Montag, 10. Dezember 2018

Kursrally an der Börse Euro stürzt, Dax stürmt auf Dreimonatshoch

Der Dax steigt vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank über die Marke von 12.800 Punkten und damit auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Der schwache Euro stützt den Index. Apple hebt die Stimmung an der Nasdaq.

Kursrally an den deutschen Börsen: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch nach der Feiertagspause um knapp 2 Prozent zugelegt und ist am Nachmittag zeitweise über die Marke von 12.800 Punkten gestiegen. Das ist der höchste Stand seit drei Monaten. Auch MDax Börsen-Chart zeigen und TecDax legten am Mittwoch deutlich zu.

Unterstützung kommt vom schwachen Euro, der zeitweise unter 1,20 US-Dollar gefallen ist. Die Gemeinschaftswährung kostete damit fast vier US-Cent weniger als Mitte April.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten auf Grund des schwächeren Euro die Autowerte Volkswagen, Daimler, BMW und Continental. Auch die Aktie von Infineon legte in Folge solider Apple-Absatzzahlen kräftig zu und gewann zeitweise mehr als 5 Prozent an Wert hinzu.

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Apple stützt Infineon, Dialog und Co

Daneben hellten die besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen von Apple Börsen-Chart zeigen die Stimmung der Anleger auf. Positiv sei vor allem der erneute Anstieg der Umsätze in der Service-Sparte, zu der der App-Store und der Musikstreaming-Dienst gehören, betonte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Schließlich reduziere es die Abhängigkeit des Elektronik-Anbieters vom iPhone-Absatz.

Apple-Titel stiegen zuletzt um drei Prozent. Die Papiere von europäischen Zulieferern wie Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen, IQE und Laird gewannen bis zu neun Prozent. Aber auch Chipwerte waren gefragt. Die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen und STMicroelectronics rückten jeweils etwa 5 Prozent vor. Der europäische Technologie-Index lag 1,1 Prozent im Plus.

Wall Street: Dow im Minus, Apple stützt Nasdaq

In New York startete der Dow Jones Börsen-Chart zeigen mit weiteren Verlusten in den Handel, nachdem er schon am Mai-Feiertag 0,3 Prozent verloren hatte. An der Technologiebörse Nasdaq legte der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen dagegen deutlich zu - hier stützten die Gewinne bei Apple den gesamten Sektor.

Fed-Entscheidung am Abend

Insgesamt hielten sich Anleger mit größeren Engagements allerdings zurück. Sie warteten gespannt auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend (20 Uhr MESZ). Eine Anhebung gilt an der Börse zwar als ausgeschlossen. Allerdings könnten die Notenbanker für die kommenden Monate drei statt bislang zwei weitere Schritte signalisieren, betonte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Rückschlüsse auf die US-Geldpolitik erhofften sich Investoren außerdem von den Daten der privaten Arbeitsagentur ADP, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Zahlen am Freitag liefern. Von Reuters befragte Analysten rechnen für April mit 200.000 neu geschaffenen Stellen in den USA.

Vivendi prüft Börsengang von UMG

Zu den Favoriten am europäischen Aktienmarkt gehörte außerdem Vivendi mit einem Kursplus von 3,7 Prozent. Der Aufsichtsrat des französischen Medienkonzerns will in zwei Wochen über die Zukunft der Tochter Universal Music Group (UMG) beraten. Börsianer spekulierten auf einen milliardenschweren Börsengang des weltgrößten Plattenlabels, bei dem Künstler wie die Beatles, Taylor Swift oder Rihanna unter Vertrag stehen.

Am Rohstoffmarkt stieg der Kupferpreis nach seiner Talfahrt der vergangenen Tage um 1,2 Prozent auf 6826 Dollar je Tonne. Das Industriemetall profitierte Börsianern zufolge von ermutigenden Konjunkturdaten aus China, dem weltgrößten Abnehmer von Kupfer.

Handelsstreit zwischen EU und USA schwelt weiter

Im Fokus bleibt der Handelsstreit zwischen der EU und den USA sowie die Fortschritte im Atomkonflikt mit Nordkorea. Die EU reagierte am Dienstag verärgert auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, europäische Stahl- und Aluminiumprodukte wieder nur befristet von neuen US-Zöllen auszunehmen. "Die US-Entscheidung verlängert die Unsicherheit auf den Märkten", teilte die zuständige EU-Kommission mit. Schon jetzt seien Konsequenzen zu spüren.

Telekom nach Sprint-Deal weiterhin im Blick

Ansonsten dürfte einmal mehr die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen Aufmerksamkeit auf sich ziehen, deren Aktien zuletzt um 0,7 Prozent stiegen. Nachdem die Anleger am Montag mit Zurückhaltung auf die Mega-Fusion der Tochter T-Mobile US mit Sprint reagierten, sind es nun die Quartalszahlen von T-Mobile US, die ausgewertet werden. Das rasante Wachstum der Telekom-Tochter setzte sich auch zu Jahresbeginn fort.

Euro knapp über 1,20 US-Dollar und nahe 4-Monats-Tief

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwochmorgen nur leicht von dem deutlichen Rückschlag am Dienstag erholt. Im frühen Handel notierte die europäische Gemeinschaftswährung knapp über der Marke von 1,20 US-Dollar. Zuletzt kostete ein Euro 1,2004 US-Dollar.

Am Dienstag war der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen bis auf 1,1982 US-Dollar gefallen und damit erstmals seit Mitte Januar unter die 1,20 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montag auf 1,2079 Dollar festgesetzt. Am Dienstag wurde wegen des Feiertages kein Referenzkurs ermittelt.

Der Dollar hatte am Dienstag zu allen wichtigen Währungen zugelegt. US-Präsident Donald Trump hatte die Schonfrist bei den US-Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminium für die EU-Staaten, Mexiko und Kanada bis zum ersten Juni verlängert.

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