Montag, 20. August 2018

Börse Trump grinst, Dollar gibt nach, Dax rutscht ins Minus

Das historische Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un beeindruckt Investoren kaum. Der Dax fällt zurück ins Minus, und auch der Dollar gibt zum Euro nach. Die Aktien von Daimler starten einen Erholungsversuch.

Das nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump erfolgreich verlaufene Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea hat am Dienstag die Stimmung am deutschen Aktienmarkt nur kurzfristig gehoben. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte zu Handelsbeginn 0,7 Prozent auf 12.935 Punkte zu, fiel dann aber wieder zurück. Zuletzt notierte der Dax 0,2 Prozent im Minus bei 12.836 Punkten. Vor allem die Aktien von Post und Bayer setzen zuletzt ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage fort.

Auch der Dollar gab gegenüber dem Euro Börsen-Chart zeigen wieder nach. Trump und Kim Jong-un haben sich zu einer vollständigen Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel bekannt. Auf dieses Ziel arbeite man hin, heißt es in der Abschlusserklärung, die nach dem Gipfel von beiden Seiten unterzeichnet wurde. Den Angaben zufolge ist Trump bereit, dem isolierten Staat Sicherheitsgarantien zu gewährleisten. Die beiden Politiker bekundeten auch ihren Willen, eine dauerhafte Friedensordnung für Korea zu schaffen.

Der MDax Börsen-Chart zeigen, in dem sich die mittelgroßen Unternehmen befinden, rückte um 0,4 Prozent auf 26.837 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen stieg um 0,79 Prozent auf 2866 Zähler. Aufwärts ging es auch für den EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen. Der Leitindex der Eurozone legte um 0,20 Prozent auf 3487,33 Punkte zu.

Daimler muss 774.000 Autos zurückrufen - Aktie dennoch im Plus

Die Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen starteten am Dienstag einen Erholungsversuch, die Aktie legte zuletzt knapp 2 Prozent zu. Das Thema Abgasmanipulation bleibt weiter im Fokus: Am Vortag hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Klarheit von Vorstandschef Dieter Zetsche gefordert. Nun müssen die Stuttgarter wegen des Vorwurfs unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen, darunter 238.000 in Deutschland. Daimler will den Rückruf umsetzen, kündigte aber einen Widerspruch an. Laut einem Händler sind größere Kursverluste nicht zu erwarten, da Zetsche ebenfalls gesagt haben soll, dass ein milliardenschweres Ordnungsgeld vom Tisch sei.


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An der Wall Street trat der Dow-Jones-Index Börsen-Chart zeigen am Montag auf der Stelle. Er schloss unverändert bei 25.322 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,1 Prozent auf 2782 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 7659 Punkte.

In Tokio zog der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen am Dienstag um 0,4 Prozent auf 22.899 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,5 Prozent auf 3069 Punkte. Die Börse in Südkorea notierte kaum verändert bei 2472 Zählern.

Deutsche Post feuert Streetscooter-Chef

Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke abermals auf die Deutsche Post Börsen-Chart zeigen sowie auf die Autobauer. Der Bonner Logistikkonzern hatte erst in der vergangenen Woche die Anleger mit einer Gewinnwarnung wegen Problemen im Briefgeschäft geschockt und Restrukturierungen angekündigt. Nun soll nach Informationen von manager-magazin.de der Vorstand des erst kürzlich geschaffenen Ressorts für Mobilitätslösungen, Jürgen Gerdes, gehen. Grund sei Unzufriedenheit mit dessen langjähriger Tätigkeit als Chef der Kernsparte PeP (Postbriefe, E-Commerce, Pakete).

Volkswagen: Audi-Chef im Blick der Ermittler

Im VW-Konzern Börsen-Chart zeigen rückte der Audi-Chef in den Blick der Ermittler. Die Münchener Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren gegen Rupert Stadler sowie ein weiteres Vorstandsmitglied ein. Zur Sicherung von Beweismaterial wurden deren Privatwohnungen durchsucht. Zur Last gelegt wird ihnen "Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung". Beide sollen Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung in Europa in den Verkehr gebracht haben. Bei VW hieß es dazu, es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung.

Heidelberger Druck enttäuscht Anleger

Die Titel von HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen rückten nach der Vorlage von Quartalszahlen um ein Prozent vor und waren unter den Top-Favoriten im Dax.

Eine negative Studie könnte unterdessen die Anteile von Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen belasten. Die Schweizer Bank Credit Suisse hatte ihr Anlageurteil für das Spezialchemieunternehmen auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 135 auf 106 Euro gekappt. Analyst Mathew Hampshire-Waugh rechnet im kommenden Jahr mit einem Überangebot durch die Konkurrenz im Polysilizium-Geschäft und senkte daher seine operative Gewinnschätzung deutlich.

Für die Aktien von Heidelberger Druck Börsen-Chart zeigen ging es steil bergab, nachdem der Maschinenbauer für das neue Geschäftsjahr moderate Zuwächse beim Umsatz und Gewinn in Aussicht gestellt und damit Anleger enttäuscht hat. Die Aktien rutschen um 9,8 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief von 2,80 Euro ab und waren mit Abstand größter Verlierer im SDax Börsen-Chart zeigen.

Euro über 1,18 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag seine Erholung fortgesetzt und ist über die Marke von 1,18 US-Dollar gestiegen. Vor allem das jüngste Bekenntnis von Italiens Finanzminister zum Euro hat die Gemeinschaftswährung gestützt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1790 Dollar festgesetzt.

An Konjunkturdaten stehen am Dienstag in Europa die ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland Fokus. Sie geben einen Hinweis auf den Zustand der deutschen Konjunktur. In den USA werden Verbraucherpreisdaten veröffentlicht. Analysten rechnen mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 2,8 Prozent, der allerdings auch durch statistische Effekte getrieben sein dürfte.

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel zunächst kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August 76,49 US-Dollar. Das waren drei Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung stieg um 13 Cent auf 66,23 Dollar.

Hauptthema am Ölmarkt bleibt die Aussicht auf eine höhere Produktion durch das Ölkartell Opec und anderer großer Produzenten. Die beiden Ölriesen Saudi-Arabien und Russland hatten eine entsprechende Lockerung der seit Anfang 2017 geltenden Fördergrenze als denkbar bezeichnet. Das hat die Ölpreise in den vergangenen Wochen belastet.

Allerdings regt sich innerhalb der Opec Widerstand gegen das Vorhaben: Bislang haben sich mit Irak, Iran und Venezuela drei Staaten gegen eine höhere Produktion ausgesprochen. Die Opec trifft sich in der kommenden Woche in Wien, um über die Angelegenheit zu beraten.

mg/dpa-afx/rtr

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