigsten Ölsorten der Welt mit dem absehbaren Angebot. Am Wochenende hatte das Bündnis Opec+, bestehend aus dem Ölkartell Opec und anderen großen Förderern wie Russland, eine Ausweitung der Tagesförderung um etwa eine Million Barrel beschlossen. Der Großteil des zusätzlichen Öls geht aufgrund von Handelsbeziehungen nach Europa und Asien. Der US-Ölpreis ist daher weniger von der Ausweitung betroffen.

mit Nachrichtenagenturen

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