Samstag, 16. Dezember 2017

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Börse Dax zieht an - Drama um Dialog geht weiter

Der Dax hat seinen jüngsten Kursrutsch am Montag mehr als wettgemacht. Bankenwerte und die Aktien von Fresenius sowie FMC profitieren besonders. Im TecDax dagegen brechen die Papiere von Dialog weiter ein. An der Wall Street greifen die Anleger zu, die Zustimmung des US-Senats zur US-Steuerreform macht sie zuversichtlich.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Montag seinen jüngsten Kursrutsch mehr als wettgemacht. Zur Begründung verwiesen Analysten auf die Fortschritte von US-Präsident Donald Trump bei seiner geplanten Steuerreform. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 1,57 Prozent im Plus bei 13.063 Punkten. Trump steht vor einem großen Triumph: Nach einem Votum des Senats ist seine umfassende Steuerreform in greifbare Nähe gerückt. Kern sind massive Erleichterungen für Unternehmen.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes legten ebenfalls einen freundlichen Wochenauftakt hin: Der MDax Börsen-Chart zeigen gewann zuletzt gut 1 Prozent auf 26.994 Zähler, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen kaum vom Fleck kam, zeitweilig sogar in der Verlustzone notierte.

Am Wochenende hatte der US-Senat Steuersenkungen gebilligt, ein zentrales Wahlversprechen des US-Präsidenten Donald Trump. Kern der Reform sind massive Erleichterungen für Unternehmen. Die Republikaner zeigten sich optimistisch, dass Trump das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen kann.

Der Dow Jones stieg gleich zum Handelsstart auf ein weiteres Rekordhoch und baute seine Gewinne zügig bis auf 24.534 Punkte aus. Zuletzt verbuchte der Leitindex ein Plus von 1,18 Prozent auf 24. ,73 Punkte. Seit Beginn des Jahres hat er schon um 24 Prozent zugelegt.

Aktie von Dialog fällt und fällt und fällt

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Bankenwerte. Sowohl Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen legten 2 Prozent, die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen zuletzt gar 3 Prozent zu. Aktien von Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen kletterten am Montag auf den höchsten Stand seit fast fünf Monaten. Die Papiere des Dialysespezialisten gewannen an der Dax-Spitze 4,8 Prozent und zogen auch die Anteilsscheine des Mutterkonzerns Fresenius Börsen-Chart zeigen um 3,2 Prozent mit nach oben. FMC ist stark in den USA engagiert. Sie profitierten daher laut Händlern nun doch von der anstehenden Steuerreform des US-Präsidenten Donald Trump.

Im TecDax Börsen-Chart zeigen brachen die Aktien Dialog-Semiconductor zuletzt um weitere 23 Prozent ein und notierten damit nur noch bei rund 24 Euro. Der Halbleiter-Spezialist hat eingeräumt, dass sein wichtigster Kunde Apple mit der Zeit eigene Chips für die Stromversorgung der iPhones entwickeln könnte. Obwohl Dialog zugleich betonte, dass die Geschäftsbeziehung zumindest bis ins kommende Jahr hinein gesichert sei, bracht die Aktie am Montag erneut ein. Damit verlor die Firma bereits rund 30 Prozent ihres Werts seit einem Medienbericht über angebliche Pläne von Apple in diese Richtung vergangenen Donnerstag.

Das Geschäft mit Apple machte im vergangenen Jahr rund drei Viertel der Dialog-Erlöse aus. Deswegen reagierten die Anleger extrem empfindlich auf die Aussicht auf mögliche Einbußen. Dialog-Chef Jalal Bagherli versuchte nun, die Wogen zu glätten. Für 2018 rechne man nicht mit Veränderungen. Derzeit befinde sich das Unternehmen zudem in Planungen für ein weiteres iPhone für 2019, die Gespräche über technische Details seien bereits fortgeschritten. Das Feedback von Apple sei "positiv". Die Anleger sagen es am Montag offenbar anders.

Im MDax Börsen-Chart zeigen ging es für die Titel von Airbus Group Börsen-Chart zeigen zuletzt um 3,08 Prozent auf 87,98 Euro hoch - davor hatten sie bei 88,44 Euro ihr jüngst erreichtes Rekordhoch eingestellt. Der Flugzeugbauer rechnet trotz langwieriger Probleme mit Zulieferern in diesem Jahr mit einem Produktionsrekord. Dagegen büßten die Aktien von Steinhoff als Index-Schlusslicht 7,55 Prozent auf 3,161 Euro ein, womit sie sich nur wenig über ihrem historischen Tief aus der Novembermitte behaupteten. Der in Deutschland vor allem durch seine Poco-Möbelhäuser bekannte Konzern teilte mit, am kommenden Mittwoch zwar wie geplant die Ergebnisse für das Gesamtjahr vorzulegen - allerdings in vorläufiger Form. Damit erhält die seit Monaten bestehende Verunsicherung neue Nahrung. Ende August war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen Steinhoff wegen möglicher unrichtiger Darstellung der Bilanzen ermittelt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Freitag auf 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 141,45 Punkt. Der Bund-Future verlor 0,21 Prozent auf 163,19 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,1862 US-Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf auf 1,1885 (Donnerstag: 1,1849) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8414 (0,8440) Euro.

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