Mittwoch, 22. November 2017

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Börse Starker Euro setzt Dax zu - Lufthansa-Aktie fliegt hoch

Angesichts eines kräftig gestiegenen Euro ist dem deutschen Aktienmarkt der Start in die neue Börsenwoche missglückt. Auch schwache Vorgaben aus den USA und Asien drücken Anlegern auf die Stimmung. Lufthansa-Aktien blieben gefragt.

Angesichts eines kräftig gestiegenen Euro ist dem deutschen Aktienmarkt der Start in die neue Börsenwoche missglückt. Der Dax Börsen-Chart zeigen büßte am Montag 0,82 Prozent auf 12065,99 Punkte ein. Damit verteidigte er aber immerhin die Marke von 12.000 Zählern. Die Gemeinschaftswährung Euro Börsen-Chart zeigen, die am Morgen noch 1,1731 US-Dollar gekostet hatte, legte im Tagesverlauf bis auf 1,1825 Dollar zu.

Mit einem festen Euro können sich die Ausfuhrchancen deutscher Unternehmen verschlechtern, was den Dax als exportorientierten Index belastet. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ging die Kursbewegung am Devisenmarkt vom Dollar aus, der am Nachmittag zu allen wichtigen Währungen unter Druck stand. Sie verwiesen auf das Polit-Chaos in der US-Regierung.

Der MDax Börsen-Chart zeigen sank um 0,51 Prozent auf 24701,49 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen büßte 0,58 Prozent auf 2245,52 Zähler ein. Analyst Jens Klatt von JFD Brokers wies darauf hin, dass sich der US-Volatilitätsindex Vix, auch "Angstbarometer" genannt, noch immer auf der Höhe des Jahreshochs bewege. Das spiegele eine anhaltende Nervosität am US-Markt wider, "die alles andere als Sicherheit versprüht und zeigt, dass auch der Dax noch lange nicht über den Berg ist", folgerte der Experte. Ein Rückfall des Dax unter 12 000 Punkte sei also durchaus realistisch.

Die Hoffnung der Anleger auf eine lukrative Übernahme von Teilen der Air Berlin Börsen-Chart zeigen treibt die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen weiter an. Sie lagen am Montag zu Börsenschluss bei 20,86 Euro und schlossen damit mit einem Plus von 0,6 Prozent.

Rückendeckung für einen möglichen Deal kommt auch aus der Politik. So hatte sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) für eine starke Rolle der Lufthansa ausgesprochen. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) befürwortet ebenfalls eine Stärkung der Lufthansa. Allerdings sprach sich die Bundesregierung gleichzeitig gegen die Übernahme durch nur ein Unternehmen aus - eine etwas verwirrende Position. So gelten denn auch der Billigflieger Easyjet , der Ferienflieger Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor als aussichtsreiche Kandidaten.

Seit dem Insolvenzantrag der kriselnden Air Berlin in der vergangenen Woche setzen Investoren auf noch mehr Rückenwind für die Kranich-Airline. Schließlich würde mit Air Berlin ein Wettbewerber wegfallen und die Lufthansa könnte sich Teile schnappen, um die eigene Stellung zu stärken. So hatte Analyst Anand Date von der Deutschen Bank bereits darauf hingewiesen, wie gut sich die Lufthansa gegen die Billigflieger-Konkurrenz auf ihrem Heimatmarkt wappnen könnte.

Nachdem Anleger in der zweiten Juli-Hälfte bei den Aktien infolge eines starkes Laufs erst einmal Kasse gemacht hatten, näherte sich der Kurs nun denn auch wieder dem Mehrjahreshoch von Mitte Juli bei 21,225 Euro. Dieses hatte er dank einer kräftigen Geschäftsbelebung in den vergangenen Monaten und der Aussicht auf ein weiterhin positives Branchenumfeld erreicht. Allein im bisherigen Jahresverlauf summiert sich das Plus der Aktien nun wieder auf mehr als 71 Prozent. Damit liegen sie knapp hinter den Papieren des Versorgers RWE auf dem zweiten Platz im Dax.

Analyst Stephan Bauer vom Bankhaus Lampe hält nach dieser Entwicklung all die stützenden Faktoren für ausreichend in den Aktienkurs eingepreist. Das gelte auch für die positiven Folgen der Insolvenz von Air Berlin in puncto Nachfrage und Angebot sowie Ticketpreise für die Branche. So kann eine geringere Zahl von Anbietern den Verkaufspreisen zugutekommen.

Angesichts "starker Halbjahreszahlen, eines fortgesetzt starken Passagierverkehrs und eines nachlassenden Preisdrucks" hob Bauer denn auch seine Gewinnerwartungen an und schraubte das Kursziel um 6 auf 21 Euro nach oben, beließ es aber bei einer "Halten"-Einstufung.

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mg/nis/wed/dpa-afx/rtr

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