Finanzen

07.12.2017  Börse

Dax erholt sich, Steinhoff bricht weiter ein

REUTERS

Euro-Dollar: Der Dollar legt gegenüber dem Euro zu. Dies hilft auch dem Dax

Der Dax startet einen Erholungsversuch. Die jüngste Euro-Schwäche stützt. Die Steinhoff-Aktie, inzwischen ein Pennystock, bricht weiter ein.

Der Dax ist am Donnerstag auf Erholungskurs gegangen. Der Index notierte zuletzt 043 Prozent im Plus bei 13.045 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich ebenfalls gut behauptet. Anlass für die jüngste Erholung des Dax ist der Euro, der gegenüber dem Dollar wieder nachgegeben hat. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Volkswagen , RWE und ProSiebenSat1.

Aktuell zeige sich das Börsenbarometer unbeeindruckt von der möglichen Eskalation politischer Krisen, schrieb Analyst Timo Emden vom Research-Dienst DailyFX Deutschland. Die Stimmung könnte jedoch kippen und dem Dax erneut einen kräftigen Dämpfer verpassen.

Dow Jones kaum verändert - hebt der Kongress die Schuldengrenze an?

Die US-Börsen sind kaum verändert in den Handel gestartet. Wirtschaftspolitisch rückt zunehmend die Frage in den Fokus, ob der Kongress in den Vereinigten Staaten ein neues Ausgabengesetz beschließen wird. Nur so kann der sonst ab Freitag drohende Verwaltungsstillstand aufgehalten werden.

Der US-Leitindex Dow Jones notierte zuletzt 0,2 Prozent fester. Zum Wochenauftakt hatte der Dow angesichts der vom US-Senat abgenickten Steuerreform noch ein Rekordhoch bei 24.534 Punkten erreicht bevor Anleger begannen, Gewinne mitzunehmen.

Kryptogeld-Kaufrausch: Bitcoin steigt weiter

Der Bitcoin knackt unterdessen eine Rekordmarke nach der nächsten: Am Donnerstagmorgen wurde eine Einheit der Digitalwährung über 14 000 US-Dollar gehandelt. Auf der großen Handelsplattform Bitstamp erreichte sie bis zu 14 199 Dollar. Und am Donnerstag Mittag fiel dann bereits die Marke von 15.000 US-Dollar.

Als Grund für den jüngsten Kurssprung gilt die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoins. Dabei wird ein "Basiswert" - das können Schweinehälften, Sojabohnen, Dollar oder eben Bitcoin - zu einem festen Preis schon heute verkauft. Grundidee ist, sich gegen künftige Preisschwankungen abzusichern.

Damit stößt die Digitalwährung in das traditionelle Finanzgeschäft vor. In der Branche ist das umstritten. Der Interessenverband "Futures Industry Association" kritisiert, die Regulierer hätten zu schnell und ohne intensive Diskussionen ihre Zustimmung erteilt.

General Electric streicht 12.000 Stellen

Für Gesprächsstoff sorgte vor allem General Electric . Der Siemens-Rivale streicht weltweit etwa 12.000 Stellen in der Energiesparte und hofft damit die geplante Fokussierung auf ausgewählte Bereiche voranzutreiben. An der Börse wurden die Pläne relativ neutral aufgenommen. Die GE-Aktien notierten kaum verändert bei 17,69 Dollar. Sie haben in einem ansonsten boomenden Markt mit über 40 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten so viel wie keine anderen Papiere im Dow Jones verloren.

Zu den Gewinnern zählte Broadcom mit einem Kursplus von drei Prozent. Der Chipkonzern hob nach einem Gewinnschub die Dividende um über 70 Prozent an. Ebenfalls gesucht waren die Aktien von Lululemon Athletica, die um neun Prozent emporschnellten. Der Yogabekleidungshändler machte den Anlegern mit seiner Prognose für das Weihnachtsgeschäft Kauflaune.

Jerusalem: Trump zündelt in Nahost

Emden verwies auf Nordkorea sowie die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, was auf massive Kritik vor allem in der arabischen Welt stieß. Diplomaten, Politiker und Wissenschaftler sehen darin eine große Gefahr für den Friedensprozess in Nahost.

Steinhoff-Aktie setzt Kursrutsch fort

Derweil setzten die vortags um über 60 Prozent abgestürzten Steinhoff-Aktien ihren Kursrutsch fort - zeitweise standen sie rund 35 Prozent im Minus bei 0,72 Euro. Der Crash der Steinhoff-Aktie hatte bereits am Mittwoch den MDax massiv belastet.

Im schwelenden Bilanzskandal hatte der Ikea-Rivale am Vorabend die Notbremse gezogen und sich wegen Unregelmäßigkeiten in den Büchern von seinem Chef Markus Jooste getrennt. Zudem verschob das Unternehmen die Vorlage seiner Jahreszahlen auf unbestimmte Zeit.

Der Betreiber der "Poco"-Möbelhäuser kündigte inzwischen an, zur Verbesserung seiner Liquidität Geschäftsteile zu verkaufen.

Euro unter 1,18 US-Dollar

Der Kurs des Euro ist wieder unter die Marke von 1,18 US-Dollar gefallen. Bereits am Vortag hatte der Euro nachgegeben.

Der November-Bericht zur Entwicklung der US-Beschäftigung im privaten Gewerbe sorgte für eine Aufwertung des US-Dollar. Er gilt als Indikator für den weitaus wichtigeren offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag.

Asien kaum verändert, Nasdaq leicht erholt

Von den Überseebörsen kam am Donnerstag kein Rückenwind für den Dax : In Asien fanden die wichtigsten Handelsplätze zuletzt keine gemeinsame Richtung.

An der Wall Street hatten der Leitindex Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 ihre anfänglichen Gewinne im Handelsverlauf großteils wieder abgegeben. Technologiewerte an der Nasdaq hatten sich dagegen vom jüngsten Rücksetzer etwas erholt.

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