Dienstag, 23. Januar 2018

Börse Dax wankt, doch Dow bleibt auf Rekordjagd

Der Dax fällt am Donnerstag zurück ins Minus. Für Gegenwind am europäischen Aktienmarkt sorgen die EZB und der kräftig steigende Euro. Da die Kursrally an der Wall Street jedoch weitergeht, dürfte sich auch der Dax am Freitag erholen.

Anleger nehmen Geld vom Tisch: Der Dax Börsen-Chart zeigen brach am Donnerstag seinen Erholungsversuch ab und baute seine Verluste zuletzt aus, so dass er nur knapp über der Marke von 13.200 Zählern schloss. Auch der Nebenwerte-Index MDax Börsen-Chart zeigen drehte in den roten Bereich.

Anlass für die Verkaufswelle sind Gerüchte um die Europäische Zentralbank: Innerhalb der EZB nimmt die Diskussion über die nächsten geldpolitischen Schritte hin zur Zinswende Fahrt auf. Schon früh in diesem Jahr könnten sich die Währungshüter mit der Kommunikation ihrer geldpolitischen Ausrichtung und ihres geldpolitischen Ausblicks neu befassen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der Dezember-Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht.

Die Euro-Notenbank machte zugleich klar, dass sie dabei Änderungen sehr behutsam vornehmen wird. Der geldpolitische Ausblick - die sogenannte "Forward Guidance" - ist ein wichtiges Instrument der EZB, um Finanzmärkte frühzeitig auf kommende geldpolitische Schritte vorzubereiten.

Euro legt gegenüber Dollar kräftig zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen reagierte umgehend und zog bis auf 1,2026 Dollar von zuvor 1,1940 an. "Der Markt interpretiert das so, dass die Notenbank den Wortlaut ihres Statements im Januar ändern könnte", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortlaut. "Der Hinweis zur möglichen Aufstockung oder Verlängerung der Anleihekäufe könnte gestrichen werden." Die nächsten Zinssitzungen der EZB sind am 25. Januar und am 8. März.

"Es wurde nahegelegt, dass sich die Kommunikation des EZB-Rats graduell mit der Zeit ändern sollte, um plötzliche und unerwünschte Entwicklungen bei den Finanzierungsbedingungen zu vermeiden," hieß es im Protokoll. Dabei wollen die Euro-Wächter an ihrer Schrittfolge nicht rütteln, die Zinserhöhungen erst nach Ende der Anleihenkäufe vorsehen. Der Leitzins liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Bislang stehen bei der EZB die billionenschweren Anleihenkäufe im Fokus. Sie hält zudem immer noch an der Klausel fest, dass sie die in Deutschland umstrittenen Käufe wenn erforderlich sogar erneut vergrößern oder verlängern könnte. An den Finanzmärkten wird damit allerdings nicht mehr gerechnet. Einen wichtigen Schritt in Richtung Zinswende hatte die EZB angesichts des sich festigenden Aufschwungs im Euro-Raum bereits gewagt. So werden ab diesem Januar die monatlichen Anleihenkäufe auf 30 Milliarden Euro halbiert. Sie sollen aber noch bis mindestens Ende September 2018 fortgesetzt werden.


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Wall Street: US-Indizes setzen Rekordjagd fort

An der Wall Street setzten die US-Indizes dagegen ihre Rekordjagd fort. Die Schwäche des Dollar Börsen-Chart zeigen sowie steigende Ölpreise sorgten für Unterstützung. Sowohl Dow Jones Börsen-Chart zeigenals auch Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen erreichten am Freitag neuen Höchststände.

Die Stimmung sei allgemein wieder positiv, sagte Volkswirt Scott Brown vom Finanzdienstleister Raymond James. Dazu trug auch bei, dass am Markt für Staatsanleihen wieder Ruhe einkehrte. Auf der Gewinnerseite standen auch Xerox mit einem Kursplus von 6,2 Prozent. Laut "Wall Street Journal" führt der schwächelnde Druckerhersteller Gespräche mit dem japanischen Kameraanbieter Fujifilm über einen Schulterschluss.

Berichtsaison in USA: Gewinnplus von 10 Prozent erwartet

Investoren warteten auch auf die Quartalsberichte der Firmen. "Analysten blicken der US-Quartalsberichtssaison optimistisch entgegen", sagte Börsenexperte Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. Die zusammengerechneten Gewinne der Firmen im S&P-500-Index dürften im Vergleich zum vierten Quartal 2016 um knapp zehn Prozent steigen. Auch die Steuerreform von Donald Trump dürfte zum Gewinnwachstum im laufenden Jahr beitragen, da sie die Unternehmenssteuern massiv senkt.

Bayer platziert Covestro-Anteile

Bei den Einzelwerten dürfte eine Platzierung von Covestro-Aktiendurch Bayer Börsen-Chart zeigen den Covestro-Kurs belasten. Auf Tradegate gaben Covestro-Papiere gegenüber dem Xetra-Schluss um 1,5 Prozent nach. Der Pharma- und Agrochemiekonzern hatte Anteile für 1,8 Milliarden Euro an institutionelle Investoren verkauft für 86,25 Euro je Aktie. Wie bekannt will sich der Konzern ganz von Covestro trennen. Bayer-Aktien legten vorbörslich um 0,6 Prozent zu.

Abstufung belastet SAP

Eine Abstufung der Papiere von SAP Börsen-Chart zeigen durch Morgan Stanley drückte den Kurs vorbörslich um 1,1 Prozent nach unten. Aktien von Südzucker legten vorbörslich kräftig zu, nachdem der Zuckerproduzent die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2017/2018 erhöht hatte.

Hella auf Rekordhoch, Nordex setzt Erholung fort

Auf ein Rekordhoch von 56,50 Euro stiegen die Aktien von Hella . Zuletzt gewannen sie 1,4 Prozent auf 56,15 Euro. Der Automobilzulieferer profitierte im ersten Geschäftshalbjahr (Juni bis November) von einer starken Nachfrage nach Lichtsystemen und Elektronik.

Aktien von Südzucker legten um knapp 1 Prozent zu. Eine höhere Umsatzprognose des Zuckerproduzenten für das Gesamtjahr und gute Gewinne im Zuckergeschäft stützten den Kurs.

Bei Nordex gewann die Kurserholung nochmals an Dynamik. Die Aktien des Herstellers von Windkraftanlagen legten um gut 5 Prozent zu. Am Vortag hatte eine Kaufempfehlung von Warburg Research den Kurs bereits kräftig nach oben getrieben.

Renditen für US-Anleihen steigen

Bereits zur Wochenmitte hatte ein recht deutlicher Anstieg der Renditen am Anleihemarkt der Rally der Aktienbörsen den Wind aus den Segeln genommen. Bei höheren Anleiherenditen können Aktien im Vergleich an Attraktivität einbüßen, zumal viele Investoren nach der jahrelangen Kursrally ohnehin etwas besorgt auf die Bewertungen schauen. Zuletzt beruhigte sich die Situation am Anleihemarkt aber ein Stück weit: Die Renditen kamen zurück. So dementierten chinesische Offizielle einen Pressebericht, demzufolge China grundsätzlich über eine Verringerung seiner Käufe von US-Staatsanleihen nachdenke.

Leichte Verluste in Asien

Dennoch dürften die Anleger die Renditen im Augen behalten. Zudem richten sich die Blicke im Handelsverlauf auf das Protokoll der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank sowie auf die Erzeugerpreise in den USA im Dezember.

An der Wall Street hatten sich die Leitindizes am Vortag nach dem Handelsschluss am deutschen Markt nicht mehr stärker bewegt. An den asiatischen Börsen gaben die Kurse überwiegend leicht nach.

Bitcoin fällt unter 14.000 US-Dollar-Marke

Die Kryptowährung Bitcoin/Dollar Börsen-Chart zeigen gab zuletzt wieder nach. Am Dienstag hatte die Digitalwährung nach ihrem jüngsten Kursrutsch wieder die Marke von 15.000 US-Dollar zurückerobert, rutschte nun aber unter die 14.000 Dollar Marke.

Chinas politische Führung hat laut einem Medienbericht Bitcoin Börsen-Chart zeigen -Schürfern die Beendigung ihrer Tätigkeit angeordnet. Es gehe um Kapazitäten, die für einen hohen Anteil des weltweiten Bitcoin-Angebots stehen, berichtete die US-Zeitung "Wall Street Journal" am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Task Force unter Federführung der Notenbank habe vergangene Woche die lokalen Behörden angewiesen, die Schließungen zu koordinieren. Der Ausstieg soll demnach "geordnet" und ohne eine festgelegte Deadline stattfinden. Die Notenbank habe auf Anfrage nicht reagiert.

Ein Vertreter einer lokalen Regulierungsbehörde in der westlichen Region Xinjiang hat laut dem Bericht am Mittwoch bestätigt, dass seine Behörde die Anordnung erhalten habe und befolgen werde. Für den Bitcoin Börsen-Chart zeigen bedeutet das Vorgehen Chinas einen schweren Schlag, der allerdings nicht ganz überraschend kommt. Bereits vergangene Woche hatten Medien über ein entsprechendes Vorhaben berichtet. Dabei war von einer möglichen Beschränkung des Stromverbrauchs die Rede.

Das krisengeschüttelte Venezuela treibt derweil die Pläne für eine eigene Digitalwährung zur Linderung seiner Finanznot voran. Die Kryptodevise mit dem Namen "Petro" solle in den nächsten Tagen ausgegeben werden, kündigte der linke Präsident Nicolas Maduro am Freitag an. Dabei gehe es um 100 Millionen "Petro" und damit ein Volumen von rund 5,9 Milliarden Dollar.

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