Samstag, 22. Juli 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Börse Dax klettert weiter, Tesla springt auf Rekordoch

Die Tesla-Fighter der Autokonzerne: Strom-Schläger: Diese Modelle sollen Tesla (bald) Paroli bieten
Fotos
Volvo

Positive Konjunkturdaten und zahlreiche Unternehmensbilanzen treiben den Dax weiter an. Gefragt sind Aktien von Eon und RWE. In den USA springt die Aktie von Tesla auf ein Rekordhoch.

Begleitet von einer regelrechten Zahlenflut hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag zeitweise eine neue Bestmarke erklommen. Unterstützung kam von erneut stark ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland. Der Leitindex gewann zeitweise 0,7 Prozent auf 12.777 Punkte, gab dann aber einen Teil der Gewinne ab und schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 12.750 Zählern. Der MDax Börsen-Chart zeigen stieg um 0,3 Prozent auf 25.169 Zähler. Der TecDax gewann 0,2 Prozent. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten am Dienstag die Aktien des Energiekonzerns Eon, die nach Vorlage von Quartalszahlen rund 4 Prozent zulegten. Im Gefolge legten auch die Aktien von Konkurrent RWE um mehr als 1 Prozent zu.

Wall Street etwas fester, S&P 500 auf Rekordhoch

An der Wall Street haben sich die Anleger am Dienstag zum Handelsbeginn zuversichtlich gezeigt. Ihre Risikobereitschaft wurde angefacht von einer bislang überzeugenden Bilanzsaison der Firmen und der Erleichterung nach dem Sieg des wirtschafts- und europafreundlichen Politikers Emmanuel Macron bei der Präsidentenwahl in Frankreich.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen der Standardwerte notierte in den ersten Minuten 0,1 Prozent höher bei 21.038 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte ebenfalls 0,1 Prozent auf 2402 Zähler und markierte ein neues Rekordhoch. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen stieg 0,2 Prozent auf 6115 Stellen und erreichte ebenfalls einen neuen Höchststand.

Rekordhoch: Börsen-Lieblinge Apple und Tesla klettern weiter

Die Apple Börsen-Chart zeigen -Aktie stieg um weitere 0,7 Prozent und erreichte den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch. Zuletzt notierte sie bei 154 US-Dollar.

Noch stärkere Kursgewinne wies die an der Nasdaq notierte Aktie des US-Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen auf: Die Aktie kletterte am Dienstag um 4 Prozent auf 320 US-Dollar und damit ebenfalls auf ein Rekordhoch. Seit Jahresbeginn hat Tesla Börsen-Chart zeigen bereits 50 Prozent an Wert gewonnen. Binnen vier Jahren hat sich der Börsenwert von Tesla mehr als verdreifacht - im Mai 2017 war das Papier noch für 100 Dollar zu haben.

Unter den Einzelwerten zogen Marriott International deutlich nach oben. Die Hotelgruppe überzeugte die Investoren mit einem Vierteljahresgewinn über den Erwartungen.

Noch stärker schoss die Valeant-Aktie in die Höhe, die 15 Prozent gewann. Der kanadische Pharmakonzern präsentierte den ersten Gewinn seit sechs Quartalen.

Rekord-Exporte in Deutschland

Für Deutschland wurden neue Rekorddaten zum Außenhandel im März gemeldet. Die Industrie fuhr zudem im März ihre Produktion zwar zurück, aber weniger deutlich als erwartet. Einziger Wermutstropfen: Der kräftige Zuwachs im Februar wurde nachträglich leicht nach unten korrigiert.

In den Handelsräumen drehte sich das Interesse aber vor allem um die zahlreichen Quartalsberichte. Alleine aus dem Dax öffneten die Commerzbank, Eon und die Munich Re ihre Bücher. Seine endgültigen Zahlen legte zudem der Autozulieferer Continental vor.

Mit plus 2,49 Prozent waren die Aktien der Commerzbank Spitzenwert im Leitindex und bauten damit ihre starken Gewinne der vergangenen sechs Monate noch etwas weiter aus. Dax-Schlusslicht waren die Anteilsscheine der Munich Re mit minus 2,00 Prozent. Analysten monierten vor allem den geringer als erwarteten Überschuss sowie den Geschäftsbereich Rückversicherung Schaden/Unfall.

Commerzbank überrascht mit Gewinnanstieg

Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen meldete am Morgen als erster Dax-Konzern seine Zahlen und überraschte die Analysten mit einem Gewinnanstieg im ersten Quartal. Ein Händler sagte, sie seien auf den ersten Blick etwas besser als erwartet ausgefallen. Er lobte vor allem die wichtige Kernkapitalquote von 12,5 Prozent. Allerdings bleibe die Bank wegen des herausfordernden Umfeldes vorsichtig, betonte er. Zudem ist die Commzerbank-Aktie seit Jahresbeginn auch bereits sehr stark gelaufen und ist mit einem Kursplus von 30 Prozent nach den Aktien von Lufthansa und RWE drittstärkster Wert im Dax. Die Aktie legte 2,49 Prozent zu und war damit Spitzenwert im Dax.

Münchener-Rück-Tochter Ergo schreibt wieder schwarze Zahlen

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien der Munich Re Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von 2 Prozent. Der Rückversicherer hat Belastungen durch Zyklon "Debbie" und andere Katastrophen zu Jahresbeginn mit Börsengeschäften aufgefangen. Unter dem Strich stand dank eines umfangreichen Verkaufs von Wertpapieren im ersten Quartal ein Gewinn von 554 Millionen Euro und damit 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die zuletzt verlustreiche Erstversicherungstochter Ergo schaffte es wieder in die schwarzen Zahlen. Finanzchef Jörg Schneider sieht den Gesamtkonzern auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen Gewinn von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro zu erreichen.

Eon-Konzerngewinn bricht um 46 Prozent ein

Der Energiekonzern Eon Börsen-Chart zeigen kämpft nach dem Rekordverlust 2016 auch im neuen Geschäftsjahr mit Einbußen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um etwa ein Drittel auf 1,04 Milliarden Euro geschrumpft, teilte der Versorger mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,07 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich verdiente der Versorger 628 Millionen Euro - ein Minus von 46 Prozent. Während das wichtige Geschäft mit den Strom- und Gasnetzen zulegen konnte, schwächelte das Vertriebsgeschäft.

Im MDax rutschten Fraport Börsen-Chart zeigen um 3,5 Prozent ab. Der Flughafenbetreiber musste zum Jahresauftakt wegen Ausgaben für den Personalumbau einen Gewinnrückgang hinnehmen.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen notierte am Dienstag weiter klar unter der Marke von 1,10 US-Dollar. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0925 Dollar und damit so viel wie am Vorabend. Nach der Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Präsidenten war der Euro kurzzeitig auf mehr als 1,10 Dollar gestiegen, die Gewinne konnten aber nicht gehalten werden.

Am Dienstag stehen nur wenige Konjunkturdaten an, die die Devisenkurse bewegen könnten. In den USA melden sich jedoch einige ranghohe Notenbanker zu Wort. Aktuell gehen die Anleger an den Finanzmärkten mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die US-Zentralbank ihren Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung im Juni weiter erhöhen wird. Will die Fed andere Signale senden, dürfte sie dies mit deutlichem Abstand vor der Zinssitzung tun, um abrupte Marktbewegungen zu vermeiden

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 49,40 US-Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juni-Lieferung stieg ebenfalls geringfügig um vier Cent auf 46,47 Dollar.

Die Bereitschaft der beiden größten Ölförderländer der Welt, Saudi-Arabien und Russland, zu einer Verlängerung der derzeit geltenden Fördergrenze ging an den Ölpreisen weitgehend vorbei. Beide Länder hatten sich am Montag entsprechend geäußert. Die Vereinbarung zwischen dem Ölkartell Opec und anderen großen Produzenten wie Russland läuft vereinbarungsgemäß zur Jahresmitte aus. Ende Mai trifft sich jedoch das Kartell, um über das Thema zu beraten. Es wird allgemein mit einer Verlängerung der Förderbegrenzung gerechnet.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

rei/mg/dpa-afx/rtr

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH