Mittwoch, 22. November 2017

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Börse Dax fällt dritten Monat in Folge

Wieder unter 1,20 US-Dollar: Der Euro hat am Donnerstag leicht nachgegeben

Der Dax legt am Donnerstag leicht zu, beendet den August aber mit Verlusten. In den USA legen Dow Jones und Nasdaq dagegen weiter zu.

Spekulationen auf einen weiteren Geldregen der Zentralbanken haben dem Euro am Donnerstag zeitweise zugesetzt. An den Aktienmärkten sorgte das für Erleichterung: Der Dax Börsen-Chart zeigen legte bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) um 0,4 Prozent zu und schloss über der Marke von 12.000 Zählern.

Insidern zufolge bereitet die Aufwertung der Europäischen Zentralbank (EZB) immer größere Kopfschmerzen. Sie könnte deshalb ihre Anleihekäufe womöglich langsamer herunterfahren, sagten drei mit der Diskussion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Vor allem Währungshüter aus den wirtschaftlich schwächeren Ländern der Gemeinschaft fürchten, dass ein zu starker Euro das Wachstum und die Inflationsentwicklung bremst.

Euro testet 30-Monats-Hoch: Sorgen um Euro-Aufwertung wachsen

Der Euro fiel nach der Meldung um 0,5 Prozent auf 1,1824 Dollar. Ein überraschend starker Anstieg der europäischen Teuerung hatte ihn zuvor noch bis auf 1,1905 Dollar getrieben. "Die Kursreaktion des Euro zeigt, wie empfänglich der Markt für solche Nachrichten ist", sagte Helaba-Analystin Viola Julien. Beim Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole hätten Anleger vergeblich auf geldpolitische Signale des EZB-Chefs Mario Draghi gewartet. "Bei der nächsten Ratssitzung am 7. September muss Draghi aber liefern."

Der Euro hat seit dem Jahresstart knapp 14 Prozent zugelegt. Am Dienstag hatte er mit 1,2069 Dollar den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren markiert.

Trump lockt Anleger erneut mit Steuerversprechen

Auch die Hoffnung auf niedrigere Firmensteuern in den USA stimmte Investoren freudig. "Zur Abwechslung konnte Trump mit seiner Rede über die geplante Steuerreform mal für positive Impulse an den Märkten sorgen", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst vom Handelshaus AxiTrader. Zwar fehle es an Details, aber es stimme positiv, dass der Plan einer Absenkung der Unternehmenssteuern auf 15 Prozent nicht verworfen wird. An der Wall Street legte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen bis zum frühen Abend um 0,2 Prozent zu.

Dax mit drittem Verlustmonat in Folge

Noch am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump mit einem erneuten verbalen Hieb in Richtung Nordkorea an der Börse für lange Gesichter gesorgt. Wegen der Spannungen verlor der Dax Börsen-Chart zeigen trotz des jüngsten Erholungsversuchs auf Monatssicht 0,5 Prozent und beendete damit den dritten Monat in Folge mit Verlusten. Das ist die längste Verlustserie seit eineinhalb Jahren.

Einzelhändler Carrefour stürzt ab - Lufthansa an Dax-Spitze

Ein pessimistischer Ausblick brockte Carrefour den größten Kurssturz seit 1997 ein. Die Aktien des weltweit zweitgrößten Einzelhändlers stürzten um mehr als 13 Prozent ab und waren mit 16,91 Euro so billig wie zuletzt vor fünf Jahren. Das Unternehmen warnte, dass der operative Gewinn 2017 wohl um zwölf Prozent zurückgehen wird. Darüber hinaus schraubte es sein Umsatzziel zurück.

Dagegen setzte sich die Aktie der Lufthansa Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von rund 3 Prozent an die Spitze des Dax Börsen-Chart zeigen.

Spekulationen um EZB-Politik drücken Euro nur kurzzeitig

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der ultra-lockeren EZB-Geldpolitik hat dem Euro am Donnerstag nur kurzfristig zugesetzt. Er fiel binnen Minuten um einen knappen halben US-Cent auf 1,1846 Dollar, erholte sich dann aber wieder und überwand am Abend wieder die Marke von 1,19 US-Dollar.

Insidern zufolge bereitet die Aufwertung der Gemeinschaftswährung in den vergangenen Monaten der Europäischen Zentralbank (EZB) immer größere Kopfschmerzen. Dies könne dazu führen, dass die Entscheidung über eine Drosselung der Anleihekäufe hinausgezögert werde oder das sogenannte "Tapering" langsamer laufen werde als gedacht.

Hurrikan Harvey lässt Benzinpreise in den USA steigen

Wegen des Ausfalls von Raffinerien in Texas und Louisiana durch die vom Wirbelsturm "Harvey" angerichtete Flut wird in den USA das Benzin knapp. Dies treibt an den Terminmärkten die Benzin-Futures immer höher. Erstmals seit 2015 kostete eine Gallone (3,8 Liter) am Donnerstag zwei Dollar. Zum Mittwoch war das ein Plus von 6,6 Prozent. Mindestens 4,4 Millionen Barrel am Tag können derzeit nicht verarbeitet werden. Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten US-Kapazitäten, wie Unternehmen und Reuters schätzen.

Die Ölpreise notierten am Morgen wenig verändert. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 50,76 Dollar 0,2 Prozent weniger. US-Leichtöl WTI lag bei 45,96 Dollar kaum verändert. Da das Öl derzeit nicht verarbeitet werden kann, sind die Preise zuletzt im Sog von "Harvey" gefallen.

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