Donnerstag, 19. Juli 2018

Kursrally an der Wall Street Dow Jones springt um 700 Punkte - Hoffnung für den Dax

Dividenden-Könige: Die stärksten Dividenden-Aktien im Dax
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Daimler

Nach dem Kurssturz kehrt die Hoffnung auf Erholung zurück an die Börse. Der Dow Jones baut im späten US-Handel seine Gewinne auf knapp 3 Prozent aus. Der Nasdaq Composite klettert um mehr als 3 Prozent. Der Dax dürfte am Dienstag erneut einen Erholungsversuch starten.

Nach dem Kurssturz startet die Wall Street ein Comeback, und auch an die deutschen Börsen kehrt die Hoffnung auf eine Erholung zurück. Der deutsche Aktienindex Dax Börsen-Chart zeigen, der am Montag im Xetra-Handel um weitere 0,8 Prozent auf 11.787 Punkte gefallen war, dürfte am Dienstag einen Erholungsversuch unternehmen und die Marke von 12.000 Zählern ansteuern.

Die Kursrally in den USA dürfte den Dax stützten - trotz der Belastung durch den starken Euro, der wieder über die Marke von 1,24 US-Dollar kletterte. Das Misstrauen gegenüber Trumps Politik drückt sich auch in einem schwachen Dollar aus.

Der Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt dürfte den Dax Börsen-Chart zeigen jedoch auch während der verbleibenden verkürzten Handelswoche vor Ostern in Bann halten - Anleger müssen sich auf Kursschwankungen einstellen.

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Erholung an der Wall Street: Dow Jones und Nasdaq starten Kursrally

An der Wall Street vollzogen die Indizes ein Comeback. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baute bis kurz vor Handelsschluss in den USA seine Kursgewinne auf knapp 700 Punkte (3 Prozent) aus. Am frühen Abend hatte er nur 1 Prozent im Plus notiert. Der Technologieindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gewann sogar 3,2 Prozent auf 7220 Zähler.

US-Finanzminister Steve Mnuchin hatte am Wochenende gesagt, er sei "vorsichtig hoffnungsvoll", China und die USA würden sich im Streit um Strafzölle einigen.

Bei den Einzelwerten blieben Facebook Börsen-Chart zeigenunter Druck. Die Aktien des weltgrößten Internet-Netzwerks haben im Sog des Daten-Skandals in der Vorwoche 75 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt. Die Handelsbehörde FTC hat eine Untersuchung gegen Fakebook gestartet.

Dropbox nach IPO weiterhin gefragt

Mit Südkorea sind die USA sich schon einig geworden über eine Ausnahme bei den Handelszöllen. Europäische Staaten hatte US-Präsident Donald Trump von vornherein vorerst von den Strafen ausgenommen.

Der Anbieter digitaler Datenspeicher Dropbox stieg vorbörslich um knapp 5 Prozent. Dropbox hatte am Freitag sein Börsendebüt an dem Tech-Marktplatz Nasdaq gegeben und war am ersten Tag um über 35 Prozent in die Höhe geschnellt.

BMW und VW gefragt - Ausnahmen bei US-Strafzöllen

Unter den Anlegern deutscher Autobauer macht sich wieder vorsichtiger Optimismus breit. Die Europäische Union (EU) ist zunächst bis Anfang Mai von den US-Strafzöllen auf Aluminium und Stahl ausgenommen und US-Präsident Donald Trump hat auf seine Androhung von Zöllen auf europäische Autos bislang keine Taten folgen lassen. Das sorgte am Montag für Erleichterung und spiegelt sich in den Kurse deutscher Autoaktien BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, VW und Continental Börsen-Chart zeigenwider. Vor diesem Hintergrund wurde sogar der wieder steigende Euro kaum beachtet, der zuletzt erneut die Marke von 1,24 US-Dollar übersprang.

Chinas Börsen geben nach, Nikkei und Südkorea drehen ins Plus

Die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China lässt Anleger in Asien nicht los. "Zölle für China werden sehr wahrscheinlich Schaden in ganz Asien anrichten, vor allem in kleineren, offenen Ländern", sagte Alex Wolf von Aberdeen Standard Investments. Die USA wollen nach den Worten von Finanzminister Steven Mnuchin trotz der von China angedrohten Vergeltungsmaßnahmen keinen Rückzieher bei den geplanten Zöllen auf chinesische Produkte machen.

Vor allem die Börsen in China verzeichneten zum Wochenstart deshalb Verluste. Auch der Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans lag im Minus.

Dagegen legte die Börse in Südkorea um 0,7 Prozent zu, weil sich die USA mit dem Land über eine dauerhafte Ausnahme der seit Freitag geltenden Stahl-Zölle geeinigt hat. Aktien von Stahlkonzernen wie Dongbu Steel, Seah Steel und Husteel stiegen um bis zu vier Prozent. Auch der japanische Leitindex Nikkei erholte sich von Verlusten zum Handelsbeginn und schloss 0,7 Prozent fester bei 20.766 Punkten.

Börsenschreck Trump serviert Anlegern Giftcocktail

"Der Abwärtstrend beschleunigt sich bei hohem Volumen, was für eine breite Teilnahme aller Marktteilnehmer an dem Ausverkauf spricht", kommentierte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Er sieht verschiedene Gründe für den Ausverkauf an den Börsen:

- die politische Unsicherheit, die durch die Ernennung des Hardliners John Bolton zum neuen Nationalen Sicherheitsberater verstärkt wurde

- die aggressivere Haltung der US-Notenbank, die für dieses Jahr drei Zinserhöhungen angekündigt hat

- der Stress am Kreditmarkt, der durch die Erwartung steigender Zinsen entstanden ist

- Trumps Strafzölle für China, die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und Peking schüren - denn Peking dürfte sich Trumps breitbeiniges Auftreten nicht gefallen lassen und mit Gegenmaßnahmen reagieren

- die geplante Besteuerung der hoch gehandelten US-Techriesen wie Google, Apple und Amazon durch die EU

- die Facebook-Vertrauenskrise, die durch den Missbrauch privater Nutzerdaten entstanden ist und den Nasdaq-Highflyer stark belastet

- all diese Faktoren hätten einen Giftcocktail entstehen lassen, der die Kurse an den Börsen weltweit kräftig nach unten drückt.

Auch wenn Trump einige Regionen, darunter auch die Europäische Union, bis Mai von der Besteuerung von Aluminium und Stahl ausklammern wird, verbreitete die Pressekonferenz zu diesem Thema am Donnerstag Abend eine feindschaftliche Stimmung, auf die Investoren in der ganzen Welt mit Verkäufen reagiert haben. Auch die Ernennung des Falken John Bolton zum neuen Nationalen Sicherheitsberater wird nicht nur in Korea als Alarmzeichen gesehen.

US-Präsident Trump hat sich inzwischen zu einem Börsenschreck entwickelt, der die Short-Seller anzieht: Auf jede neue Personalvolte im Weißen Haus reagieren die Börsen an der Wall Street, in Asien und Europa mit Verlusten.

Aus technischer Sicht könne der Dax in den kommenden Wochen weiter in Richtung 11.000 Punkte fallen, so Stanzl. "Die Käufer haben für den Moment die Flinte ins Korn geworfen und nutzen die negativen Nachrichten und die tieferen Kurse nicht zum Einstieg. Der deutsche Aktienmarkt ist jetzt im Bärenland angekommen und wir müssen beobachten, wie tief es den Markt in die Verlustzone befördern wird."

Dollar fällt, Euro steigt

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen ist am Montag leicht gestiegen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2369 US-Dollar und damit geringfügig mehr als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,2346 (Donnerstag: 1,2316) Dollar festgesetzt.

Der amerikanische Dollar Börsen-Chart zeigen wurde vor dem Wochenende durch mehrere Entwicklungen belastet. Allen voran wirkten die neuen Strafzölle der USA gegen China als Belastung für die US-Währung. Hinzu kam ein neuerlicher Rauswurf in der US-Regierung. Der als gemäßigt geltende Sicherheitsberater H.R. McMaster soll durch John Bolton ersetzt werden. Bolton gilt als Hardliner, der etwa im Atomabkommen mit dem Iran und in der Nordkorea-Frage scharfe Positionen vertritt.

Ölpreise legen zu, Beobachter fürchten härtere Gangart gegen Iran

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt. Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit der Sorge der Anleger vor einem schärferen Vorgehen der USA gegen das wichtige Förderland und Opec-Mitglied Iran. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 69,57 US-Dollar. Das waren 66 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 79 Cent auf 65,09 Dollar.

In der vergangenen Nacht wurde bekannt, dass US-Präsident Donald Trump seinen bisherigen Nationalen Sicherheitsberater Raymond McMaster durch John Bolton ersetzen wird. Bolton gilt als Hardliner, der die Kritik Trumps am Iran-Atomabkommen teilt. Er dürfte eine härtere Gangart in der Iran-Politik vertreten, erklärten Marktbeobachter den Anstieg der Ölpreise.

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