Montag, 15. Oktober 2018

Börsen wanken, Tesla stürzt Dow Jones und Nasdaq ziehen Dax nach unten

Der Dax gibt nach der Kursrally vom Vortag wieder nach. In den USA taucht der Dow Jones ab, der Kurssturz von Tesla belastet die Technologiebörse Nasdaq.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat nach seinen kräftigen Vortagesgewinnen am Donnerstag wieder nachgegeben. Zuletzt fiel der Index um 0,5 Prozent auf 12.725 Punkte. Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen, Eon Börsen-Chart zeigen und RWE Börsen-Chart zeigen.

Dank des schwachen Euro Börsen-Chart zeigen und einer guten Stimmung unter Technologie-Aktien nach starken Zahlen von Apple hatte der Dax Börsen-Chart zeigen am Mittwoch um 1,5 Prozent zugelegt. Dabei war es ihm nach vorangegangenen wochenlangen Versuchen endlich auch wieder geglückt, die wichtige 200-Tage-Linie zu überwinden. Das löste Anschlusskäufe aus, so dass der Dax Börsen-Chart zeigen auf den höchsten Stand seit Anfang Februar klettern konnte.

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Da es zur Entscheidung der Fed über die Leitzinsen in den USA und das weitere Vorgehen am Vorabend keine Überraschungen gab, stehen an diesem Morgen in erster Linie Quartalsberichte im Fokus.

Kurssturz von Tesla belastet Nasdaq, Dow Jones taucht ab

In den USA gaben Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen zum Handelsauftakt jeweils nach. Vor allem der drohende Handelsstreit mit China sorgte dafür, dass der Dow seine Verluste auf zuletzt 250 Zähler ausbaute.

Die US-Währungshüter hatten am Mittwochabend wie weithin erwartet den Leitzins nicht angetastet. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Fed erst im Juni wieder eine Zinserhöhung beschließen wird.

Im frühen Handel stachen die Aktien des Elektroautobauers Tesla mit einem Kursrutsch von knapp 7 Prozent heraus. Bei der Quartalszahlenvorlage am Mittwoch hatte das Unternehmen die Erwartungen zwar übertroffen. Doch dann rückten immer mehr der Rekordverlust sowie die patzigen Aussagen von Tesla-Chef Elon Musk in den Blick der Anleger. Mehrere Analysten bekräftigten ihre Verkaufsempfehlungen für die Aktie und senkten teilweise zudem ihre Kursziele.

Tesla und Spotify stürzen

Beim Börsenneuling Spotify Börsen-Chart zeigen stand vor dem Handelsstart sogar ein Minus von knapp 10 Prozent zu Buche. Der Musikstreaming-Marktführer hat im vergangenen Quartal zwar fünf Millionen zahlende Abo-Kunden hinzugewonnen, steckt aber trotzdem weiterhin tief in den roten Zahlen fest. Vor genau einem Monat hatte Spotify ein fulminantes Börsendebüt hingelegt: Der Einstandskurs lag deutlich über dem von der New York Stock Exchange (NYSE) gesetzten Referenzkurs.

Sechs Dax-Unternehmen mit Zahlen

So legten bereits sechs Dax-Unternehmen ihre Zahlen vor: Adidas Börsen-Chart zeigen , Bayer Börsen-Chart zeigen , Fresenius und ihre Dialyse-Tochter FMC, Infineon Börsen-Chart zeigen sowie Vonovia.

Ebenso stehen zahlreiche Unternehmen aus der zweiten Reihe mit Zahlen auf der Agenda, unter ihnen etwa Compugroup , MTU , Pfeiffer Vaccum , Siemens Healthineersoder Xing . Am Nachmittag stehen dann vor allem US-Konjunkturdaten wie die Handelsbilanz oder der Auftragseingang der Industrie an.

Der Sportartikelhersteller Adidas Börsen-Chart zeigen machte beim Gewinn wieder einmal einen großen Sprung nach vorn. Dagegen wuchs der Umsatz wegen des starken Euro im ersten Quartal nur moderat. Vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate reagierte die Aktie allerdings nicht und zeigte sich im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag unverändert.

Bayer nach Zahlen gefragt

Beim Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer Börsen-Chart zeigen drückte ebenfalls der Eurokurs, so dass nun vorsichtiger in die Zukunft geschaut wird. Bayer senkte sein Jahresumsatzziel auf das untere Ende seiner Prognosespanne, hält aber unter Ausklammerung des Euro-Effektes an seinen Prognosen fest. Auf Tradegate sackte der Bayer-Kurs daraufhin um rund 2 Prozent ab, drehte im frühen Handel jedoch ins Plus und notierte zuletzt 1 Prozent fester.

Fresenius und FMC nach Zahlen kaum verändert

Der Gesundheitskonzern Fresenius und auch die Tochter Fresenius Medical Care (FMC) litten unter Wechselkurseffekten. Dem Dialyse-Spezialisten machten zudem Änderungen im US-Gesundheitssystem zu schaffen. Vorstandschef Rice Powell sieht das Unternehmen dennoch auf Kurs zu einem weiteren Rekordjahr. Die Umsatzprognose für 2018 hatte FMC bereits im April gesenkt. Der Mutterkonzern wuchs in allen Regionen und Sparten weiter und hielt so unverändert Kurs auf die Jahresziele. Vorbörslich gaben beide Papiere in gleichem Umfang nach, sie verloren jeweils moderate 0,3 Prozent.

Infineon steigert Gewinn, Aktie steigt

Der Chiphersteller Infineon legte in seinem zweiten Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu, weshalb er sich für das Gesamtjahr wieder etwas optimistischer gab. Auch für das laufende dritte Geschäftsquartal erwarten die Münchener weiteres Wachstum und gehen dabei von einem Euro/Dollar-Verhältnis von 1,25 aus. Anleger honorierten dies bereits vorbörslich. Die Aktie gewann 1,4 Prozent.

Vonovia kaum verändert

Auch bei Vonovia gab es - wie bei Adidas - keine vorbörsliche Kursreaktion. Deutschlands größter Immobilienkonzern hob nach der erfolgreichen Übernahme des österreichischen Konkurrenten Buwog sein Jahresziel an. Zudem will das Unternehmen in den schwedischen Markt einsteigen und bietet für den Konkurrenten Victoria Park insgesamt knapp 9,6 Milliarden schwedische Kronen (rund 900 Mio Euro) in bar.

Asiens Börsen überwiegend leichter

Vor den geplanten Gesprächen zwischen den USA und China zum Handelsstreits fassen Anleger asiatische Aktien nur mit spitzen Fingern an. Die Börsen in Hongkong, Taiwan und Singapur verloren jeweils mehr als ein Prozent. Der Leitindex in Shanghai hielt sich dagegen 0,6 Prozent im Plus.

Die japanischen Finanzmärkte blieben wegen eines Feiertages geschlossen. Im Tagesverlauf soll eine US-Delegation um Handelsminister Wilbur Ross und Finanzminister Steven Mnuchin mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsident Liu He zusammentreffen. Mit einem Durchbruch rechneten Experten allerdings nicht. Wahrscheinlich werde man sich nur darauf einigen, im Gespräch zu bleiben.

Euro knapp über 1,20 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat seine Talfahrt der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Nachdem die Gemeinschaftswährung in der Nacht zum Donnerstag noch zeitweise bis auf 1,1938 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar gefallen war, erholte sich der Kurs bis zum Donnerstagmorgen auf 1,1986 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,2007 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem der Euro in den vergangenen zwei Wochen mehr als drei Prozent an Wert verloren hatte. Am Mittwochabend hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins wie erwartet nicht weiter erhöht.

Die amerikanischen Währungshüter machten in der Stellungnahme zur Zinsentscheidung deutlich, dass sie die Zinsen weiterhin eher langsam anheben werden. Am Devisenmarkt wird der nächste Zinsschritt der Fed im Juni erwartet. Die robuste konjunkturelle Entwicklung in den USA und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen hatten dem Dollar zuletzt Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet.

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