Sonntag, 19. August 2018

Börsenschluss Dax scheitert an 13.000-Punkte-Marke

Deutsche Bank: Weiter abwärts

Der Dax schließt am Montag unter der Marke von 13.000 Punkten. Nach sieben Wochengewinnen in Folge geht dem Index der Schwung aus. An der Wall Street legen Dow Jones und Nasdaq dagegen zum Handelsschluss in Deutschland weiter zu.

Nach sieben Wochengewinnen in Folge geht dem Dax Börsen-Chart zeigen die Puste aus. Der Leitindex kämpfte zu Beginn der neuen Woche mit der Marke von 13.000 Punkten - und verlor. Der Dax schloss am Montag 0,18 Prozent niedriger bei 12.977 Punkten. Sorgenvolle Blicke richteten sich auf Italien, wo sich mit der fremdenfeindlichen Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Partei ein Euro-kritisches Bündnis abzeichne. Ein solches könne den deutschen Aktienmarkt unter Druck setzen, sagte Analyst Jens Klatt von JK Trading. Auch die Nebenwerte-Indizes gaben leicht nach: Der MDax Börsen-Chart zeigen fiel um 0,21 Prozent auf 26.644 Punkte. Der TecDax Börsen-Chart zeigen rutschte um 0,23 Prozent auf 2773 Punkte ab.

Der Euro verteuerte sich auf 1,1980 Dollar. Er schmälerte damit nicht nur die Wettbewerbschancen heimischer Firmen auf dem Weltmarkt, sondern sorgt auch dafür, dass europäische Aktien für Käufer in den USA teurer werden. In Italien steuern rund zwei Monate nach der Parlamentswahl die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega auf eine Koalitionsregierung zu.

Italien: Lega Nord und 5-Sterne-Bewegung wollen Regierung bilden

Marktseitig wie auch wirtschafts- und europapolitisch dürfte diese Allianz das ungünstigste Bündnis darstellen, urteilten die Analysten der DZ Bank. Die beiden Parteien eine vor allem ihre Kritik an der EU und an deren Spar- und Reform-Vorgaben. Italien kämpft mit einem hohen Schuldenberg und hinkt dem Rest der Euro-Zone beim Wachstum hinterher. Vor diesem Hintergrund gab der Leitindex der Mailänder Börse nach. Italienische Anleihen verkauften Investoren ebenfalls. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bonds, die in der vergangenen Woche bereits zugelegt hatten, auf bis zu 1,903 von 1,883 Prozent.

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Short-Empfehlung belastet Deutsche Bank Aktie

Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen gaben zum Handelsschluss rund 1,3 Prozent nach, nachdem ein bekannter Hedgefonds-Manager zu Leerverkäufen (Shorts) in der Aktie geraten hatte. Mit Short-Positionen setzen Anleger auf fallende Kurse.

"Die Deutsche Bank ist eine Problembank", sagte Steve Eisman, Chef des Hedgefonds Neuberger Berman Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie habe Probleme mit der Profitabilität und werde im kommenden Jahr das Kapital erhöhen müssen. Über die Aktienposition seines Fonds in Papieren der Deutschen Bank machte Eisman keine Angaben. Eisman hatte den Zusammenbruch des Marktes mit Ramschkrediten auf US-Immobilien 2008 vorausgesagt.

Zudem hatte sich die britische Großbank HSBC am Montag mit Blick auf die Restrukturierung der Deutschen Bank negativ zu deren Profitabilität geäußert und die Dividendenprognosen für die Jahre 2018 bis 2020 gekürzt. Aktien der Commerzbank gaben 1,7 Prozent nach und bildeten damit das Dax-Schlusslicht. Unter anderem die Coba legt am morgigen Dienstag ihre Quartalszahlen vor.

Wall Street: Dow und Nasdaq mit Gewinnen, Anleger feiern ZTE-Hilfen

Nachlassende Spannungen im Zollkonflikt zwischen den USA und China dürften dem US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen zum Wochenstart neuen Auftrieb verleihen. Nach bereits sieben Tagen startete der US-Leitindex am Montag 0,2 Prozent höher bei 24.902 Punkten in den Handel und baute das Plus zum Handelsschluss in Deutschland auf 0,56 Prozent aus.

Händlern zufolge wird das Angebot von US-Präsident Donald Trump, bei der Rettung des chinesischen Smartphone-Herstellers ZTE zu helfen, als Zeichen der Entspannung im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften gewertet. Die USA hatten zuvor Sanktionen gegen ZTE wegen illegaler Lieferungen von Telekom-Ausrüstung an den Iran und Nordkorea verhängt. Da jedoch auch verschiedene US-Zulieferer unter dem Embargo leiden würden, drängt Trump auf eine Aufhebung des Embargos für ZTE.

An der Spitze des Dax lagen Merck KGaA Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 2,06 Prozent. Mit Bayer Börsen-Chart zeigen , FMC und Fresenius legten weitere Titel der Branche zu. Händler begründeten dies mit Erleichterung von Investoren über die Pläne der US-Regierung zur Preispolitik in der US-Pharmabranche. K+S Börsen-Chart zeigen gewannen 5,49 Prozent. Zwar war der Start des Düngemittel- und Salzproduzenten in das neue Jahr holprig gewesen. Positive Prognosen des Managements zu den Salzpreisen stützten jedoch den Kurs.

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Aktien von Airbus Group Börsen-Chart zeigen fielen um 2,45 Prozent. Zusammen mit CEO Tom Enders wird auch Finanzchef Harald Wilhelm den Flugzeugbauer im kommenden Jahr verlassen. Wilhelm stehe für Ausschüttungen an die Aktionäre, merkte Analyst Chris Hallam von Goldman Sachs an.

Medigene springt im TecDax um 10 Prozent

Einen Kurssprung von fast 10 Prozent nach oben vollführten Medigene Börsen-Chart zeigen. Hier sorgte die Aussicht auf Einnahmen in Millionenhöhe aus einer erweiterten Kooperation mit dem US-Konzern Bluebird für Euphorie unter Anlegern. Es geht um die Entwicklung von Antikörpern für den Einsatz gegen Krebserkrankungen. Mit ebenfalls fast 10 Prozent legten die Papiere des Maschinenbauers Aumann im TecDax zu. Der Trend zum Elektroauto hatte dem Unternehmen laut einem Analysten einen "Riesensprung" bei der Marge verschafft.

Für lange Gesichter sorgten zudem einige Firmenbilanzen. So rutschten die Aktien des Autozulieferers ElringKlinger Börsen-Chart zeigen im SDax Börsen-Chart zeigen zum Handelsschluss um mehr als 4 Prozent ab. Der operative Quartalsgewinn sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, urteilte Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe. Dadurch werde es schwieriger, das Gesamtjahresziel zu erreichen.

Euro weiter über 1,19 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Montag weiter deutlich über der Marke von 1,19 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1960 US-Dollarund damit in etwa so viel wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1934 Dollar festgesetzt.

Der Wochenbeginn fällt zumindest seitens der Konjunkturdaten ruhig aus. Es stehen kaum nennenswerte Zahlen auf dem Programm. Allerdings werden sich im Laufe des Tages zahlreiche Notenbanker zu Wort melden, darunter der Chefvolkswirt der EZB, der Belgier Peter Praet.

Aus den USA tritt mit James Bullard der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis ans Mikrofon. Bullard hat bis zuletzt immer wieder vor zu raschen Zinsanhebungen durch die US-Notenbank gewarnt, weil er in schnell steigenden Kurzfristzinsen ein konjunkturelles Risiko sieht. Hintergrund sind die in den vergangenen Wochen deutlich gestiegenen Kapitalmarktzinsen in den USA, die dem US-Dollar erheblichen Rückenwind verliehen haben.

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