Freitag, 20. Juli 2018

Börse Dow Jones zieht Dax aus dem Tief

Der Dax ist mit Verlusten in das neue Börsenjahr 2018 gestartet und notiert zeitweise auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten. An der Wall Street notiert der Dow hingegen nahe Rekordhoch und sorgt dafür, dass der Dax seine Verluste verringert.

Der steigende Euro hat den Anlegern den Start in das neue Börsenjahr vermiest. Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen fiel zeitweise um 1,1 Prozent auf 12.750 Punkte und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit Ende September. Die Kursgewinne an der Wall Street sorgten jedoch im späten Handel dafür, dass der Dax seine Verluste wieder deutlich verringern und auf 0,2 Prozent eingrenzen konnte.

Der Euro Börsen-Chart zeigen notiert derzeit auf einem Niveau, das er zuletzt Ende September 2017 erreicht hatte. Eine Verteuerung der Gemeinschaftswährung kann den exportlastigen Unternehmen hierzulande den Absatz ihrer Waren außerhalb der Eurozone erschweren.

Dow Jones behält Rekordhoch im Blick

An der Wall Street legten die Indizes dagegen zu. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte im frühen Handel am Dienstag 0,5 Prozent höher bei 24 845 Punkten. Während Europas Aktienmärkte unter dem starken Euro litten, half die Dollarschwäche der Wall Street. Der US-Dollar neigt ungebrochen zur Schwäche, was für die Exporte der amerikanischen Unternehmen von Vorteil sein kann.

Damit behält der Dow Jones Börsen-Chart zeigen sein Rekordhoch von 24 876 Punkten im Blick. Vor dem Jahreswechsel hatte er sich diesem am Freitag noch bis auf wenige Punkte genähert, war dann aber im Handelsverlauf klar ins Minus abgerutscht. Immerhin hatte das Kursbarometer der Wall Street für 2017 jedoch einen Jahresgewinn von rund 25 Prozent eingetütet.

Government Shutdown: Frist läuft am 19. Januar aus

In den Mittelpunkt rückt nun zu Jahresbeginn wieder die Politik - mit einem drohenden "Government Shutdown" in den USA sowie Unruhen im Iran. Eine im Dezember verabschiedete Übergangslösung hält die US-Regierung derzeit noch bis zum 19. Januar flüssig. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un richtete derweil neue Drohungen in Richtung der USA. Gleichzeitig deutet es sich aber an, dass Nord- und Südkorea wieder aufeinander zugehen werden.


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Klares Schlusslicht im Dax waren die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen. Nachdem die Kranichlinie 2017 noch mit einem Plus von gut 150 Prozent der unangefochtene Überflieger des Jahres im Dax gewesen war, machten die Anleger nun Kasse.

Ein Argument für Gewinnmitnahmen lieferte die jüngste Niki-Meldung: Die British-Airways-Mutter IAG kauft die Aktivitäten der insolventen früheren Air-Berlin-Tochter zum Preis von 20 Millionen Euro, wie kurz vor dem Wochenende bekannt worden war. Damit stärkt laut Börsianern ein Lufthansa-Wettbewerber auf heimischem Terrain seine Position.

Autoaktien unter Druck

Die Aktien von Autobauern und -zulieferern haben am ersten Handelstag 2018 zu den größten Verlierern gezählt. Sie litten unter dem weiter steigenden Euro , der am Dienstagvormittag bei über 1,20 US-Dollar den höchsten Stand seit September erreichte. Eine starke Gemeinschaftswährung verteuert tendenziell die Produkte der exportabhängigen Branche für Käufer außerhalb des Euroraums. Dazu kam eine negative Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer: Ihm zufolge entsteht auf dem deutschen Automarkt eine Blase wegen der dauerhaft hohen Preisnachlässe.

Im schwächelnden deutschen Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen reihte sich BMW Börsen-Chart zeigenmit minus 2,58 Prozent weit hinten ein - hier belastete zusätzlich eine Abstufung durch Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Evercore ISI. Für Volkswagen und Daimler ging es um 2,07 beziehungsweise 1,57 Prozent bergab.

Auch die Aktien des Zulieferers Continental Börsen-Chart zeigen sowie seiner Branchenkollegen im MDax Börsen-Chart zeigender mittelgroßen Unternehmen verzeichneten überdurchschnittliche Kursabschläge. Im marktbreiten europäischen Index Stoxx Europe 600 war der Subindex der Autoindustrie mit minus 2 Prozent klares Schlusslicht.

Euro über 1,20 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag über der Marke von 1,20 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,2030 Dollar und damit so viel wie letztmalig im September vergangenen Jahres. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,1993 Dollar festgesetzt.

Während der amerikanische Dollar schon in den letzten Tagen des vergangenen Jahres unter Druck gestanden hatte, konnte der Euro beständig zulegen. Fachleute begründen die Entwicklung vor allem mit der robusten Konjunktur im Währungsraum und den guten Wachstumsaussichten für das neue Jahr. Begrenzt werden die Euro-Gewinne durch die Geldpolitik der EZB, die anhaltend locker erwartet wird. Niedrige Zinsen stellen grundsätzlich eine Belastung für Währungen dar.

Ölpreise nach Unruhen im Iran auf 30-Monats-Hoch

Der Ölpreis ist am Dienstag auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch gestiegen. Dazu trugen Börsianern zufolge Spekulationen auf den Ausfall iranischer Exporte bei. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 67,29 Dollar je Barrel. Bei den größten Protesten gegen die iranische Regierung seit 2009 waren in den vergangenen Tagen mindestens 13 Demonstranten ums Leben gekommen. Ferner erhalte der Ölpreis weiter Unterstützung durch die Förderbremse und das anhaltende Wachstum der Weltwirtschaft, betonte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.

Bitcoin erholt sich nach Kursrutsch

Die umstrittene Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen hat sich zu Beginn des neuen Jahres nach ihrem Kursrutsch etwas stabilisiert. Am Dienstag kostete eine Einheit der Kryptowährung auf dem Handelsplatz Bitstamp zuletzt 13 450 Dollar. Auf Coinbase, einer anderen großen Plattform, notierte sie bei knapp 13 500 Dollar.

Bis Mitte Dezember 2017 war der Bitcoin-Kurs von 1000 Dollar zu Jahresbeginn auf einen Rekordstand von fast 20 000 Dollar gestiegen. Ein Grund war die Einführung von Terminkontrakten durch zwei große US-Börsen und damit der Vorstoß ins klassische Finanzsystem. Danach rutschte der Kurs jedoch in Richtung 11 000 Dollar ab.

Zum Rückschlag konnten Experten nur Mutmaßungen anstellen: Als mögliche Gründe nannten sie Negativmeldungen wie Hackerangriffe oder die Androhung einer staatlichen Kontrolle des weitgehend unregulierten Handels. Denkbar sei auch, dass einige Marktteilnehmer vor dem Jahresende schlicht Gewinne mitgenommen und den Bitcoin deshalb verkauft hätten.

mg/rtr/dpa-afx

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