Montag, 11. Dezember 2017

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Börsenschluss VW, BMW und Daimler treiben Dax an

VW-Chef Matthias Müller: Die VW-Aktie notiert so hoch wie seit Bekanntwerden des Dieselskandals im Herbst 2015 nicht mehr

Das Aus der Jamaika-Koalition bringt Anleger nicht aus der Ruhe. Dank kräftiger Gewinne bei Volkswagen, Daimler und BMW überspringt der Dax zeitweilig sogar die Marke von 13.200 Zählern. Die Aktie von VW notiert so hoch wie seit Beginn des Dieselskandals nicht mehr.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag an seine Vortageserholung angeknüpft. Nach einem zögerlichen Start legte der deutsche Leitindex schrittweise weiter zu und übersprang kurzzeitig auch wieder die Marke von 13.200 Punkten. Gestützt von weiteren Rekorden an den US-Börsen beendete er den Handel schließlich mit einem Plus von 0,83 Prozent auf 13.167 Zählern. Experten werteten die Fortsetzung des Anstiegs als gutes Zeichen, zumal wenige Tage zuvor ein erster Erholungsversuch schon am Folgetag wieder zunichte gemacht wurde.

"Der Dax hat die Sorgen um die politische Zukunft der Bundesrepublik heute vollständig abschütteln können", sagte Marktbeobachter Jens Klatt. Die Gründe dafür sind laut Analyst Robert Halver von der Baader Bank vor allem die stabil wachsende Weltwirtschaft und die niedrigen Zinsen. "Es scheint so, als ob Rückschläge von Anlegern weiterhin zum Kauf genutzt werden", erklärte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets.

Der MDax Börsen-Chart zeigen und der TecDax Börsen-Chart zeigen knüpften ebenfalls an ihre Vortagesgewinne an: Während der Index der mittelgroßen Werte um 0,96 Prozent auf 26.822 Punkte zulegte, rückte der Technologieindex um 1,58 Prozent auf 2583 Punkte vor.

Das überraschende Aus für die Jamaika-Sondierungsgespräche hatte die Anleger am Vortag nur kurz verunsichert. Im Lauf dieser Woche wird Bundespräsident Steinmeier mit den Parteien sprechen und dann darüber entscheiden, ob es zu einer Minderheitsregierung oder zu Neuwahlen in Deutschland kommen wird.

Volkswagen legt weiter zu - Empfehlung von Goldman Sachs

Die Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen legten am Dienstag weiter zu, nachdem sie bereits am Montag deutlich gestiegen waren. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Papiere von Volkswagen nach Aussagen zu den Zielen für 2020 auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 210 Euro belassen. Der erstmals veröffentlichte Ausblick des Autobauers für den freien Barmittelzufluss klinge im Vergleich zu seiner Schätzung konservativ. Dazu hätten die Wolfsburger die Ziele für den Umsatz und den Vorsteuergewinn nach oben revidiert.

Volkswagen schlossen den Handel am Dienstag mit einem Plus von mehr als 3 Prozent auf 170,40 Euro. Damit erreichten sie den höchsten Stand seit September 2015, als VW wegen des Abgasskandals in den USA erstmals in die Schlagzeilen geraten und der Aktienkurs eingebrochen war.

Im Sog von Volkswagen gewannen legten die Aktien von BMW Börsen-Chart zeigen rund 1,9 und die Papiere von Daimler Börsen-Chart zeigen rund 1,6 Prozent zu und zählte damit ebenfalls zu den stärksten Werten im Dax.

Yellen macht nach erster Amtszeit Schluss

Auch die Ankündigung von US-Notenbankchefin Janet Yellen, zum Ende ihrer Amtszeit nicht weiter unter ihrem Nachfolger im Führungsgremium der Bank mitarbeiten zu wollen, sorgte am Vorabend unter Anlegern in New York nicht für Aufregung.

Daten vom US-Häusermarkt, verkürzte Thanksgiving-Woche

Konjunkturdaten stehen kaum auf der Agenda, am ehesten könnten hier am Nachmittag Daten vom US-Häusermarkt einen Blick wert sein. Auch wegen der in den USA verkürzten Thanksgiving-Woche rechnen Experten mit einem eher ruhig Handel. In New York pausiert der Handel an diesem Donnerstag und am Freitag wird dort nur verkürzt gehandelt.

Vapiano und HelloFresh legen Zahlen vor

Auch die Berichtssaison der Unternehmen hat am Morgen nur noch Zahlen einiger Nebenwerte zu bieten. Jene der Restaurantkette Vapiano kamen gut an: für die Papiere ging es um mehr als 3 Prozent hoch. Auch vom Kochboxen-Anbieter und Börsenneuling HelloFresh , an dem die Startup-Schmiede Rocket Internet beteiligt ist, hatte es am Morgen aktuelle Resultate gegeben.

ProSiebenSat1 setzt Erholung fort - JP Morgan stützt

ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen knüpften derweil mit plus 2,3 Prozent an ihre Kursrally vom Vortag an. Nach einer Phase, in der die Aktien von TV-Konzernen von Anlegern ordentlich abgestraft wurden und Senderchef Thomas Ebeling seinen Abschied im Februar 2018 angekündigt hatte, werden Analysten mehr und mehr optimistischer. Nun stufte JPMorgan die Papiere hoch - genauso wie jene des Konkurrenten RTL Börsen-Chart zeigen , dessen Papiere im MDax Börsen-Chart zeigen 1,7 Prozent höher lagen. Die Bewertungen seien günstig, die Erwartungen gering und die strukturellen Sorgen übertrieben, begründete Analyst Daniel Kerven seine neue Einschätzung der beiden Papiere mit "Overweight".

Euro gibt leicht nach, türkische Lira auf Rekordtief

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag leicht nachgegeben. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung in einem ruhigen Umfeld 1,1725 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Am Montag war der Euro durch die gescheiterten Gespräche zur Regierungsbildung in Deutschland und solide US-Wirtschaftsdaten zeitweise belastet worden.

Unter anhaltendem Druck stand dagegen die türkische Lira. Sowohl zum US-Dollar als auch zum Euro fiel sie auf ein Rekordtief. Als Auslöser wurden jüngste Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan genannt. Erdogan hatte sich zum wiederholten Mal gegen höhere Leitzinsen ausgesprochen. Erdogan gilt schon länger als Kritiker hoher Zinsen zur Inflationsbekämpfung.

Bitcoin auf Rekordhoch

Die Rekordjagd beim Bitcoin Börsen-Chart zeigen geht weiter. Am Montagnachmittag erreichte der Kurs der Digitalwährung an wichtigen Handelsbörsen wie zum Beispiel Bitstamp oder Coinbase einen Höchststand bei 8231 Dollar. Seit Beginn des Jahres ist der Wert der Digitalwährung um etwa 800 Prozent gestiegen. Während der Bitcoin von einem Rekordhoch zum nächsten springt, sehen Experten eine gefährliche Marktübertreibung und warnen vor den Folgen einer platzenden Preisblase.

Der Höhenflug sei massiv, sagte Experte Luke Hickmore vom Vermögensverwalter Aberdeen Standard Investments in London. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird der Bitcoin weiterhin von der Aussicht angetrieben, dass die Digitalwährung künftig an der weltgrößten Terminbörse für Finanzderivate CME in Chicago gehandelt werden kann. Es sei unklar, wann die Blase platzen werde, sagte Hickmore. Allerdings werde es dann "eine Menge an Schmerzen auslösen". Obwohl Experten das Ende der Spekulationsblase erwarten, hat der Bitcoin Börsen-Chart zeigen zuletzt an Bedeutung gewonnen und kann an den Finanzmärkten nicht mehr ignoriert werden.

Steuerpläne von Trump müssen Senat-Abstimmung überstehen

"Für weihnachtliche Vorfreude ist es allerdings noch etwas zu früh", gibt die Helaba-Expertin Claudia Windt zu bedenken. Denn nach der Zustimmung im Repräsentantenhaus müssten die Steuerpläne von Donald Trump noch die Abstimmung im Senat überstehen, wo die republikanische Partei des US-Präsidenten "nur eine denkbar knappe Mehrheit" habe.

Uniper und Innogy stehen am Dienstag im Blick

Dem deutschen Aktienmarkt winkt am Montag ein ruhiger Wochenauftakt, da keine wichtigen Unternehmensnachrichten angekündigt sind. Etwas mehr Bewegung könnte es am Dienstag geben, wenn der Energiekonzern Uniper sich zum Übernahmeangebot des finnischen Konkurrenten Fortum äußert. Zudem stehen Kapitalmarktveranstaltungen des Rückversicherers Munich Re , der RWE-Ökostromtochter Innogy sowie des Rüstungskonzerns und Autozulieferers Rheinmetall an. Ferner legt die jüngst an die Börse gegangene Restaurantkette Vapiano Quartalszahlen vor.

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