Montag, 25. Juni 2018

Vor US-Zinsentscheid Dax dreht ins Plus, US-Tech-Werte steigen wieder

Anleger halten sich am Mittwoch zurück. Alle warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed und vor allem auf Signale zum Ausmaß der zukünftigen Straffung. Im Blick stehen Aktien aus der zweiten und dritten Reihe.

Der Dax Börsen-Chart zeigen notiert am Mittwoch vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) kaum verändert. Die Anleger zeigten sich vorsichtig. Zum Handelsschluss lag der deutsche Leitindex mit 0,4 Prozent im Plus bei 12.890 Punkten. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen, notierte ebenfalls etwas höher bei 3481 Punkten.

An der Wall Street setzten vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank die Technologiewerte-Indizes ihre Rekordjagd fort. Die Standardaktien hingegen bewegten sich weiterhin kaum vom Fleck. Das historische Treffen von Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un am Dienstag hatte zuletzt viele Anleger kalt gelassen.

Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen sowie der S&P 500 bewegten sich zur Wochenmitte kaum. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 stieg um 0,4 Prozent auf 7235,8 Punkte.

Tags zuvor war der deutsche Leitindex noch bis in den Bereich um 12.950 Punkte gestiegen, der sich aber erneut als zu hohe Hürde erwiesen hatte. Letztlich ging der Dax nahezu unverändert bei 12.842,30 Punkten aus dem Handel. Erst ein Sprung über den Widerstand um die 13.000 Punkte oder ein Rutsch unter die Unterstützung, die bei 12.600 Zählern liegt, würde laut Chartexperten dem Börsenbarometer eine klare Richtung geben.

Unter den deutschen Nebenwerte-Indizes rückte der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen um 0,65 Prozent vor auf 26.952,53 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen stieg um 0,89 Prozent auf 2891,41 Zähler auf den höchsten Stand seit Anfang 2001. Der SDax Börsen-Chart zeigen der kleinen Börsenwerte erreichte sogar ein weiteres Rekordhoch.

An der Wall Street hatten sich die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen beendete die Sitzung fast unverändert, während der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen0,6 Prozent gewann. Der S&P500 stieg um 0,2 Prozent. In Tokio zog der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen am Mittwoch um 0,4 Prozent auf 22.970 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,8 Prozent auf 3055 Punkte.


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Fundamental richten sich die Blicke der Anleger auf die an diesem Abend (MESZ) anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Dabei geht es weniger um den nächsten Zinsschritt, der mit plus 0,25 Prozent als sicher gilt, sondern um die Zwischentöne. Der Fokus liegt daher auf möglichen Signalen zum Tempo und Ausmaß der weiteren geldpolitischen Straffung.

Aus Sicht der Commerzbank-Analystin Esther Reichelt müssen die Ausführungen von Fed-Chef Jerome Powell auch aus anderen Gründen unter die Lupe genommen werden. "Denn es gibt durchaus Entwicklungen, die den Zinserhöhungszyklus aus dem derzeitigen Autopilotenmodus reißen könnten, wie zum Beispiel der drohende Handelskrieg oder die Folgen der Steuerreform. Für den Dollar ist entscheidend, wie die Fed die sich daraus ergebenden Risiken bewertet."

Daneben richtete sich die Aufmerksamkeit auf Italien. Dort reagierten Investoren erleichtert auf die Äußerung des italienischen EU-Ministers Paolo Savona, dass der Euro "unverzichtbar" sei. Von anderen Mitgliedern der Regierung wären solche Aussagen wenig überraschend, von Savona seien sie dagegen bemerkenswert, sagte Commerzbank-Anlagestratege Christoph Rieger. Der 81-Jährige ehemalige Professor Savona hatte die Gemeinschaftswährung einst einen "historischen Fehler" genannt.

Anleger griffen daraufhin bei italienischen Staatsanleihen zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf bis zu 2,765 von zuvor 2,874 Prozent. Der Leitindex der Mailänder Aktienbörse stieg um überdurchschnittliche 0,6 Prozent. Der Euro notierte kaum verändert bei 1,1742 Dollar.

Wirecard nach erfolgreichem Adyen-Börsengang gefragt

Unternehmensseitig ging es bislang ruhig zu. Im MDax setzte sich die Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport Börsen-Chart zeigen nach starken Verkehrszahlen im Mai an die Index-Spitze mit plus 2,2 Prozent.

Wirecard Börsen-Chart zeigen legten im TecDax als Favorit um 4,3 Prozent zu und kosteten erstmals mehr als 150 Euro je Anteilsschein. Zuletzt ging es um noch 2,56 Prozent auf 149,95 Euro nach oben. Auftrieb gab der erfolgreiche Börsengang des Branchenkollegen Adyen in Amsterdam. Bei der Erstnotiz am Mittwoch schnellte der Kurs am Vormittag bis auf fast 480 Euro nach oben. Für die Investoren, die Aktien zum Ausgabepreis von 240 Euro zugeteilt bekommen hatten, bedeutete das eine Verdopplung ihres Einsatzes binnen weniger Stunden.

Morphosys Börsen-Chart zeigen stiegen um 1,0 Prozent. Das Biotech-Unternehmen meldete am Vorabend den Start einer neuen klinischen Phase-3-Studie mit dem Alzheimer-Mittel Gantenerumab zur Behandlung früher Erkrankungen. Bei klinischen Studien der Phase 3 wird das Arzneimittel an einem größeren Patientenkreis erprobt, um festzustellen, ob sich die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit auch bei zahlreichen unterschiedlichen Patienten bestätigen lässt.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwoch zunächst kaum verändert. Im frühen Handel kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1750 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Dienstagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1788 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte steht die amerikanische Geldpolitik im Mittelpunkt des Interesses. Am Abend wird die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung bekanntgeben. Eine weitere Anhebung des Leitzinsbandes wird an den Finanzmärkten fest erwartet. Es wäre die insgesamt siebte Erhöhung seit Beginn der Zinswende im Dezember 2015.

Das Augenmerk der Marktteilnehmer liegt auf dem geldpolitischen Ausblick: In diesem Jahr hat die Fed bislang einmal ihre Zinsen angehoben. Folgt heute die zweite Straffung, bliebe der Notenbank für das zweite Halbjahr 2018 gemäß aktueller Prognosen nur noch eine weitere Anhebung. Angesichts der robusten Konjunktur und der steigenden Inflation könnte es daher sein, dass die Fed heute eine zusätzliche Anhebung in Aussicht stellt.

Ölpreise fallen, Spekulationen um Förderanhebung

Die Ölpreise sind am Mittwoch moderat gefallen. Am Markt wurde auf Spekulationen über eine bevorstehende Förderanhebung durch große Produzenten verwiesen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August 75,68 US-Dollar. Das waren 20 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung fiel um 31 Cent auf 66,05 Dollar.

Eine Fördererhöhung durch das Ölkartell Opec und andere große Produzenten scheint konkretere Formen anzunehmen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Mittwoch mit Bezug auf eine informierte Person, Russland wolle eine Rückkehr zum Produktionsniveau vom Oktober 2016 vorschlagen. Das würde bedeuten, dass der Großteil der seit Anfang 2017 geltenden Förderkürzungen wegfallen würde.

Konkret gehe es um eine Anhebung der Tagesförderung um 1,8 Millionen Barrel, die auf die beteiligten Länder aufgeteilt werden soll. Dies würde bedeuten, dass die tatsächliche Förderanhebung etwas geringer ausfallen könnte, falls einzelne Länder ihre Produktion nicht anheben können oder wollen. Bislang haben Irak, Iran und Venezuela Widerstand gegen eine höhere Produktion signalisiert. Das Ölkartell Opec wird sich in der kommenden Woche in Wien treffen, um über die Angelegenheit zu beraten.

mg/dpa-afx/rtr

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