Mittwoch, 15. August 2018

Erholung an der Börse Dow Jones zieht Dax aus dem Tief

Der Dow Jones startet mit Gewinnen in den Handel, der Dax reduziert daraufhin seine Verluste. Anleger warten auf die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung.

Vor der Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung halten sich Anleger mit Engagements am deutschen Aktienmarkt zurück. Der Dax Börsen-Chart zeigen reduzierte am Mittwoch im späten Handel seine Verluste auf 0,1 Prozent und schloss auf Xetra bei 12.470 Punkten. Zu den Verlieren im Dax zählten neben RWE die Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen, nachdem die IG Metall mit dem neuen Tarifvertrag ein weiteres dickes Lohnplus für die VW-Beschäftigten herausgeholt hat. Die Aktien der Deutschen Börse konnten dagegen an der Dax-Spitze um knapp 2 Prozent zulegen.

Von den Mitschriften des US-Notenbanksitzung erhoffen sich Anleger Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinserhöhungen, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Mit dem turnusgemäßen Einzug dreier regionaler Fed-Chefs in das Spitzengremium könnte sich das Lager der Verfechter einer restriktiveren Geldpolitik vergrößert haben.

In Tokio zog der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen um 0,2 Prozent auf 21.971 Zähler an. Die Börse Shanghai blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

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Wall Street etwas fester

An der Wall Street ließen es Anleger zunächst ruhig angehen - Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen starteten jeweils etwas fester in den Handel. An der Nasdaq bauten die Technologiewerte ihre Gewinne zuletzt weiter aus.

Im späteren Handelsverlauf wird mit dem Fed-Protokoll die letzte von Janet Yellen geleitete Sitzung der US-Notenbank in den Fokus rücken.

Erneut dürfte der Zinsausblick ein zentrales Thema gewesen sein. Dieser beunruhigt die Anleger in jüngster Zeit immer wieder, den steigende Zinsen machen über kurz oder lang die Geldanlage in andere Formen als Aktien wieder attraktiver.

Anleger erhoffen sich mit der Veröffentlichung des Protokolls der US-Notenbank Einblicke über Veränderungen im Mehrheitsverhältnis der Fed in Bezug auf die Zahl der Leitzinserhöhungen 2018. Am Markt wird immer stärker mit vier Zinserhöhungen in diesem Jahr gerechnet, nachdem die US-Notenbanker zuletzt drei in Aussicht gestellt hatten.

Ungebrochen bleibt die Übernahmefantasie in der US-Halbleiterbranche, denn nun hat der Chiphersteller Broadcom sein Gebot für Qualcomm auf 79 US-Dollar je Aktie angepasst.

Kursgewinne - optimistischer Ausblick bei der Deutschen Börse

Im Dax setzten sich die Aktien der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen mit plus 1,95 Prozent an die Spitze. Analyst Daniel Garrod von der britischen Barclays-Bank sprach von einem ermutigenden Ausblick des Börsenbetreibers, der nach dem schwierigen Vorjahr verhalten optimistisch nach vorn blickt. 2017 hatten die Frankfurter nicht nur unter einem ungewöhnlich ruhigen Handel an den Finanzmärkten gelitten, sondern auch unter hausgemachten Problemen wie der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse sowie Insiderermittlungen gegen den damaligen Chef Carsten Kengeter. Im laufenden Jahr rechnet Nachfolger Theodor Weimer mit steigenden Erlösen und Gewinnen, wenn auch vielleicht nicht ganz im einst geplanten Maße.

Derweil will der Mobilfunkkonzern Telefonica Deutschland Börsen-Chart zeigen den Umsatzschwund mithilfe stärkerer Internetnutzung und stabilerer Preise stoppen. Zuversicht gibt den Münchenern insbesondere das Schlussquartal, in dem sie erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder ein überraschend kräftiges Umsatzplus im Kerngeschäft mit Mobilfunkdienstleistungen herausholen konnten. Auch das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel in diesem Zeitraum besser aus als von Analysten erwartet.

MDax: MTU gefragt

Derweil überzeugte MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen die Anleger weder mit dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr, noch mit der angehobenen Dividende: Die Papiere des Triebwerksbauer büßten als einer der größten Verlierer im MDax Börsen-Chart zeigen 3,8 Prozent ein. Der operative Gewinn übertraf nicht nur die eigenen, bereits zweimal angehobenen Unternehmensziele, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Bei der Dividende hatten sie allerdings auf eine noch deutlichere Anhebung gehofft.

TecDax: GFT legt deutlich zu, Sartorius nach Zahlen auf Rekordhoch

Im TecDax Börsen-Chart zeigen hatten GFT-Aktien mit einem Kursanstieg um 6,44 Prozent die Nase vorn. Der Finanztechnologiekonzern verdiente im vergangenen Geschäftsjahr dank niedrigerer Steuerquote mehr als erwartet, obwohl Investitionen und negative Wechselkurseffekte zu einem Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr führten.

Für Sartorius Börsen-Chart zeigen stand dank ehrgeiziger mittelfristiger Wachstumsziele bei 107,90 Euro sogar ein Rekordhoch zu Buche - zuletzt gewannen die Aktien des Pharma- und Laborzulieferers noch 2,21 Prozent auf 106,50 Euro. Bis 2025 wollen die Göttinger den Umsatz auf rund 4 Milliarden Euro steigern, was gegenüber dem Wert für das vergangene Jahr eine Steigerung von 185 Prozent bedeutet. Die operative Marge soll von zuletzt 25 auf rund 28 Prozent zulegen. Schon Ende Januar hatte Sartorius die Zahlen für das vergangene Jahr sowie eine Prognose für 2018 vorgelegt. Zudem hatte Sartorius gestern die Anhebung der Dividende bekannt gegeben.

Beim Biotech-Unternehmen Medigene sorgte ein wichtiger Fortschritt bei der Entwicklung einer Krebsimmuntherapie für ein Kursplus von 6,32 Prozent.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwoch wenig verändert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2329 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,2340 Dollar festgesetzt.

Am Vormittag könnten wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone für neue Impulse im Handel am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm stehen erste Hinweise auf die Stimmung der Einkaufsmanager führender Euro-Volkswirtschaften im Februar.

Im weiteren Tagesverlauf rückt dann die Geldpolitik in den USA stärker in den Fokus. Am Abend wird die US-Notenbank Fed das Protokoll der jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Am Markt werden Hinweise auf die Anzahl der Zinserhöhungen in diesem Jahr erwartet. Bisher hatten die Notenbanker drei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Am Markt wurde aber zuletzt darauf spekuliert, dass es in den USA vier Zinserhöhung gegeben könnte.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im April kostete am Morgen 64,77 US-Dollar. Das waren 48 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 61 Cent auf 61,18 Dollar.

Zur Wochenmitte rückt wieder die Entwicklung der US-Ölreserven stärker in den Fokus der Anleger am Ölmarkt. Zuletzt hatte die Aussicht auf eine stärkere Nachfrage im Zuge der anziehen Weltwirtschaft die Ölpreise gestützt. Allerdings haben die Anleger auch die Entwicklung in den USA weiter im Blick, wo immer mehr Rohöl gefördert wird.

Am Abend stehen Daten zu den US-Lagerbeständen des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) auf dem Programm. Am Donnerstag folgen dann offizielle Lagerdaten der US-Regierung. Am Markt wird der aktuelle Rückgang der Ölpreise unter anderem damit erklärt, dass mit einem erneuten Anstieg der amerikanischen Ölreserven gerechnet wird.

mg/dpa-afx/rtr

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