Mittwoch, 20. Juni 2018

Börse erleichtert EZB-Chef Draghi treibt Dax deutlich ins Plus

Mario Draghi

Die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik sind an den Finanzmärkten mit Erleichterung aufgenommen worden. Nach einem kurzen Anstieg im Sog der Entscheidung, den Hinweis auf eine eventuelle Ausweitung der Anleihekäufe zu streichen, gab der Euro Börsen-Chart zeigen seinen Gewinn von zeitweise rund einem halben US-Cent wieder ab und pendelte bei 1,24 Dollar kaum verändert.

Der Dax Börsen-Chart zeigen holte seine Verluste auf, drehte ins Plus und schloss am Abend mit 12.355 Punkten 0,9 Prozent höher. Zu Beginn von Draghis Pressekonferenz war er bis zu 0,5 Prozent ins Minus gerutscht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein vorsichtiges Signal für einen allmählichen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik gegeben. Zwar bleiben die Leitzinsen und das milliardenschwere Wertpapierkaufprogramm unverändert, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Währungshüter änderten jedoch ihre Wortwahl zur künftigen Geldpolitik. EZB-Chef Mario Draghi kritisierte zudem die Wirtschaftspolitik der US-Regierung scharf.

Die Märkte hätten von der EZB vorerst weiter nicht viel zu befürchten, fasste Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners zusammen. "Die Zinsen bleiben auf absehbare Zeit niedrig." Mit der leichten Reduzierung der Inflationsprognose verschaffe sich die EZB zudem noch mehr Zeit bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik.

Dank weiter nachlassender Ängste vor einem internationalen Handelskonflikt ist zudem auch die Wall Street am Donnerstag mit moderaten Gewinnen in den Handel gestartet. Gut eine Stunde nach dem Börsenstart stieg der Dow Jones Börsen-Chart zeigen um 0,2 Prozent auf 24.847,9 Punkte. Bereits am Mittwoch hatte der drohende Handelskonflikt seinen Schrecken etwas verloren, so dass der New Yorker Leitindex seine zwischenzeitlich deutlichen Verluste sichtbar eingedämmt hatte.

Am Rentenmarkt gab die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen während der Pressekonferenz auf 0,678 Prozent nach. Kurz nach der EZB-Entscheidung war die Verzinsung über 0,7 Prozent gesprungen.

In der zweiten deutschen Börsenreihe ging es für den MDax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag um 0,5 Prozent auf 25.982 Punkte nach oben. Der TecDax Börsen-Chart zeigen der Technologiewerte zog um 2,2 Prozent auf 2656 Punkte an. Hier half ein Kurssprung bei den Aktien des Wirkstoffforschers Evotec . Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen legte um 0,9 Prozent zu.

Der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am frühen Nachmittag hatte zunächst kaum neue Impulse gebracht. Die EZB beließ den Leitzins wie erwartet bei Rekord-niedrigen 0 Prozent. Zudem änderte die Zentralbank graduell ihre Wortwahl, was von Beobachtern als eine Vorbereitung auf ein Ende der Geldflut gedeutet wurde.

Insgesamt befindet sich die EZB seit längerem im Zwiespalt: Auf der einen Seite spricht einiges für eine weniger lockere Geldpolitik, allen voran das robuste Wirtschaftswachstum im Euroraum. Auf der anderen Seite bereitet der Zentralbank die immer noch verhaltene Inflationsentwicklung Kopfzerbrechen.

Zudem will US-Präsident Donald Trump noch am Donnerstag die umstrittenen Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängen. Dabei sollen jedoch die Nachbarn Mexiko und Kanada eine Schonfrist erhalten.

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In New York hatte der Dow-Jones-Index Börsen-Chart zeigen der Standardwerte am Mittwoch 0,3 Prozent tiefer auf 24.801 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500 ging kaum verändert auf 2726 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen verbesserte sich dagegen um 0,3 Prozent auf 7396 Punkte.

In Tokio dominierte am Donnerstag die Hoffnung auf ein Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Streit über seine Schutzzoll-Pläne. Der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen verbesserte sich um 0,5 Prozent.

Merck mit Bilanz im Blick

Ansonsten konzentrierten sich die Anleger erst einmal auf jüngste Analystenkommentare und die noch laufende Berichtssaison der Unternehmen. So fielen die Aktien der Merck KGaA Börsen-Chart zeigen am Dax-Ende um mehr als 5 Prozent auf 76,82 Euro. Das Pharma- und Chemieunternehmen stellte für 2018 ein lediglich moderates organisches Umsatzwachstum in Aussicht.

Unter den Spitzenreitern im Dax zogen die Anteilsscheine von Adidas Börsen-Chart zeigen um fast 2 Prozent an. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte die Papiere zum Kauf empfohlen. Nach einer Periode starken Umsatzwachstums trete der Sportartikelkonzern nun in die Phase höherer Profitabilität ein, schrieb Analystin Sophie Park.

Am MDax-Ende brachen die Aktien von Axel Springer Börsen-Chart zeigen nach Ergebnissen für 2017 und Prognosen für 2018 überraschend um fast 10 Prozent ein. Ein Händler führte die hohen Einbußen darauf zurück, dass die Zahlen und der Ausblick der Mediengruppe die hohen Kursgewinne der vergangenen Monate nicht rechtfertigten.

Zweitschwächster Wert waren die Anteilsscheine von Hugo Boss Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von mehr als 4 Prozent. Die vom Modekonzern in Aussicht gestellte Spanne für den operativen Gewinn in diesem Jahr verfehlte die Markterwartung.

Derweil verzeichnete der Kraftwerksbetreiber Uniper Börsen-Chart zeigen im vergangenen Geschäftsjahr erneut einen Verlust, was die Aktien um rund 0,5 Prozent ins Minus drückte.

Höhere Mieten und der Kauf weiterer Wohnungen trieben derweil den Immobilienkonzern LEG Börsen-Chart zeigen weiter an: Die Aktien gewannen knapp 1 Prozent.

Aktien des Baukonzerns Hochtief Börsen-Chart zeigen profitierten mit einem Plus von gut 4 Prozent von den Gesprächen seines spanischen Mutterkonzerns ACS Börsen-Chart zeigen und der italienischen Atlantia über eine Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis Infraestructuras Börsen-Chart zeigen. Sowohl Hochtief als auch Atlantia wollen Abertis übernehmen. Mit den Gesprächen könnte nun die Gefahr eines weiteren Bietergefechts um Abertis abgewendet werden. Möglicherweise teilen die beiden Bieter Abertis unter sich auf.

cr/mg/dpa-afx/rtr

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