Donnerstag, 20. September 2018

Nach Rekordjagd an der Börse Trotz schwacher Wall Street - Dax schließt im Plus

Der Dax legt zu - der Angst vor einem Handelskrieg mit den USA zum Trotz. RWE und Eon vollziehen wegen der geplanten Aufspaltung von Innogy einen Kurssprung. Der Dow Jones dreht nach Anfangsgewinnen zurück ins Minus.

Anleger üben sich in Optimismus: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen verzeichnete am Montag Gewinne und notierte zuletzt mit 0,6 Prozent höher bei 12.418 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte trat auf der Stelle, der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen legte um knapp 0,8 Prozent zu.

Drohender Handelskrieg: EU weist Vorwürfe von Trump zurück

Grund für eine gewisse Zurückhaltung ist nach wie vor ein drohender Handelskrieg mit den USA. Die EU-Kommission hat den Vorwurf von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, Europa erhebe deutlich höhere Zölle als die USA. Es sei zwar richtig, dass die Einfuhrzölle der EU bei Autos höher seien als die auf der US-Seite, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag in Brüssel. In anderen Bereichen wie Lkw und Pickup-Trucks hätten dagegen die USA höhere Zölle. Dies gelte auch für andere Produkte wie Schuhe, Textilien oder Erdnüsse.

"Sich bestimmte Zölle in einer Kategorie wie Rosinen herauszupicken (...), zeigt nicht das ganze Bild", sagte der Kommissionssprecher mit Blick auf Trumps Auto-Vergleich. Die EU habe "einen der offensten Märkte der Welt. Wenn jemand anfängt, Steine zu werfen, sollte er besser erst sicherstellen, dass er nicht in einem Glashaus lebt." Im Durchschnitt seien die Zölle auf beiden Seiten "ziemlich ähnlich", sagte der Specher weiter. Auf der EU-Seite beliefen sie sich auf 3 Prozent, auf der US-Seite auf 2,4 Prozent.

Trump hatte vergangene Woche Strafzölle auf Stahl und Aluminium beschlossen, die auch europäische Produzenten treffen würden. Am Samstag drohte er den Europäern mit weiteren Strafzöllen auf europäische Autos, wenn diese ihre "grauenhaften" Zölle auf US-Produkte nicht abschafften. Dabei nannte er ausdrücklich die deutschen Marken Mercedes und BMW Börsen-Chart zeigen .

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RWE und Eon an der Dax-Spitze

An der Spitze im Dax lagen die Energieversorger RWE Börsen-Chart zeigen und Eon Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von 8 beziehungsweise 5 Prozent - die beiden Energiekonzerne teilen den Ökostromanbieter Innogy und auch den deutschen Strommarkt neu unter sich auf. Auch die Aktie von Innogy legte trotz eines Gewinneinbruchs im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zu - Hintergrund ist der geplante Kauf von Innogy durch Eon.

Aber auch die Aktie der Deutschen Bank konnte davon profitieren, dass für den geplanten Börsengang der Vermögensverwaltung DWS am 23. März ein erster Ankerinvestor gefunden ist - dieser Investor kommt aus Japan.

Nasdaq auf Rekordhoch, Dow Jones dreht ins Minus

Angesichts nachlassender Inflationssorgen legten Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen am Montag im frühen US-Handel zunächst weiter zu. Nach rund zwei Stunden Handel rutschte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen jedoch wieder zurück ins Minus und sorgte dafür, dass auch die Gewinne im Dax wieder zusammenschrumpften.

Experten rechnen damit, dass die Notenbank (Fed) in diesem Jahr nur drei Mal die Zinsen anheben wird. Dies half vor allem Technologiewerten: Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen lag zuletzt mit 7541 Zählern noch 0,3 Prozent höher und erreichte ein neues Rekordhoch.

Broadcom wegen Übernahmespekulationen gefragt

Gefragt waren Papiere von Broadcom, die um mehr als drei Prozent zulegten. Grund sind Spekulationen über eine Offerte von Intel. Das "Wall Street Journal" hatte am Freitag berichtet, Intel ziehe unter anderem einen Kauf des amerikanischen Chipherstellers in Betracht, um im Kampf um Marktanteile in der Halbleiterbranche in eine bessere Position zu geraten. Intel-Titel lagen knapp ein Prozent im Minus.

Der Schub an den US-Börsen kam von starken US-Jobdaten für Februar. Die ebenfalls starken Januar-Zahlen hatten hingegen eine Korrektur bei Aktien ausgelöst, kommentierte Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Der Unterschied? Damals hatte die Lohnentwicklung deutlich über den Schätzungen gelegen, was Inflationsängste auslöste. Diesmal bewegte sich das Lohnplus von 2,6 Prozent im Jahresvergleich jedoch innerhalb der Erwartungen. Dass die Inflation lange so beharrlich niedrig ist, haben viele auf günstige und einfach zu vergleichende Preise im Onlinehandel geschoben. Amazon, Ebay & Co. stehen ja inzwischen für knapp zehn Prozent der US-Einzelhandelsumsätze, so Stephan.

RWE und Eon teilen Strommarkt neu auf - Eon kauft RWE-Tochter Innogy

Eines der bestimmenden Themen in den Handelssälen dürfte am Montag auch die Neuordnung in der deutschen Strombranche sein. Die beiden Energieversorger Eon Börsen-Chart zeigen und RWE Börsen-Chart zeigen stellen sich nur zwei Jahre nach ihrer jeweiligen Aufspaltung neu auf.

So soll die RWE-Tochter Innogy zwischen den Konzernen aufgeteilt werden und RWE eine Minderheitsbeteiligung an E.ON erhalten. Sowohl Eon als auch RWE vollzogen am Montag im frühen Handel einen Kurssprung von jeweils mehr als 8 Prozent. Auch die Aktie von Innogy kletterte trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Geschäftsjahr zuletzt um mehr als 10 Prozent.

Deutsche Bank bringt DWS an die Börse

Gesprächsthema liefert auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen , die Details zum Börsengang ihrer Vermögensverwaltungssparte DWS genannt hat. Die Platzierung soll dem Institut bis zu 1,8 Milliarden Euro einbringen. Die Aktien kommen für jeweils 30 bis 36 Euro auf den Markt. Insgesamt wird die Fondsgesellschaft dadurch mit sechs bis 7,2 Milliarden Euro bewertet. Die Aktie der Deutsche Bank gehörte am Montag im frühen Handel ebenfalls zu den Gewinnern im Dax.

In Tokio zog der Nikkei Börsen-Chart zeigen am Montag um 1,7 Prozent auf 21.824 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,6 Prozent auf 3328 Punkte.

TecDax: Morphosys legt nach Analysten-Empfehlung wieder zu

Die Aktien von Morphosys Börsen-Chart zeigen haben sich nach positiven Analystenstudien mit einem Kursgewinn von zuletzt rund 5 Prozent auf 83,75 Euro an die Spitze des TecDax gesetzt. Das Techwerte-Barometer stand unterdessen gut 1 Prozent höher. Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank hob sein Kursziel auf 98 Euro an, und Gunnar Romer von der Deutschen Bank sieht nun Luft bis 94 Euro. Romer rechnet mit einem guten vierten Quartal des Biotech-Unternehmens. Morphosys sei auf dem Weg, ein kommerzieller Biopharma-Hersteller zu werden, schrieb der Experte. Mit dem aktuellen Kursgewinn robben sich die Papiere wieder an ihr im Januar-erreichtes Mehrjahreshoch von 87,35 Euro heran.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen ist am Montag leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2321 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,2291 Dollar festgesetzt.

In der Eurozone und in den USA werden im Tagesverlauf keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht, an denen sich die Anleger orientieren könnten.

Nach wie vor werde der Euro Börsen-Chart zeigen durch jüngste Arbeitsmarktdaten aus den USA leicht gestützt, hieß es von Marktbeobachtern. Am Freitag hatte die US-Regierung gemeldet, dass die Löhne in der größten Volkswirtschaft der Welt im Februar schwächer als erwartet gestiegen waren. Experten gehen angesichts der Lohnentwicklung davon aus, dass die US-Notenbank Fed keine Notwendigkeit sehen sollte, die Straffung ihrer Geldpolitik zu beschleunigen.

mit Material von dpa und Reuters

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