Freitag, 15. Dezember 2017

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Börse Dax dreht ins Plus - US-Techwerte erholen sich

Der Dax notiert wieder über der Marke von 13.000 Punkten. An der Wall Street bleibt der Dow Jones auf Rekordkurs. Der Bitcoin erreicht ein neues Rekordhoch.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag seiner starken Vortagserholung Tribut gezollt und sich nur in einer engen Spanne bewegt. "Nach der gestrigen Rally gönnt sich der Markt eine Verschnaufpause", kommentierte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex dank einer Erholung im Technologiesektor 0,1 Prozent höher bei 13.070 Punkten. Damit blieb er im Bereich zwischen 12 800 und 13 200 Punkten hängen, der ihm seit Wochen die Handelsspanne vorgibt.

Zu Wochenbeginn hatte der Dax Börsen-Chart zeigen dank Fortschritten bei der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump den Kursrückschlag vom Freitag mehr als wettgemacht. Nun fehlten ihm aber Impulse für weitere Gewinne.

Dow Jones bleibt auf Rekordjagd, Nasdaq erholt sich

Nach einem zuletzt zögerlichen Tag hat der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen dagegen seine Rekordjagd fortgesetzt. Wie schon so oft in diesem Jahr würde der Index damit einen weiteren Rekord erreichen.

Auch die Technologiewerte starteten nach den jüngsten Gewinnmitnahmen einen Erholungsversuch. Für den technologielastigen Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen ging es um 0,76 Prozent nach oben auf 6311,59 Zähler.

Seit Mitte der vergangenen Woche waren die Indizes an der Nasdaq-Börse immer wieder unter Druck geraten. Börsianer begründeten dies mit Umschichtungen der Anleger, nachdem viele Aktien von Technologiefirmen in diesem Jahr schon sehr gut gelaufen waren. Im Gegensatz etwa zu Industriekonzernen oder Finanzinstituten dürften sie von niedrigen Unternehmenssteuern weniger profitieren, sagen Marktexperten.

Im Dow Jones Börsen-Chart zeigen setzten sich die Aktien der Schnellrestaurantkette McDonald's an die Spitze. Sie gewannen rund eineinhalb Prozent auf etwas mehr als 173 US-Dollar. Das Analysehaus Jefferies hatte sie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 150 auf 200 Dollar angehoben.

Bitcoin auf Rekordhoch

Auch die Kryptowährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen setzte ihre Rekordjagd fort und kletterte auf der Handelsplattform Bitstamp auf ein Rekordhoch von 11.850 US-Dollar. Bis zur Marke von 12.000 Dollar ist es nicht mehr weit.

USA müssen Schulden-Obergrenze anheben

Daneben sorgt auch der Haushaltsstreit zunehmend für Aufmerksamkeit. Sollte man sich in Washington bis zum Freitag nicht auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen können, droht im schlechtesten Fall ein Regierungsstillstand.

Konjunkturell richten sich die Augen am Dienstagnachmittag neben der Handelsbilanz auf den neuen ISM-Einkaufsmanagerindex, für den eine leichte Abwärtsbewegung von 60,1 auf 59,0 Punkte erwartet wird. "Damit liegt der Stimmungsindikator jedoch weiterhin auf einem der höchsten Stände der letzten Jahre und spricht für eine anhaltend starke Konjunkturdynamik im Herbstquartal", schrieb ein Händler in einem Marktkommentar.

Vonovia im Dax gefragt - sicherer Hafen

Im Dax führte der Immobilienkonzern Vonovia Börsen-Chart zeigen mit einem Kursanstieg von 2,09 Prozent auf 40,60 Euro die Gewinnerliste an - bei 40,775 Euro erreichten die Aktien sogar ein Rekordhoch. Im aktuellen, von Vorsicht geprägten Umfeld seien Aktien aus der Immobilienbranche wie etwa Vonovia klar als "sicherer Hafen" gefragt, sagte ein Börsianer. Auch in der europäischen Sektorübersicht hatten Immobilienwerte die Nase vorn.

BMW kaum verändert, VW unter Druck

Die Aktien von BMW Börsen-Chart zeigen trotzten mit lediglich minus 0,19 Prozent Vorwürfen der Deutschen Umwelthilfe, wonach der Autobauer in einem Diesel-Modell eine Abschalteinrichtung eingesetzt habe. BMW teilte auf Anfrage mit, es gebe "keinerlei Aktivitäten und technische Vorkehrungen, den Prüfmodus zur Erhebung von Emissionen zu beeinflussen". Das seien nicht die ersten Vorwürfe gegen BMW in diese Richtung, kommentierte ein Börsianer.

Die Vorzugsaktien von Konkurrent Volkswagen setzten mit minus 1,96 Prozent ihre jüngste Talfahrt nach der vorangegangenen Erholung fort und waren Schlusslicht im deutschen Leitindex.

Siemens durch Barclays belastet

Beim Elektrokonzern Siemens sorgte eine Verkaufsempfehlung der britischen Investmentbank Barclays für einen überdurchschnittlichen Kursrückgang von 1,00 Prozent. Das Geschäftsjahr 2017/2018 werde für die Münchner ein Übergangsjahr mit hohen Kosten, schrieb Analyst James Stettler. Für eine Aufspaltung, den besten Weg der Wertschöpfung, sei der Konzern noch nicht reif.

Im MDax Börsen-Chart zeigen gehörte der Aromenhersteller Symrise nach einer Kaufempfehlung der französischen Großbank Societe Generale zu den Favoriten: Mit einem Plus von 1,04 Prozent auf 71,06 Euro blieben die Aktien nur wenig unter ihrem Rekordhoch. Die jüngsten Investitionen dürften ab 2019 für zunehmende Volumina sowie steigende Gewinne und Barmittel sorgen, lobte Analyst Thomas Swoboda. Er erhöhte seine Gewinnschätzungen.

Dialog und Evotec starten Erholungsversuch

Unter den Technologietiteln favorisierten die Anleger Dialog Semiconductor : Die Aktien des Halbleiterkonzerns, die zuletzt wegen Sorgen um den Verlust des wichtigen Kunden Apple um insgesamt rund 28 Prozent abgestürzt waren, konnten sich mit plus 5,82 Prozent etwas erholen.

Evotec-Papiere rückten dank eines neuen Kaufvotums der Deutschen Bank um 3,45 Prozent vor. Analyst Falko Friedrichs sieht nach dem jüngsten Kursrutsch eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Das Biotechnologie-Unternehmen sei ausgezeichnet positioniert, und die Anleger müssten auf dem aktuellen Bewertungsniveau für die Produktpipeline praktisch nichts bezahlen

Euro kaum verändert, australischer Dollar gefragt

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag im frühen Handel wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1867 US-Dollar gehandelt und damit in etwa auf dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montag auf 1,1865 (Freitag: 1,1885) Dollar festgesetzt.

Im weiteren Tagesverlauf könnten noch Zahlen aus dem Euroraum sowie aus den USA zur Stimmung der Dienstleister für neue Impulse sorgen. Weiterhin bleibt aber laut Händlern die Politik im Fokus. Einerseits rückt in den USA eine umfassende Steuerreform in greifbare Nähe und US-Präsident Donald Trump konnte nun auch bei seinem Einreisestopp vor dem Obersten Gerichtshof einen Etappensieg verzeichnen. Andererseits bedrohen jüngste Entwicklungen in der Russland-Affäre den Präsidenten. Aus dem Kreis der Euro-Finanzminister gibt es unterdessen Gegenwind für die Pläne der EU-Kommission zur Vertiefung der Währungsunion.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es beim australischen Dollar, der um über ein halbes Prozent zulegte. Die australische Notenbank hatte ihren Leitzins unverändert auf seinem Rekordtief belassen, gleichzeitig aber die Erwartung eines Inflationsanstiegs geäußert. Händler führten den Zuwachs bei der Devise aber vor allem auf überraschend gute Einzelhandelszahlen zurück.

Ölpreise etwas schwächer

Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel nur wenig bewegt. Am Morgen knüpften sie geringfügig an die Vortagesverluste an. Der Preis für ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Februar fiel um sechs Cent auf 62,39 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Januar-Lieferung sank um zwei Cent auf 57,45 Dollar.

Einen Großteil der Zuwächse nach den jüngsten Beschlüssen der Opec-Allianz zu einer Ausweitung der Fördermenge haben die Ölpreise inzwischen wieder ausgeglichen. Experten führen dies auf die Erwartung zurück, dass steigende Preise unweigerlich zu einer Produktionsausweitung in den USA führen werden. Nach Angaben des amerikanischen Ölausrüsters Baker Hughes vom Freitagabend hat sich die Anzahl der US-Bohrlöcher in der vergangenen Woche um zwei auf 749 erhöht. Dies ist der dritte Wochenanstieg in den vergangenen vier Wochen.

Am vergangenen Donnerstag hatte ein Bündnis aus Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und anderen Förderländern eine Verlängerung des seit Jahresbeginn geltenden Produktionslimits beschlossen. Mit dem Limit wollen die beteiligten Staaten die Ölpreise stützen.

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