Samstag, 16. Dezember 2017

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Börsianer zittern mit Trump Flynns Geständnis lässt Dax erneut einknicken

Kursverluste: Der Dax stürzt am Freitag unter 12.900 Punkte

Der Dax erleidet deutliche Verluste und schwankt dabei enorm. Nach einem kurzen Erholungsversuch bricht der deutsche Leitindex erneut ein: Ein steigender Euro und Verluste an der Wall Street belasten den Dax.

Runter, rauf und wieder runter: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist mit einem veritablen Kursrutsch in den Dezember gestartet und dabei zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Ende September gefallen. Dabei waren die Schwankungen im Dax sehr stark: Im Vormittagshandel baute der deutsche Leitindex seine Verluste auf 1,5 Prozent aus und fiel auf 12.822 Zähler zurück. Das war ein Minus von mehr als 200 Punkten - obwohl der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Vortag erneut ein Rekordhoch oberhalb von 24.000 Zählern erreicht hatte.

Am Nachmittag startete der Dax jedoch einen Erholungsversuch. Er konnte seine Verluste auf Grund eines wieder nachgebenden Euro wieder egalisieren und notierte zeitweise 0,1 Prozent im Plus bei 13.021 Punkten.

Kurz vor Handelsschluss folgte dann ein erneuter Nackenschlag: Der Dax gab binnen weniger Minuten rund 150 Punkte ab und notierte zum Handelsschluss auf Xetra (18.30 Uhr) wieder deutlich unter die Marke von 12.900 Punkten.

Anlass für den Kursrutsch in Dax Börsen-Chart zeigen und Dow Jones Börsen-Chart zeigen war das Geständnis von Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn, das FBI belogen zu haben. Für Donald Trump nimmt nun der Druck in der Russland Affäre zu. Der US-Präsident gerät zunehmend in Erklärungsnot.

Bitcoin steigt erneut - US-Börse CME beginnt mit Future-Handel

Dagegen legte die Kryptowährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen nach ihrem Kursrutsch wieder zu und überwand am Freitag wieder die Marke von 10.000 US-Dollar. Die US-Terminbörse CME hat am Freitag bekannt gegeben, mit dem angekündigten Handel von Bitcoin-Futures am 18. Dezember zu starten. Dadurch wird es für institutionelle Investoren leichter, sich gegen die starken Schwankungen des Bitcoin abzusichern.

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Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen habe den Dax auf Wochensicht um 4,5 Prozent hinter sich gelassen, eine für einen derart kurzen Zeitraum ungewöhnlich große Diskrepanz. An der Wall Street hätten am Vortag die Volumina - bei neuen Rekorden des Dow Jones Index und des S&P-500 - um 40 Prozent über dem Durchschnitt gelegen. "Die Investmentbanken und Hedgefonds waren noch einmal alle dabei und machen jetzt die Bücher zu", sagte der Händler.

Dow Jones rutscht ins Minus - Warten auf Abstimmung zur Steuerreform

Nach einem starken Vortagslauf haben es die Anleger am Freitag an der New Yorker Börse vorsichtiger angehen lassen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete kaum verändert bei 24.244 Punkten, gab zuletzt aber 1,1 Prozent nach.

Anleger zögern am Freitag mit weiteren Käufen - unter anderem wegen eines Dämpfers, den die Hoffnung auf ein baldiges Durchwinken der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump über Nacht erlitten hat. Der US-Senat hatte überraschend seine Abstimmung über die Steuerpläne auf Freitag verschoben. Am Markt wurde dies als Zeichen angesehen, dass es die Republikaner weiterhin schwer haben werden, das Gesetz abstimmungsreif und mehrheitsfähig zu bekommen.

Autowerte und Finanztitel unter Druck

Unter Druck stand vor allem der Automobilsektor, sowohl die Kurse der Hersteller wie BMW Börsen-Chart zeigen , Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen als auch die der Zulieferer wie Infineon und Continental Börsen-Chart zeigen . Die Verluste reichten von 1 bis 2 Prozent. Der Sektor war zuletzt gut gelaufen, ein steigender Euro könnte jedoch die Branche belasten.

Europaweit gerieten vor allem Finanzwerte unter die Räder. In London und Paris fielen die Aktien von Lloyds, Barclays und BNK Paribas um bis zu drei Prozent. Auch exportstarke Autowerte flogen aus den Depots, Volkswagen-Titel waren mit einem Minus von 2,4 Prozent größter Dax-Verlierer, die Anteilsscheine von BMW und Daimler gaben je 1,7 Prozent nach. In Mailand stürzten FiatChrysler-Aktien um rund fünf Prozent ab.

Für Papiere des Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor ging es rund drei Prozent aufwärts. Die Aktien waren am Vortag um rund 18 Prozent eingebrochen, nachdem Apple einem Medienbericht zufolge künftig mehr wichtige Bauteile für seine Produkte im eigenen Haus entwerfen will.

Euro fällt wieder unter 1,19 US-Dollar

Zudem belastet der Euro, der auf 1,1940 Dollar stieg, die Stimmung. Er macht Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig. Gute Konjunkturaussichten beflügelten die Gemeinschaftswährung den dritten Tag in Folge. Die Geschäfte der Industrie der Euro-Zone laufen so gut wie seit dem Platzen der Internetblase vor über 17 Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte im November um 1,6 auf 60,1 Punkte.

Zudem belastete Händlern zufolge die politische Unsicherheit über eine neue Regierung in Deutschland den Dax. "Wenn es hier nicht zu Fortschritten kommt, dürfte der Index Mühe haben", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise haben am Freitag die Gewinne aus dem frühen Handel etwas ausgeweitet. Am Vorabend hatte ein Bündnis aus Opec-Staaten und anderen Förderländern eine Verlängerung des seit Jahresbeginn geltenden Produktionslimits beschlossen. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete gegen Mittag 63,09 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Januar-Lieferung stieg um 36 Cent auf 57,76 Dollar.

Asien uneinheitlich

Die asiatischen Börsen haben zum Wochenschluss keine einheitliche Richtung eingeschlagen. Auf die Stimmung drückte die verschobene Senatsabstimmung über die US-Steuerreform. Auftrieb gaben hingegen Kursgewinne aus den Sektoren Öl, Stahl und Maschinenbau. Sie hievten den japanischen Nikkei-Index 0,4 Prozent ins Plus auf 22.819 Punkte. Damit stieg er den dritten Tag in Folge. Der breiter gefasste Topix kletterte um 0,3 Prozent auf 1796 Zähler.

Bei den Einzelwerten sprangen die Aktien von Sharp 7,9 Prozent in die Höhe. Der Elektronikkonzern hatte mitgeteilt, dass seine Anteilsscheine vom 7. Dezember an wieder in der ersten Sektion der Tokioter Börse gehandelt würden.

Die übrigen asiatischen Handelsplätze traten mehr oder weniger auf der Stelle. Die Sorge über ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum lastete in China auf den Kursen.

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