Freitag, 24. November 2017

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Leitindex deutlich über 13.100 Punkten EZB erfreut Anleger - Dax schließt auf Rekordstand

EZB-Präsident Draghi: Die Zentralbank lässt die Kurse steigen

Der von der EZB eingeläutete Kurswechsel in der Geldpolitik versetzt Börsianer in Feierlaune. Der Dax Börsen-Chart zeigen kletterte am Donnerstag auf dem Rücken eines fallenden Euros auf ein Rekordhoch von zwischenzeitlich mehr als 13.144 Punkten. Der Index beendete den Handelstag mit einem Plus von 1,4 Prozent beim Stand von 13.133,3 Punkten, dem höchsten Schlusskurs seiner Geschichte. Der Euro beschleunigte seine Talfahrt, er fiel um 1 Prozent auf unter 1,17 Dollar.

Anleger spekulieren Händlern zufolge darauf, dass die Geldflut trotz der angekündigten Drosselung der Anleihekäufe noch lange bestehen bleibt. Die EZB will künftig zwar deutlich weniger Anleihen am Markt aufkaufen, aber sie verlängerte das Programm bis mindestens September 2018.

"Die Entscheidung ist im Prinzip so ausgefallen wie erwartet, aber offenbar hatten einige Anleger mit einer deutlicheren Straffung der Geldpolitik gerechnet", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Die EZB hält sich alle Optionen offen."

Mit der Ankündigung halbierter monatlicher Anleihekäufe hat die Notenbank zwar wie erwartet den ersten Schritt zum Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik getan. Sparer müssen sich aber gedulden, weil die Währungshüter weiterhin nicht an der Zinsschraube drehten. "Die Geldpolitik bleibt locker und wird nur soweit gestrafft, dass Aktienkäufer hervorragend damit leben können", sagte Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research. Der Nachrichtenfluss zur Katalonien-Krise konnte der Rally nichts anhaben.

Der MDax Börsen-Chart zeigen als Heimat mittelgroßer Konzerne gewann am Donnerstag sogar fast 2 Prozent auf 26.513 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen legte um 0,9 Prozent auf 2490,3 Punkte zu. Allesamt profitierten sie dabei auch vom schwachen Euro, der unter den EZB-Entscheiden litt und tendenziell die Exportaussichten der hiesigen Unternehmen verbessert.

Zuvor hatten überwiegend gute Quartalszahlen großer Unternehmen die Aktienkurse bereits gestützt. Im frühen Geschäft stieg der Dax um 0,10 Prozent auf 12.963 Punkte. Tags zuvor hatte der Leitindex rund ein halbes Prozent verloren und war unter die als bedeutsam angesehene Marke von 13.000 Punkten gerutscht.

Im Dax konnte die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen die Anleger trotz eines überraschenden Gewinnsprungs nicht überzeugen. Die Aktien fielen um 2 Prozent.

Dagegen kamen Beiersdorf mit ihrer Anhebung der Umsatzprognose bei den Anlegern gut an: Die Aktien kletterten um 3,8 Prozent und damit an die Dax-Spitze. Dagegen fielen Bayer um rund drei Prozent. Vor der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto schwächelt ausgerechnet das Agrargeschäft.

Die Papiere von Münchener Rück pendelten um ihren Mittwochsschluss. Die Serie von Wirbelstürmen in den USA und der Karibik kommt den weltgrößten Rückversicherer teuer zu stehen, womit die Anleger aber schon gerechnet hatten.

Der Euro hat sich am Donnerstag vor mit Spannung erwarteten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) über der Marke von 1,18 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1825 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch auf 1,1785 Dollar festgesetzt.

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mit Nachrichtenagenturen

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