Mittwoch, 24. Januar 2018

Börse Dax nahe Rekordhoch, Gewinnsprung von US-Firmen erwartet

Kauflaune an den Börsen: Der Dax hat am Montag seine Kursrally fortgesetzt und sich der Rekordmarke von 13.478 Punkten genähert. BMW legt kräftig zu.

Kursgewinne: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat zum Start der zweiten Handelswoche des Jahres seine Klettertour fortgesetzt und sich seinem Rekordhoch 13.478 Punkten bis auf rund 100 Punkte (0,8 Prozent) genähert. Dank starker Vorgaben aus Asien greifen Anleger auch an den europäischen Aktienmärkten zu.

In der ersten Handelswoche des Jahres hatte der Dax Börsen-Chart zeigen bereits um gut 3 Prozent zugelegt. Analyst Christian Schmidt von der Helaba schrieb in einem Marktkommentar von einer "beeindruckenden Aufwärtsbewegung", in deren Verlauf der Dax zuletzt etliche Widerstände überwunden habe. Händler und Analysten sehen nun das Rekordhoch vom November 2017 (Schlusshoch 13.478 Punkte, Verlaufshoch 13.525 Punkte) wieder in Reichweite rücken.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der 50 mittelgroßen Börsentitel stieg am Montag ebenfalls leicht, blieb aber auch knapp unter seinem Rekordhoch von Ende November. Der TecDax Börsen-Chart zeigen kletterte dagegen um 0,7 Prozent und damit auf einen historischen Höchstkurs.

Wall Street: Gewinne der US-Firmen dürften um knapp 10 Prozent steigen

An der Wall Street testeten die Indizes im frühen Handel neue Bestmarken, gaben dann aber ihre Gewinne wieder ab. Der Standardwerteindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt bei 25.280 Punkten kaum verändert, nachdem er vergangene Woche erstmals die 25.000-Punkte-Marke geknackt hatte.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen legte zuletzt um 0,2 Prozent zu.

Investoren warteten auch auf die Quartalsberichte der Firmen. Gegen Ende der Woche legen sich die ersten Banken ihr Zahlenwerk vor. "Analysten blicken der US-Quartalsberichtssaison optimistisch entgegen", sagte Börsenexperte Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. Die zusammengerechneten Gewinne der Firmen im S&P-500-Index dürften im Vergleich zum vierten Quartal 2016 um knapp zehn Prozent steigen. Auch die Steuerreform von Donald Trump dürfte zum Gewinnwachstum im laufenden Jahr beitragen, da sie die Unternehmenssteuern massiv senkt.

Zu den Gewinnern an der Wall Street gehörten die Aktien von Kohls mit einem Plus von 8,7 Prozent. Der Kaufhausketten-Betreiber erhöhte nach guten Geschäften im November und Dezember seine Prognosen für das Gesamtjahr. Die Aktien der Rivalen J C Penney und Macy's legten ebenfalls zu.


Dax Realtime: Sehen Sie Dax, Dow und andere Indizes in Echtzeit


Schwacher Euro stützt BMW und Daimler

Wegen der Kurseinbußen des Euro auf 1,1977 Dollar waren vor allem Aktien von exportorientierten Unternehmen gefragt. Anleger spekulierten auf verbesserte Wettbewerbschancen dieser Firmen. Der europäische Branchenindex für Autobauer stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Im Dax legten BMW Börsen-Chart zeigen um 1,3 Prozent und Daimler Börsen-Chart zeigen um 1,1 Prozent zu. Renault waren mit plus 1,5 Prozent unter den Top-Favoriten in Paris. In Mailand kletterten die Papiere von Fiat Chrysler Automobiles Börsen-Chart zeigen zeitweise auf ein Rekordhoch.

Das Durchbrechen des wichtigen Widerstands von 13.200 Punkten zeige, dass die Optimisten das Ruder übernommen hätten, betonte Börsenexperte Milan Cutkovic vom Berliner Brokerhaus AxiTrader.

Stimmung in Euro-Zone auf 17-Jahres-Hoch

Vor allem die brummende Konjunktur sorgte für gute Laune bei Börsianern. Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone ist laut einer Studie der EU-Kommission so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr.. Auch die Börsianer selbst sind für die Konjunktur des Währungsraums zuversichtlicher. Das machte den unerwarteten Rückgang der Nachfrage nach Produkten der deutschen Industriekonzerne wett. "Alles in allem bleibt die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs", sagte Volkswirtin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

Beiersdorf steiert Umsatz

Kurz vor Handelsschluss erfreute der Nivea-Hersteller Beiersdorf die Anleger mit vorläufigen Bilanzzahlen. Demnach stieg der Umsatz im Schlussquartal stärker als erwartet auf gut sieben Milliarden Euro. Beiersdorf Börsen-Chart zeigen -Aktien legten ein Prozent zu.

Bei den Einzelwerten steht erneut die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen unter Druck. Die Ankündigung eines Verlustes für 2017 hatte den Aktienkurs am Freitagnachmittag um über 5 Prozent einbrechen lassen. Analysten reagierten: So stufte die Großbank HSBC ihr Votum für die Papiere "Kaufen" auf "Halten". Am Montag gab die Aktie der Deutschen Bank weiter nach.

Kursgewinne verzeichneten dagegen Evotec Börsen-Chart zeigen , das Biotech-Unternehmen hat aus einer Kooperation mit dem französischen Pharmariesen Sanofi Börsen-Chart zeigen eine erste sogenannte Meilensteinzahlung erhalten.

Euro fällt wieder unter 1,20 Dollar - tiefster Kurs im neuen Jahr

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat am Montag nachgegeben. Am Morgen rutschte die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,20 US-Dollar und wurde zuletzt bei 1,1984 Dollar gehandelt. Dies ist der tiefste Kurs im neuen Jahr.

In der vergangenen Nacht stand der Euro noch zeitweise bei 1,2052 Dollar und damit auf dem höchsten Niveau seit drei Jahren. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,2045 Dollar festgelegt.

Auftragseingänge für deutsche Industrie gesunken

Der Euro geriet nach der Veröffentlichung von Konjunkturdaten aus Deutschland unter Druck. Im November waren in der größten Volkswirtschaft der Eurozone die Auftragseingänge im Monatsvergleich überraschend gesunken. Trotz des Dämpfers spricht das Bundeswirtschaftsministerium aber weiter vor einer "positiven" Entwicklung. "In der Tendenz sind die Auftragseingänge kräftig aufwärtsgerichtet", hieß es in einer Stellungnahme.

Bitcoin gibt zweistellig nach

Die Kryptowährung Bitcoin/Dollar Börsen-Chart zeigen gab am Montag deutlich nach und fiel wieder in Richtung 15.000 US-Dollar. Am Freitag war der Kurs noch um knapp 10 Prozent gestiegen - die Schwankungen der Cyberwährung bleiben enorm.

Das krisengeschüttelte Venezuela treibt derweil die Pläne für eine eigene Digitalwährung zur Linderung seiner Finanznot voran. Die Kryptodevise mit dem Namen "Petro" solle in den nächsten Tagen ausgegeben werden, kündigte der linke Präsident Nicolas Maduro am Freitag an. Dabei gehe es um 100 Millionen "Petro" und damit ein Volumen von rund 5,9 Milliarden Dollar.

Denn das neue Zahlungsmittel soll an den Preis für ein Barrel Öl des südamerikanischen Opec-Staates gekoppelt werden, der zuletzt bei rund 59 Dollar lag. Die virtuelle Währung werde Venezuela modernisieren und einen besseren Zugang zu realem Geld verschaffen. Venezuela will so die US-Sanktionen umgehen, die das Land größtenteils vom Finanzmarkt abschneiden und zugleich vom Boom der Internet-Währung Bitcoin Börsen-Chart zeigen profitieren, deren Kurs im vergangenen Jahr um 1500 Prozent nach oben schnellte.

Kursgewinne in Asien - BoA erwartet kräftiges Wachstum

In Erwartung eines fortgesetzten Aufschwungs decken sich Anleger mit asiatischen Aktien ein. Der MSCI-Index für die dortigen Börsen mit Ausnahme Japans stieg zeitweise auf ein erneutes Zehn-Jahres-Hoch von 589,33 Punkten und blieb damit nur etwa zwei Zähler unter seinem Rekord von 2007. "Das synchrone weltweite Wachstum hat den Aktienmärkten 2017 Auftrieb gegeben und die Weltwirtschaft läuft zum Jahreswechsel 2018 auf vollen Touren", erklärten Analysten der Bank of America Merrill Lynch.

Sie prognostizierten ein Wachstum von vier oder mehr Prozent und erwarteten in Asien und Europa überdurchschnittliche Kursgewinne an den Aktienmärkten. Der Leitindex der Börse Shanghai gewann 0,5 Prozent auf 3410 Punkte und legte damit den siebten Tag in Folge zu. Der japanische Aktienmarkt blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Montag etwas gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 67,73 US-Dollar. Das waren elf Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar stieg um zwölf Cent auf 61,56 Dollar.

Ein Rückgang der Ölbohrlöcher in den USA habe die Ölpreise zum Wochenauftakt gestützt, hieß es von Marktbeobachtern. Am Freitag hatte die US-Ausrüsterfirma Baker Hughes gemeldet, dass die Zahl der amerikanischen Bohrlöcher in der vergangenen Woche um 5 auf 742 gesunken sei.

mit Material von dpa und Reuters

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