Donnerstag, 19. Juli 2018

Börse Dax legt vor Fed-Entscheidung zu

Janet Yellen: Die scheidende Fed-Chefin wird am Mittwoch voraussichtlich eine Zinserhöhung verkünden. Ihr Nachfolger Jerome Powell will an der moderaten Zinspolitik festhalten.

Die US-Notenbank Federal Reserve, EZB und Bank of England entscheiden in dieser Woche über die Zinspolitik. Der Dow markiert einen Tag vor der erwarteten Zinserhöhung ein Rekordhoch. Der Dax hinkt hinterher.

Der bevorstehende Notenbank-Marathon sorgt zwar für Zurückhaltung an der Börse - dennoch wagen sich einige Dax-Anleger am Vortag der Fed-Entscheidung wieder vor. Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss auf Xetra 0,4 im Plus bei 13.183 Punkten. Auch MDax und TecDax beendeten den Xetra-Handel mit leichten Gewinnen.

Dass die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch die Zinsen anheben werde, gelte als so gut wie sicher, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. "Dass sie im Januar die Füße still halten wird, ebenso."

Am Donnerstag stehen zudem die Sitzungen der EZB, der Schweizer Nationalbank (SNB) und der Bank of England (BoE) an. Zwar dürften diese Notenbanken ihren Kurs nicht ändern, doch erwarteten Anlegern Hinweise auf die künftige Geldpolitik.


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RWE Börsen-Chart zeigen waren zuletzt bester Wert im Dax mit einem Plus von 2,1 Prozent. Ein Börsianer erklärte die Kursbewegung mit der Charttechnik: So habe die RWE-Aktie zunächst Unterstützung an der 100-Tage-Linie gefunden und sei von dort aus über die 50-Tage-Linie gesprungen. Letztere hatte in der Vorwoche noch einen weiteren Anstieg verhindert.

Dow Jones steuert 25.000 Punkte an - Zinserhöhung wird erwartet

An der Wall Street haben Anleger am Tag vor der erwarteten Zinserhöhung den Dow Jones Börsen-Chart zeigen auf ein neues Rekordhoch getrieben. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg getragen von einem Run auf die Aktien von Boeing Börsen-Chart zeigen um 0,4 Prozent auf 24.495 Punkte, der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notierte dagegen knapp im Minus.

Im Fokus stand die zweitägige Sitzung der US-Notenbank Fed. Eine Zinserhöhung um einen Viertel Prozentpunkt galt als so gut wie sicher. Allerdings werden die Anleger auf die endgültige Entscheidung noch ein wenig warten müssen. Denn erst am Mittwochabend (MEZ) wird die Fed die Beschlüsse bekanntgeben und die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen vor der Presse die Entscheidung erläutern.

Die US-Erzeugerpreise fielen derweil etwa wie erwartet aus. Sie stiegen zum Vormonat insgesamt um 0,4 Prozent und in der Kernrate um 0,3 Prozent. "Die Fed dürfte morgen an der Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte festhalten", sagte Helaba-Analyst Patrick Boldt. "Hierfür sprechen zudem die robuste Konjunktur und die sehr niedrige Arbeitslosigkeit."

Unter den Einzelwerten standen Boeing Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 3,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 292,80 Dollar im Dowam höchsten im Kurs. Der Flugzeugbauer hat seine Quartalsdividende um 20 Prozent angehoben und einen Aktienrückkauf angekündigt. Zudem erhöhten die Analysten von JP Morgan ihr Kursziel auf 325 von 300 Dollar. Boeing sind im Dow Jones im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von 84 Prozent der größte Gewinner.

Die wieder steigenden Ölpreise unterstützten die Aktien einiger Ölfirmen wie Exxon und Chevron, die leicht zulegten.

ZEW-Konjunkturerwartungen trüben sich minimal ein

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Dezember verschlechtert. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel um 1,3 Punkte auf 17,4 Zähler, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Bankvolkswirte hatten im Mittel einen etwas geringeren Rückgang auf 18,0 Punkte erwartet. Die Bewertung der aktuellen Lage verbesserte sich dagegen um 0,5 Punkte auf 89,3 Zähler.

Steinhoff-Aktie Spielball der Spekulanten

Die ebenfalls im Nebenwerteindex notierten Aktien von Steinhoff Börsen-Chart zeigen setzten ihren Erholungskurs fort, sie stiegen um 27 Prozent auf 0,75 Euro. Für Anleger ist dies aber ein schwacher Trost: Im Zuge des Bilanzskandals samt Abgang des Chefs und Abstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's hatte die Aktie binnen einer Woche zwischenzeitlich fast 82 Prozent an Wert verloren.

Inzwischen prüft die südafrikanische Finanzaufsicht mögliche Fälle von Insiderhandel und auch die Börse in Johannesburg nimmt den Kursverlauf unter die Lupe.

In der vergangenen Woche hatte der nach Ikea weltweit zweitgrößte Möbelkonzern mehr als 80 Prozent an Börsenwert eingebüßt. Steinhoff steht unter dem Verdacht der Bilanzfälschung.

Bitcoin weiter über 15.000 US-Dollar - Handel mit Terminkontrakten läuft

Die Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag im frühen Handel etwas nachgegeben. Am zweiten Handelstag seit dem Start des ersten Terminkontrakts an einer regulierten Börse kostete ein Bitcoin auf dem Handelsplatz Bitstamp zuletzt rund 16 300 Dollar - bei Coinbase sind es aktuell zirka 16 750 Dollar.

Am Montagabend war der Preis für einen Bitcoin erstmals auf breiter Front - das heißt auf allen wichtigen meisten Marktplätzen - über die Marke von 17 000 Dollar gestiegen. Bei Bitstamp lag die höchste Notierung bei 17 270 Dollar. Der in der Nacht auf Montag an der Börse CBOE handelbare Januar-Future lag am Dienstagmorgen bei 17 620 Dollar und damit leicht im Minus.

Investoren können mit diesen Futures auf steigende oder fallende Bitcoin-Kurse setzen. Mit dem Future macht die einst nur von Computerexperten genutzte Digitalwährung einen großen Schritt in Richtung des klassischen Finanzmarkts machte - weitere Produkte folgen bald. So gibt es bald auch einen Terminkontrakt an der Chicago Mercantile Exchange (CME), der größten Terminbörse der Welt.

Ölpreise: Brent auf höchsten Stand seit 2015

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt. Während US-Rohöl weiterhin unter der 60-Dollar-Marke lag, kostete europäisches Erdöl der Marke Brent so viel wie seit Juni 2015 nicht mehr. Schon am Montag war der Brent-Preis durch die Schließung eines wichtigen Pipeline-Systems vor der Küste Schottlands getrieben worden. Der Betreiber Ineos teilte mit, die Reparatur des Risses, der bei einer Routineprüfung entdeckt worden sei, dauere zwei Wochen.

Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Februar kostete am Morgen bis zu 65,70 US-Dollar und damit etwa einen Dollar mehr als am Vortag. Seit Wochenbeginn ist der Brent-Preis um mehr als zwei Dollar gestiegen. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung stieg um 42 Cent auf 58,41 Dollar.

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Bild: Mynd

SGL Group setzt zur Erholung an

Nach einem Verlust von fast 27 Prozent in drei Monaten setzten auch die Papiere der SGL Group Börsen-Chart zeigen zur Erholung an. Eine Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg schob die Aktien des Kohlenstoffspezialisten um gut 10 Prozent auf 12,19 Euro an die Spitze des Nebenwerteindex SDax Börsen-Chart zeigen .

Euro weiter unter 1,18 Dollar

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag weiter unter der Marke von 1,18 US-Dollar notiert. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1796 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,09 Prozent auf 141,60 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,12 Prozent auf 163,32 Punkte.

Die ZEW-Konjunkturdaten für Deutschland waren schlechter ausgefallen als erwartet und hatten dem Euro einen Dämpfer verpasst. In den USA werden am Nachmittag Preisdaten von der Herstellerebene veröffentlicht, die Hinweise auf die am Mittwoch anstehenden Verbraucherpreise geben.

rei/la/reuters/dpa

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