Montag, 22. Oktober 2018

"Gewaltige Kosten" Gewinne der T-Aktie schmelzen, Dax kämpft mit 12.600 Punkten

Der Dax nimmt in der kurzen Handelswoche erneut einen Anlauf auf die 12.600 Punkte. Besonders gefragt sind Aktien der Deutschen Telekom: Die US-Tochter T-Mobile hat nun endlich ihre Übernahmepläne für den Rivalen Sprint unter Dach und Fach gebracht.

Die Schwelle von 12.600 Punkten bleibt für den Dax Börsen-Chart zeigen eine Herausforderung: Am Montagmittag der durch den Maifeiertag verkürzten Woche lag der deutsche Leitindex mit 0,18 Prozent im Plus bei 12.603,80 Punkten.

Am Morgen des ruhigen Handelstages hatte es der Dax angeführt von der Deutschen Telekom nach einem Fusionsdurchbruch in den USA bis auf 12.621 Punkte geschafft. Wie seit Mitte April bereits mehrfach konnte er sich aber nicht nachhaltig über die Hürde schieben. Bei 12.664 Punkten wartet auch noch die 200-Tage-Linie, die ihn zuletzt ebenfalls ausbremste.

Der MDax Börsen-Chart zeigen mit dem mittelgroßen Werten legte um 0,57 Prozent auf 26.007,61 Punkte zu. Für das Technologiewerte-Barometer TecDax Börsen-Chart zeigen ging es 0,04 Prozent auf 2626,98 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen legte ebenfalls leicht zu.

An der Wall Street ging der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Freitag unverändert bei 24.311 Punkten aus dem Handel. Der S&P500 rückte um 0,1 Prozent auf 2669 Zähler vor, während der Nasdaq Börsen-Chart zeigen ebenfalls unverändert bei 7119,80 Stellen schloss.Die Börsen in Tokio und Shanghai blieben am Montag wegen eines Feiertages geschlossen.

In Asien freuen sich die Anleger vor allem über Entspannung mit Nordkorea. Das isolierte Land will nach südkoreanischen Angaben auf seine Atomwaffen verzichten, sollten die USA einer Nichtangriffsvereinbarung zustimmen. Zudem habe der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un beim Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-In am Freitag zugesagt, das Atomtestgelände Punggye-ri im Nordosten des Landes im Mai zu schließen.

Im Wochenverlauf richten die Anleger ihr Augenmerk auf die Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed am Mittwoch und den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Zuletzt war die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erstmals seit mehr als vier Jahren wieder über 3 Prozent gestiegen - eine Entwicklung, die die Attraktivität von Aktien schrittweise verschlechtern kann.

Anleger erfreut über T-Mobile-Fusion mit Sprint

Papiere der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen setzten ihre jüngste Rally zwischenzeitlich mit einem Sprung um über 3,2 Prozent auf 15,01 Euro fort. Die Telekom-Tochter T-Mobile US schluckt nun doch den US-Rivalen Sprint Börsen-Chart zeigen - im dritten Anlauf seit 2014. Am Freitag hatte sich dies bereits abgezeichnet und zu Kursgewinnen geführt.

Analysten wie Dhananjay Mirchandani vom Analysehaus Bernstein halten den Deal für die Telekom für sehr attraktiv. Er sieht jedoch mit Blick auf die Kosten auch eine "gewaltige Herausforderung". Die Kursgewinne in der T-Aktie schmolzen bis zum Mittag auf ein halbes Prozent zusammen.

Im Streit um die Einführung von US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Europäischen Union rückt das Ende der Schonfrist an diesem Dienstag (1. Mai) immer näher. Entsprechende Unsicherheit führte bei Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und Salzgitter Börsen-Chart zeigen zu Abschlägen von mehr als einem Prozent. Die EU-Kommission will bis zuletzt versuchen, Zölle für die EU-Mitglieder abzuwenden.

Im TecDax kletterten die Papiere von RIB Software nach Geschäftszahlen um über 7 Prozent. Der Bausoftwarespezialist schaffte beim operativen Ergebnis im ersten Quartal zwar bei weitem nicht den Vorjahreswert. Bereinigt um den damaligen Verkauf von Softwarelizenzen an das Gemeinschaftsunternehmen YTWO sei jedoch eine Steigerung um gut ein Fünftel gelungen, so Analyst Dustin Mildner vom Investmenthaus Equinet.

Euro etwas schwächer

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat am Montag etwas nachgegeben. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Vormittag mit 1,2114 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte er zeitweise noch bei 1,2139 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2070 (Donnerstag: 1,2168) Dollar festgesetzt.

Schwache Einzelhandelsumsätze aus Deutschland belasteten den Euro ein wenig. Im März sind die Umsätze im Monatsvergleich preisbereinigt um 0,6 Prozent gesunken. Es war der vierte Rückgang in Folge. Analysten hatten hingegen einen Anstieg erwartet.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch die anstehenden Zahlen zu den Verbraucherpreisen im April den Markt bewegen. Für die Eurozone wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Daten zur Geldmenge und Kreditvergabe im März veröffentlichen.

Ölpreise leichter

Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel etwas gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Juni kostete 74,19 US-Dollar. Das waren 45 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 23 Cent auf 67,87 Dollar.

Befürchtungen, dass die USA aus dem Atomabkommen mit Iran aussteigen könnten, dominieren den Ölmarkt. Die iranische Regierung hat Forderungen der USA und Israels zurückgewiesen, das internationale Atomabkommen von 2015 aufzuschnüren und nachzubessern. Der Kontrakt sei "nicht neu verhandelbar" und sein Land werde keine darüber hinaus gehenden Verpflichtungen eingehen, stellte Präsident Hassan Ruhani am Sonntagabend klar. Zuvor hatte der neue US-Außenminister Mike Pompeo bei seinen Antrittsbesuchen in Israel und Saudi-Arabien klar Position gegen das Atomabkommen bezogen.

Iran ist einer der größten Produzenten im Rohölkartell Opec. Sollten die USA tatsächlich aus dem Atomabkommen mit dem Land aussteigen, dürften einstige Wirtschaftssanktionen wiederaufleben und die Rohölausfuhr des Iran erheblich verringern. Dies käme zu einem Zeitpunkt, zu dem das weltweite Ölangebot ohnehin geringer ausfällt als in den vergangenen Jahren.

mg/dpa-afx/rtr

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH