Sonntag, 22. April 2018

"Raketen auf Syrien werden kommen" Trumps Raketen-Ankündigung schickt Dax und Dow ins Minus

Der Dax gibt am Mittwoch nach, da Donald Trump einen Angriff auf Syrien ankündigt. Zudem steht die Deutsche Telekom im Blick - diskutiert wird erneut über eine Fusion mit Sprint in den USA.

Rückschlag nach der Aufholjagd: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwoch wieder schwächer gezeigt und zuletzt 0,8 Prozent nachgegeben. Zwar hat sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China entspannt und anders als jüngst befürchtet plant China auch keine Abwertung des Yuan, doch die Blicke der Anleger richten sich erneut auf die USA und auf das Säbelrasseln Donald Trumps.

Trump hat am Mittwoch einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt und Russland vor einer Unterstützung von Machthaber Baschar al-Assad gewarnt. Die Raketen "werden kommen", schrieb Trump am Mittwoch auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf die syrische Rebellenenklave Ost-Ghuta hatte Trump gewarnt, die Verantwortlichen müssten dafür einen "hohen Preis" zahlen.

An der Wall Street starteten die wichtigsten US-Indizes daraufhin ins Minus. Anleger fürchten einen Konflikt mit Russland, sollte Trump Raketen auf Syrien abschießen. Allerdings konnten sowohl Dow Jones Börsen-Chart zeigen als auch Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen ihre Verluste zunächst in Grenzen halten.

Gleichzeitig stiegen die Ölpreise und der Euro gewann an Wert gegenüber dem Dollar.

Russland warnt Trump vor Angriff

Auf Twitter schrieb Trump, Russland habe gedroht, angreifende Raketen abzuschießen. "Mach dich bereit Russland, denn sie werden kommen, hübsch und neu und 'intelligent!'." Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums sagte, "intelligente Raketen" sollten Terroristen treffen und nicht rechtmäßige Regierungen. Moskau ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

Derweil blieben die jüngsten US-Inflationsdaten für März ohne große Auswirkung. Die Fed dürfte an ihrer Politik gradueller Zinserhöhungen festhalten, sagte Helaba-Analyst Patrick Boldt. "Spekulationen auf mehr als zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr sollte es unserer Einschätzung nach jedoch nicht geben." Händler erwarteten, dass auch das Protokoll der März-Sitzung der Fed, das am Abend (MESZ) veröffentlicht wird, diesen Zinskurs bestätigen werde.

Facebook Börsen-Chart zeigen blieb im Blick der Investoren: Firmenchef Mark Zuckerberg hatte sich am Dienstag bei einer Kongressanhörung wiederholt für den Datenskandal entschuldigt. Am Mittwoch wurde er erneut vor einem Ausschuss erwartet. Die Aktien stiegen um ein Prozent, nachdem sie am Dienstag schon 4,5 Prozent gewonnen hatten.

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Telekom-Aktie legt zu

Auf der Unternehmensseite richten sich die Blicke auf die Aktie der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen, denn deren Tochter T-Mobile US hat dem "Wall Street Journal" zufolge die Fusionsverhandlungen mit dem Rivalen Sprint wieder aufgenommen. Die Analysten der US-Großbank JPMorgan Chase sehen bei einem möglichen Deal die Telekom klar im Vorteil. Die T-Aktie war am Mittwoch mit einem Plus von rund 3 Prozent größter Gewinner im Dax.

Volkswagen: Diess Favorit für die Nachfolge von Müller

Weiter im Fokus bleibt zudem der Autobauer Volkswagen Börsen-Chart zeigen . Vorstandschef Matthias Müller steht offenbar kurz vor seiner Ablösung. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Aufsichtsrates erfuhr, wird ihm intern Entscheidungsschwäche vorgeworfen. Die Aktien waren am Vortag um viereinhalb Prozent gestiegen und legten nun weitere 0,5 Prozent zu.

Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen dürfte im Tagesverlauf mit ihren Verkehrszahlen für den Monat März Beachtung finden.

Euro steigt weiter, Ölpreise nahe Dreijahreshoch

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag im frühen Handel die kräftigen Gewinne vom Vortag weitgehend gehalten. Am Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,2315 Dollar gehandelt und damit nur leicht unter dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,2304 (Freitag: 1,2234) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise tendierten nach dem kräftigen Vortagesgewinn kaum verändert. angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete am Morgen 70,71 US-Dollar. Das waren 33 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai fiel um 18 Cent auf 65,33 Dollar. Am Dienstag hatte der Ölpreis mit 71 US-Dollar das höchste Niveau seit drei Jahren erreicht.

"Der Preis für die Ölsorte Brent über 71 US-Dollar ist die Folge wachsender geopolitischer Risiken und eines sich abschwächenden US-Dollars. Der gestrige Ausbruch im Ölpreis trägt technisch das Potenzial für weitere Anstiege bis auf 80 Dollar pro Barrel", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Wer hätte dieses Preisniveau vor zweieinhalb Jahren für möglich gehalten, als Öl um 30 Dollar gehandelt wurde?"

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