Sonntag, 19. November 2017

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Börse Dax-Anleger ziehen die Reißleine

Flucht ins Gold: Anleger suchen insbesondere bei politisch unsicheren Lagen die "sicheren Häfen" auf

Der Nordkorea-Konflikt und ein Euro auf Rekordhoch jagen die Anleger aus den Aktien. Der Kurs von ProSiebenSat1 bricht ein. Gold ist gefragt.

Der weiter erstarkende Euro Börsen-Chart zeigen und ein neuerlicher nordkoreanischer Raketentest haben den Dax am Dienstag in die Knie gezwungen. Schon am Morgen rutschte der deutsche Leitindex unter die viel beachtete Marke von 12.000 Punkten und weitete seine Verluste danach noch aus.

Zum Börsenschluss lag der Dax Börsen-Chart zeigen 1,5 Prozent im Minus bei 11.945,88 Punkten. Für den MDax Börsen-Chart zeigen, den Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen, ging es um 1,3 Prozent auf 24.324,27 Punkte bergab. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen gab um 1,2 Prozent auf 2229,18 Zähler nach.

Euro überspringt Marke von 1,20 Dollar

Ein Auslöser des Kursrutschs war Nordkoreas jüngster Raketentest, der in den Augen vieler Beobachter eine Stufe der Eskalation darstellte. An den asiatischen Börsen reagierten die Anleger mit Aktienverkäufen, wenngleich sich die Lage im späten Handel merklich entspannte.

Der Euro Börsen-Chart zeigen kletterte erstmals seit zweieinhalb Jahren über 1,20 US-Dollar und kostete zuletzt 1,2034 Dollar. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Gewinne zum Dollar nun auf knapp 15 Prozent. Ein starker Euro kann die Exporte hiesiger Unternehmen in Länder außerhalb des Währungsraums erschweren. Das drückt auf die Aktienkurse.

Der Preis für die "Antikrisen-Währung" Gold Börsen-Chart zeigen stieg auf ein Zehn-Monats-Hoch von 1325,94 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Aktien von Medienunternehmen verlieren rasant

Schlecht erging es im Dax vor allem ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen: Die Papiere des Medienkonzerns sackten um rund 14,5 Prozent auf 27,935 Euro ab und notierten damit wieder auf dem Stand von Oktober 2014. Dem Medienkonzern macht ein schwacher TV-Markt zu schaffen. Auch alle anderen Dax-Werte schlossen im Minus.

Am MDax-Ende verloren die Aktien des Konkurrenten RTL Börsen-Chart zeigen 5 Prozent, für die Aktie des Werbevermarkters Ströer Börsen-Chart zeigen ging es um mehr als 4 Prozent nach unten.

Adva Optical bricht um ein Viertel ein

Zudem stand der Kurseinbruch bei Adva Börsen-Chart zeigen im Fokus. Nachdem der Telekomausrüster wegen einer unerwartet schwachen Auftragslage seine Gewinn- und Umsatzerwartungen an das laufende Quartal gesenkt und Stellenstreichungen angekündigt hatte, büßten die Aktien am TecDax-Ende rund 27,5 Prozent ein.

Tropensturm Harvey drückt Ölpreis in Amerika

Die Ölpreise sind am Dienstag erneut gefallen. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Oktober kostete am frühen Abend 51,57 US-Dollar. Das waren 31 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 80 Cent auf 45,78 Dollar.

Am Ölmarkt bleiben der tropische Wirbelsturm "Harvey" und die Auswirkungen der Überschwemmungen auf die Ölindustrie an der Südküste der USA das alles beherrschende Thema. Im US-Bundesstaat Texas wurden mehrere Raffinerien geschlossen. Derzeit gebe es einen starken Einbruch bei der Nachfrage nach Rohöl in den USA, sagte Experte John Kilduff von "Again Capital", einem auf Rohstoffe spezialisiertem Handelshaus.

"Die Überschwemmungen werden noch längere Zeit eine Wiederaufnahme des Raffineriebetriebs, eine Bestandsaufnahme der Schäden und notwendige Reparaturarbeiten erschweren", hieß es in einer Analyse von Rohstoffexperten der Commerzbank. Sie verwiesen außerdem auf die Preisdifferenz zwischen den beiden Ölsorten, die sich auf etwa fünf Dollar ausgeweitet habe. Größer sei die Differenz zuletzt vor zwei Jahren gewesen.

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rei/mg/ak/dpa/Reuters

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