Montag, 15. Oktober 2018

Börse Nasdaq unter Druck, Dax über 13.000 Punkten

Der Dax hält sich über 13.000 Zählern. Der schwache Euro stützt. Dagegen gibt die Technologiebörse Nasdaq weiter nach, und auch der Dow Jones schließt auf Wochensicht im Minus.

Nach einem harten Kampf um die Marke von 13.100 Punkten und dem Sprung darüber am Vortag ist dem Dax vor dem Wochenende die Luft ausgegangen. Der Leitindex schloss am Freitag 0,3 Prozent niedriger bei 13.077 Punkten.

Immerhin hat der Dax im Mai bislang um knapp 4 Prozent zugelegt. Für diese Woche steht ein Plus von 0,6 Prozent zu Buche - es ist der achte Wochengewinn in Folge.

Im frühen Handel hatte der Dax noch leicht zugelegt und war auf den höchsten Stand seit Anfang Februar gestiegen. Anschließend bröckelten die Kurse jedoch wieder ab.

Weder von der Konjunktur noch von den Unternehmen gab es größere Impulse. Auch die neuerliche Schwäche des Eurokurses konnte Investoren nicht mehr animieren, die Kurse weiter nach oben zu treiben.

Die Indizes der Nebenwerte traten auf der Stelle. So schloss der MDax Börsen-Chart zeigen der 50 mittelgroßen Unternehmen 0,03 Prozent höher bei 26 834,65 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen ging mit einem Plus von 0,04 Prozent auf 2805,99 Punkte ins Wochenende.

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Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich am Freitag schwächer. Der französische Leitindex CAC 40 und der britische FTSE 100 gaben leicht nach. An der Wall Street lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss hingegen leicht im Plus.

BMW und Telekom ex Dividende

Geprägt war der Handel am letzten Börsentag der Woche zum Einen von zahlreichen Dividendenabschlägen und zum Anderen von Analystenkommentaren. So waren die überdurchschnittlichen Kursverluste von Titeln wie BMW , SAP , Deutsche Telekom , Fresenius Medical Care, Freenet und Telefonica Deutschland den Ausschüttungen der Dividenden geschuldet.

Für Kursausschläge sorgten Analysten: So empfahl die Privatbank Berenberg einen Verkauf von Aktien der Deutschen Börse . Analyst Chris Turner verwies auf den im Jahresvergleich schwächeren Trend bei den Börsenumsätzen und riet zu Gewinnmitnahmen. Der Kurs fiel um 1,67 Prozent.

Puma testen 500 Euro Marke

Anteile von Puma Börsen-Chart zeigen gewannen 4,01 Prozent auf 480 Euro. In der Spitze hatten sie sogar bis auf 500 Euro zugelegt. Sie profitierten davon, dass die Investmentbank JPMorgan die Aktien mit "Overweight" in die Bewertung aufgenommen hatte.

Das US-Finanzhaus Raymond James äußerte sich lobend zu Ceconomy , was den Kurs des Händlers von Unterhaltungselektronik um 2,13 Prozent zulegen ließ. Den Kursverlust der Lufthansa -Aktie von 1,83 Prozent begründete ein Händler mit dem zuletzt stark gestiegenen Ölpreis.

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Wall Street: Dow Jones und Nasdaq leicht im Minus

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen hat sich am Freitag so gut wie nicht von der Stelle bewegt. Konfusion in puncto Handelskonflikt mit China bremste vor dem Wochenende das Interesse der Anleger an Aktien. Am Ende ging der Leitindex prozentual unverändert bei 24 715,09 Punkten aus dem Handel - und blieb damit in seiner engen Handelsspanne der vergangenen Tage.

Auf Wochensicht erlitt der Dow Jones Inustrial einen Abschlag von knapp einem halben Prozent.

Etwas Hoffnung kam beim Handelsstreit nach einem Medienbericht auf, wonach China Kreisen zufolge dazu bereit ist, den USA bei der Reduzierung ihres chronischen Handelsdefizits zu helfen. Dann aber folgten Dementis aus Fernost. "Nach wie vor herrscht Ungewissheit darüber, wie die Handelsgespräche mit China weitergehen", sagte daraufhin Marktanalyst David Madden von CMC Markets.

Applied Materials belastet Chipwerte an der Nasdaq

Am breiten Markt ging es zu Wochenschluss aber für Aktien nach unten: Der S&P 500 sank um 0,26 Prozent auf 2712,97 Punkte, während der Technologiewerte-Auswahlindex Nasdaq 100 sogar um 0,51 Prozent auf 6866,25 Punkte fiel. Hier setzte ein schwacher Ausblick von Applied Materials Börsen-Chart zeigen der Branche zu.

Die Papiere des Chipindustrieausrüsters gehörten an der Nasdaq mit einem Kursrutsch um mehr als 8 Prozent zu den größten Verlierern. Börsianer bemängelten vor allem die Umsatzprognose für das laufende dritte Geschäftsquartal. Die Perspektiven belasteten auch den Konkurrenten Lam Research mit Abgaben von fast 4 Prozent sowie einige Kunden aus der Chipbranche. So waren Intel Börsen-Chart zeigen im Dow mit einem 2,4-prozentigen Abschlag der größte Verlierer.

Auf der anderen Seite waren die Boeing Börsen-Chart zeigen -Aktien im Leitindex mit einem Anstieg um etwa 2 Prozent der Spitzenreiter. Börsianern zufolge erhielten sie Rückenwind von Medienberichten, wonach der Flugzeugbauer im Kampf um einen Großauftrag von United Airlines die Nase im Rennen mit seinem europäischen Widersacher Airbus vorn haben könnte. Der Absturz einer Boeing-Maschine in Kuba trübte das Bild nicht.

Schlechte Stimmung herrschte am Freitag auch bei den Aktionären von Baidu: Die Aktien des in den USA gelisteten chinesischen Suchmaschinenbetreibers sackten nach dem überraschenden Abschied des als wichtig erachteten Managers Qi Lu um 9,5 Prozent ab.

Paypal nach Übernahme gefragt, Campbell Soup bricht ein

Paypal Börsen-Chart zeigen dagegen waren an der Nasdaq mit 2 Prozent Plus ein Lichtblick. Der Online-Bezahldienst baut sein Geschäft mit dem Kauf von iZettle aus. Der schwedische Mobil-Bezahldienst, der auf Lesegeräte für Smartphones und Tablets spezialisiert ist, soll für 2,2 Milliarden Dollar übernommen werden.

Bei einigen Nebenwerten gab es Licht und Schatten. Die Aktien des Landmaschinenherstellers Deere & Co rückten trotz eines enttäuschenden zweiten Geschäftsquartals um fast 6 Prozent vor. Experten zeigten sich zufrieden mit geplanten Preiserhöhungen und einem angehobenen Gewinnausblick.

Bei Campbell Soup war genau das Gegenteil der Fall: Wegen einer gekürzten Jahresprognose und dem Abschied der bisherigen Konzernchefin Denise Morrison gingen die Papiere um über 12 Prozent in die Knie.


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Schließlich werden zum Wochenschluss einige Aktien mit Dividendenabschlag gehandelt. Dazu zählen der Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen sowie aus der Telekom- und Mobilfunkbranche die Unternehmen Deutsche Telekom , Freenet Börsen-Chart zeigen und Telefonica Deutschland Börsen-Chart zeigen.

Euro bei 1,18 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Freitag erneut unter die Marke von 1,18 US-Dollar gefallen: Sorgen um die neue Regierung in Italien belasten die Gemeinschaftswährung.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,43 Prozent am Donnerstag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,02 Prozent auf 139,59 Punkte zu. Der Bund-Future stieg am Abend um 0,56 Prozent auf 158,71 Punkte.

Der Eurokurs gab erneut nach und lag im späten europäischen Handel bei 1,1770 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1781 (Donnerstag: 1,1805) Dollar festgesetzt.

Ölpreise weiter über 80 Dollar

Am Donnerstag war der Preis für Brent Rohöl Börsen-Chart zeigen erstmals seit November 2014 über die Marke von 80 Dollar geklettert, während US-Rohöl bis zu 72,30 Dollar gekostet hatte. Rohstoffanalysten nennen gleich mehrere Preistreiber am Ölmarkt. Dazu gehören neue US-Sanktionen gegen den Iran, die stark gefallene Rohölförderung in dem Krisenstaat Venezuela sowie die anhaltende Angebotsverknappung durch das Ölkartell Opec und andere große Produzenten wie Russland.

mit dpa und Reuters

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