Montag, 24. September 2018

Börse Dow Jones und Dax rutschen ab, Anleger nervös

Die Gewinnwarnung von Daimler wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China belastet deutsche Autobauer. Die Daimler-Aktie fällt auf ein Zweijahrestief und zieht den Dax mit sich nach unten. Auch der Dow Jones rutscht ins Minus.

Hohe Kursverluste bei Automobil-Aktien nach einer Gewinnwarnung von Daimler haben am Donnerstag den Dax Börsen-Chart zeigen deutlich unter die Marke von 12.600 Punkten gedrückt. Bis zum Nachmittag verlor der deutsche Leitindex 1,4 Prozent auf 12.511 Punkte. Die Daimler-Papiere sackten um mehr als 4 Prozent ab. In der europäischen Stoxx-600-Branchenübersicht war der Autosektor mit minus 2,5 Prozent der schwächste.

An der Wall Street hinterließ der Zollstreit zwischen den USA und China ebenfalls seine Spuren. Der Dow-Jones-Index Börsen-Chart zeigen verlor zuletzt 0,3 Prozent, der S&P 500 und der Nasdaq-Composite notierten kaum verändert. Dass als erster Dax-Konzern Daimler wegen des globalen Handelsstreits mit einem Gewinnrückgang rechnet, bremste auch in New York die Kauflaune.

Intel-Chef tritt zurück

Für viel Gesprächsstoff sorgte Intel. Konzernchef Brian Krzanich nimmt überraschend seinen Hut. Der Chipgigant begründete dies mit einer Beziehung Krzanichs zu einer Person aus der Intel-Belegschaft. Finanzchef Robert Swan wird vorübergehend das Ruder übernehmen. Intel kündigte zugleich an, Umsatz wie auch Gewinn je Aktie würden im zweiten Quartal über den Erwartungen liegen. 2018 werde ein weiteres Rekordjahr. Der Aktienkurs schwankte stark: Er sprang zunächst um zwei Prozent in die Höhe, ehe er über ein Prozent ins Minus rutschte.

An den asiatischen Börsen gab es am Donnerstag keine einheitliche Tendenz: In Japan gab es Gewinne, während die Börsen in China, Hongkong und Südkorea Verluste meldeten.


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Das Handelsthema bleibe akut, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader in einem Kommentar. Auf dem Börsenparkett sei zwar keine Panik spürbar, aber die Unsicherheit trübe die Stimmung. Anleger dürften daher noch vorsichtig bleiben. Viele glaubten aber daran, dass es doch noch zu einer Einigung zwischen den beteiligten Ländern komme. Schließlich stehe für China, die Europäische Union, aber auch für die USA zu viel auf dem Spiel.

Die Gewinnwarnung von Daimler Börsen-Chart zeigen sei eine Furche, die der Konflikt bereits sichtbar hinterlassen habe, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Im laufenden Jahr erwartet der Autokonzern nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) leicht unter dem Vorjahresniveau. Bisher hatte der Dax-Konzern ein Ebit leicht über dem 2017er Wert von 14,7 Milliarden Euro angepeilt. Der Konzern rechnet mit einer Zurückhaltung chinesischer Autokäufer und verwies am Mittwochabend zudem auf Kosten wegen des Rückrufs hunderttausender Dieselfahrzeuge in Europa.

Die Daimler-Papiere kosteten zuletzt 57,93 Euro. Zuvor hatten sie mit 57,65 Euro den tiefsten Stand seit dem Sommer 2016 markiert. Unter den negativen Nachrichten um Daimler litt der gesamte Sektor. Im Dax rutschten BMW Börsen-Chart zeigen sowie Volkswagen Börsen-Chart zeigen um 3,2 beziehungsweise 2,8 Prozent ab. Im MDax verloren die Zulieferer Leoni Börsen-Chart zeigen und Hella jeweils gut 2,5 Prozent.

Die Anteile des Sportartikelherstellers Adidas Börsen-Chart zeigen erholten sich mit plus 1 Prozent etwas von ihren seit Freitag aufgelaufenen Verlusten.

Vorne im Dax gewannen Fresenius Börsen-Chart zeigen mehr als 1 Prozent.

Merck KGaA Börsen-Chart zeigen rückten um 0,8 Prozent vor. Der gesamte Pharma- und Gesundheitssektor zeigte sich freundlich, auch weil es vom dänischen Insulinspezialisten Novo Nordisk positive Studiendaten zu einem Medikament gab, woraufhin dessen Aktien stark zulegten.

Oben im TecDax standen Aktien von Medizintechnik-Herstellern wie Siemens Healthineers Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 1,5 Prozent und Drägerwerk Börsen-Chart zeigen mit einem Zuwachs von einem halben Prozent.

Ein starker Ausblick des US-Chipherstellers Micron Technology half deutschen Halbleiterwerten letztlich nicht. Die im Dax notierten Infineon-Papiere Börsen-Chart zeigen gaben um 0,8 Prozent nach. Aixtron Börsen-Chart zeigen verloren im TecDax gut 2 Prozent und Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen 2,7 Prozent. Dialog hatten am Vortag bereits kräftige Einbußen verzeichnet. Die angestrebte Übernahme des US-Touchscreen-Herstellers Synaptics beurteilen viele Marktteilnehmer zunehmend skeptisch.

Euro bleibt unter 1,16 US-Dollar

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Donnerstag im frühen Handel gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,1557 US-Dollar gehandelt und damit etwas niedriger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1578 (Dienstag: 1,1534) Dollar festgesetzt.

Weiterhin dürfte der Devisenmarkt im Bann des schwelenden Handelskonfliktes zwischen China und den USA stehen. Zuletzt entspannte sich die Lage an den Märkten etwas. In der Eurozone beraten die Finanzminister über den Abschluss der Hilfen für Griechenland. Entschieden werden soll über die letzte Rate aus dem seit 2015 laufenden dritten Rettungsprogramm sowie über mögliche weitere Schuldenerleichterungen.

Beachtet werden dürfte im weiteren Handelsverlauf das britische Pfund. Die britische Notenbank wird ihre geldpolitischen Entscheidungen veröffentlichen. Es wird aber keine Änderung des Leitzinses erwartet. In den USA stehen am Nachmittag unter anderen noch Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und der Hauspreisentwicklung auf dem Kalender.

Ölpreise fallen, Einigung im Opec-Streit naht

Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August 74,24 US-Dollar. Das waren 50 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 27 Cent auf 65,44 Dollar.

Vor dem Treffen des Ölkartells Opec und anderen wichtigen Förderländer wie Russland an diesem Freitag haben sich die Einigungschancen offenbar verbessert. Vor allem das mächtige Opec-Land Saudi-Arabien will zusammen mit Russland eine höhere Förderung durchsetzen. Die Opec-Länder Iran, Irak, und Venezuela sperrten sich zuletzt dagegen. Der iranische Energieminister Bijan Namdar Zanganeh sagte am Mittwoch jedoch, er sei optimistisch, dass es zu einer Einigung kommen könne. Zuvor hatte er noch mit einem Veto gedroht.

Derzeit werde eine Anhebung der Fördermenge von 300.000 bis 1,5 Millionen Barrel täglich diskutiert, erklärt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Ein Anstieg um mehr als eine Million wäre aber völlig unrealistisch."

Hintergrund des Treffens ist die seit Anfang 2017 eingerichtete Fördergrenze durch das sogenannte "Opec+"-Bündnis. Dieses besteht aus den Opec-Ländern und weiteren großen Ölproduzenten wie Russland. Offenbar gibt es Bestrebungen, das eigentlich auf Zeit angelegte Bündnis zu einem dauerhaften Bund umzuwandeln.

dpa-afx, rtr

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