Samstag, 18. November 2017

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Dax und Dow jeweils auf Rekordniveau Börsen auf Rekordhoch - UBS sieht Bullenmarkt intakt

Die Rekordjagd in den USA und in Asien hat auch den Dax am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch getrieben. Der Index nimmt die Marke von 13.100 Punkten in den Blick. Auch an der Wall Street geht es weiter nach oben.

Der Rekordlauf an der Wall Street und in Asien hat am Mittwoch den Dax auf ein neues Rekordniveau getrieben. Bis zum Handelsschluss auf Xetra legte der Dax um 0,4 Prozent auf 13.043 Punkte zu und schloss damit so hoch wie noch nie in seiner 30-jährigen Geschichte. Für weitere Unterstützung sorgte der Euro, der zum Dollar weiter nachgab.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von ProSieben, Vonovia und Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen. Dagegen rutsche die Aktie der Deutschen Börse am Nachmittag gegen den Trend ab: Laut einem Bericht von manager magazin hat die Finanzaufsicht BaFin sich kritisch über den jüngsten Deal zwischen Börsenchef Carsten Kengeter und der Staatsanwaltschaft geäußert.

Wall Street weiter auf Rekordniveau - UBS sieht Bullen weiter laufen

Auch an der Wall Street hat der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Mittwoch seine Rekordjagd fortgesetzt. Der US-Leitindex kletterte im frühen Handel über die Marke von 23.100 Zählern.

Der aktuelle Bullenzyklus an der Wall Street könnte sich nach Auffassung von Charttechnikern der UBS noch bis in das neue Jahr erstrecken. Laut den technischen Analysten Michael Riesner und Marc Müller könnte die Welle beim S&P 500 ihren Höhepunkt im ersten Quartal 2018 erreichen.

Techriese IBM mit Erleichterungsrally

Sehr erfreut reagierten Anleger am Mittwoch auf die Resultate von IBM . Der IT-Riese hatte im dritten Quartal zwar weniger verdient als vor einem Jahr. Die Geschäfte waren aber besser gelaufen als von Analysten gedacht. UBS-Experte Steven Milunovich sprach vom besten Quartalsergebnis seit langem. Die IBM Börsen-Chart zeigen -Titel zogen um 8,87 Prozent auf 159,54 US-Dollar an, was ihnen sowohl den Spitzenplatz im Dow als auch den höchsten Stand seit Anfang Mai bescherte.

Beim Pharmakonzern Abbott Laboratories sorgte der Quartalsbericht für ein Rekordhoch. Zuletzt gewannen die Aktien 1,05 Prozent auf 55,64 US-Dollar. Abbott hatte sowohl mit Umsatz als auch dem bereinigten Ergebnis je Aktie (EPS) aus dem fortgeführten Geschäft die Analystenerwartungen übertroffen.

Katalonien bleibt Randthema

Gedämpft wurde die Stimmung an den europäischen Märkten weiter durch die Unsicherheit über die Zukunft Kataloniens. Am Donnerstag um 10.00 Uhr läuft das Ultimatum der Madrider Zentralregierung ab. Bis dahin soll die Regionalregierung eindeutig sagen, ob sie vergangene Woche die Unabhängigkeit erklärt hat oder nicht. Die Anleger in Madrid machten weiter Kasse, der Leitindex fiel zeitweise um 0,5 Prozent. Auch spanische Anleihen standen auf den Verkaufszetteln: Die Rendite der zehnjährigen Titel zog entsprechend auf 1,60 von 1,55 Prozent am Dienstagabend an.

Zalando und Dortmund unter Druck

Für etwas trübe Stimmung sorgten enttäuschende Gewinnzahlen des Onlinemodehändlers Zalando Börsen-Chart zeigen , dessen Aktien um mehr als 4 Prozent einbrachen. Der Online-Händler steigerte zwar den Quartalsumsatz ersten Berechnungen zufolge überraschend stark um knapp 30 Prozent. Ein operatives Ergebnis zwischen minus fünf und plus fünf Millionen Euro liege aber unter seinen Erwartungen, betonte Analyst Volker Bosse von der Baader Helvea Bank.

Im SDax Börsen-Chart zeigen rutschten die Aktien von Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen (BVB) um 4,3 Prozent ab. Der Fußball-Bundesligist kam in Zypern bei Apoel Nikosia nicht über ein 1:1 hinaus und hat kaum noch Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Bei dem Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen stand ein Minus von 0,16 Prozent auf 2509 Punkte zu Buche. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen trat nahezu auf der Stelle.

Asien: Nikkei auf höchstem Niveau seit 21 Jahren

Die Rally an der japanischen Börse geht weiter. Der Nikkei Börsen-Chart zeigen legte am Mittwoch den zwölften Tag in Folge zu und schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 21.363,05 Punkten auf dem höchsten Stand seit 21 Jahren. "Die Dynamik der US-Börsen schwappt auf die anderen Märkte über", sagte Norihiro Fujito, Anlagestratege der Investmentbank Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

In Erwartung der Parlamentswahlen am Wochenende deckten sich Anleger wieder mit japanischen Papieren ein. Umfragen zufolge kann die Regierung des Ministerpräsidenten Shinzo Abe auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit hoffen.

Kobe Steel fällt 40 Prozent binnen 10 Tagen

Gegen den Trend rutschten Kobe Steel um 3,1 Prozent ab. Damit sind die Papiere wegen des Skandals um gefälschte Produktdaten in den vergangenen beiden Woche rund 40 Prozent abgestürzt. In China richtete sich die Aufmerksamkeit der Börsianer auf den Kongress der Kommunistischen Partei. Wegen der Spekulationen auf eine Abkühlung der Konjunktur warteten sie auf überraschende Reformen zur Ankurbelung der Wirtschaft, sagte Analyst Yan Kaiwen vom Brokerhaus China Fortune.

Euro gibt zum Dollar weiter nach

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwoch nach zum Teil deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Handelstagen vorerst stabilisiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1757 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1759 Dollar festgesetzt.

Eine für den Vormittag geplante Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi dürfte das Interesse auf sich ziehen. Experten erwarten allerdings nicht, dass Draghi Details für die Rückführung des Kaufprogramms von Anleihen liefern wird. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Notenbank bei der Zinssitzung am kommenden Donnerstag einen ersten Schritt zu einem Ausstieg aus dem Programm beschließen wird.

Ölpreis steigt

Sorgen vor Lieferausfällen aus wichtigen Fördergebieten im Norden des Irak sorgten seit Beginn der Woche für Auftrieb bei den Ölpreisen. Zuletzt hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs von zunehmenden geopolitischen Risiken gesprochen, die am Ölmarkt derzeit eine Rolle spielten. Neben dem Konflikt in den Kurdengebieten im Norden des Irak nannten die Experten von Goldman Sachs auch das angespannte Verhältnis zwischen dem Iran und den USA, das derzeit die Ölpreise ebenfalls stützt.

Die Ölpreise sind am Mittwoch weiter gestiegen. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Morgen 58,21 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November stieg um 18 Cent auf 52,06 Dollar.

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