Sonntag, 22. Juli 2018

Börse Nasdaq fällt weiter, Dax wankt 

Neue Verluste: Der Dax kann seine Verluste im späten Handel zwar begrenzen, doch der Kursrutsch der Tech-Schwergewichte an der Nasdaq bereitet Anlegern Sorgen. Vor allem Anlegerliebling Amazon gerät unter Druck.

Die Nervosität an der Börse bleibt hoch: Hohe Kursverluste an der US-Technologiebörse Nasdaq haben den Dax am Mittwoch erneut belastet. Der Dax Börsen-Chart zeigen baute am Vormittag seine Verluste zeitweise auf 1,5 Prozent aus und fiel unter die Marke von 11.800 Punkten zurück. Dank einer Stabilisierung des US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen konnte der Dax bis zum Ende des Xetra-Handels (17.30 Uhr MESZ) seine Verluste immerhin auf 0,3 Prozent reduzieren und wieder über die Marke von 11.900 Zählern klettern.

An der Tech-Börse Nasdaq ging der Kursrutsch unterdessen weiter. Vor allem die Verluste von Schwergewicht Amazon Börsen-Chart zeigen fielen ins Gewicht: Laut dem Online-Portal Axios will der US-Präsident die steuerliche Behandlung von Amazon ändern. "Trump hasst Amazon", hieß es. "Da die Tech-Aktien einen großen Beitrag zur Aktien-Rally der vergangenen Jahre leisteten, hat eine Korrektur in diesem Sektor einen spürbaren Effekt auf die Märkte insgesamt", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader.

Größter Verlierer im Dax war der Chiphersteller Infineon Börsen-Chart zeigen. Das Dax-Schwergewicht SAP Börsen-Chart zeigen konnte seine Verluste zuletzt begrenzen. Doch nicht nur Techwerte stehen auf den Verkaufslisten. Auch die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen setzten nach ihrer kurzen Zwischenerholung vom Vortag ihre Talfahrt fort.

US-Börsen: Nasdaq setzt Kursrutsch fort

An der Wall Street hielten sich Anleger weiterhin zurück. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schwankte am frühen Abend um den Vortagesschluss., während der Tech-Index Nasdaq Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von 1,1 Prozent seinen Kursrutsch fortsetzte.

Die Wirtschaft der USA war am Jahresende 2017 etwas stärker gewachsen als bisher gedacht. Im vierten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent höher als im Vorquartal gelegen, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington nach einer dritten Schätzung mitteilte. Das ist etwas mehr als noch in einer zweiten Erhebung mit 2,5 Prozent ermittelt. Im dritten Quartal hatte das annualisierte Wachstum 3,2 Prozent betragen.

Intel Börsen-Chart zeigen verloren um weitere 2,5 Prozent an Wert. Bei den zuletzt starken Tech-Werten - Intel kommen vom höchsten Stand seit 2000 - nehmen die Anleger weiter Gewinne mit.

Marktteilnehmer sorgten sich nun, dass die USA chinesischen Investitionen in wichtige Technologien einen Riegel vorschieben könnten, sagte Experte Michael McCarthy vom Broker CMC Markets. Der Schutz geistigen Eigentums könne der zentrale Punkt der von US-Präsident Donald Trump eingeschlagenen Handelspolitik sein.

TecDax: Kursrutsch bei Dialog und SMA Solar

Der MDax Börsen-Chart zeigen der 50 mittelgroßen Werte gab ebenso nach wie der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen . Der Technologieindex büßte im Sog der schwachen Nasdaq am Nachmittag 2,3 Prozent auf 2495 Punkte ein. Im TecDax brachen Aktien von Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen um fast 15 Prozent ein. Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe vermutete, dass Apple als Kunde von Dialog mit der Entwicklung eigener Chips rascher vorankommen könnte als bislang erwartet. Aktien von Aixtron Börsen-Chart zeigen gaben gut 6 Prozent nach. Das Unternehmen produziert Anlagen zur Herstellung von Chips.

Nach Geschäftszahlen von SMA Solar Börsen-Chart zeigen und vom Biotech-Unternehmen Evotec Börsen-Chart zeigenwurden beide Papiere verkauft. SMA Solar brachen um 10 Prozent ein, und Evotec um mehr als 4 Prozent.


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Für sinkende Kurse sorgte zudem die Nervosität wegen des Zollstreits zwischen Amerika und China. Medienberichten zufolge will China die geplante Liste mit Vergeltungszöllen auf US-Importe in Kürze veröffentlichen. Für Zurückhaltung bei Aktienengagements sorgten auch das nahende Quartalsende sowie die bevorstehenden Osterfeiertage. Investoren bevorzugten deswegen die als sichere Anlagen geltenden Staatsanleihen. Das drückte die Rendite der zehnjährigen Papiere Deutschlands erstmals seit Januar unter 0,5 Prozent.

Die sinkenden Bondrenditen verschlechterten vor allem im Bankensektor die Laune. Commerzbank Börsen-Chart zeigen fielen um 2,6 Prozent, die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse gaben bis zu 2,5 Prozent ab. Unter besonderer Beobachtung standen weiterhin Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, bei der es offenbar auf eine Ablösung von Vorstandschef John Cryan hinausläuft.

Euro kaum bewegt, Ölpreise zeigen nach oben

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch im frühen Handel kaum Regung gezeigt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2405 US-Dollar gehandelt und damit auf dem Niveau vom Vorabend gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,2376 (Montag: 1,2411) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 69,60 US-Dollar. Das waren 50 Cent weniger als am Vortag. In der Nacht auf Montag hatte der Brent-Preis zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Ende Januar bei 71,05 Dollar erreicht. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel zuletzt um 60 Cent auf 64,65 Dollar.

Hinweise auf ein höheres Ölangebot in den USA drückten laut Händlern auf die Preise. Zahlen des privaten Instituts API zufolge seien die Bestände in einem wichtigen Lager in Oklahoma überraschend stark gestiegen. Im weiteren Tagesverlauf werden noch die offiziellen Daten zu den US-Ölreserven veröffentlicht.

mit Nachrichtenagenturen

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