Donnerstag, 20. September 2018

Börse, Euro, Öl Dax verliert an Schwung - aber Wall Street steigt

Anzeigetafel an der Frankfurter Börse

Der brummende Jobmotor in denUSA hat Aktienanleger aus der Reserve gelockt - aber nur vorübergehend. Der Dax machte nach Veröffentlichung des amerikanischen Arbeitsmarktberichts anfängliche Kursverluste wett und sprang deutlich ins Plus. Dann gab der Index jedoch wieder nach und beendete den Handelstag beinahe unverändert.

Der Dax Börsen-Chart zeigen stand zum Handelsschluss bei minus 0,1 Prozent und 12.346 Punkten. Seit dem Rutsch auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr zum Wochenstart hat das Börsenbarometer damit bereits wieder etwa 4 Prozent gewonnen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann am Freitag rund 0,1 Prozent.

In der zweiten deutschen Börsenreihe ging es für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte um 0,3 Prozent auf 26.124 Punkte nach oben. Der TecDax Börsen-Chart zeigen der Technologiewerte stieg sogar um 1,3 Prozent auf 2692 Punkte.

An den US-Börsen stiegen die Kurse zur Eröffnung dagegen deutlich an. Mit 313.000 neuen Jobs verzeichnete der US-Arbeitsmarkt im Februar den stärksten Zuwachs seit mehr als anderthalb Jahren. Experten hatten lediglich mit 200.000 gerechnet. Die für die Inflationsentwicklung wichtigen Stundenlöhne legten im Schnitt jedoch nur um 0,1 Prozent zum Vormonat zu. Experten hatten mit einem Wert von plus 0,2 Prozent gerechnet.

Zudem begrüßten die Marktteilnehmer das geplante Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, meinten Experten. Die vortags kurz vor US-Handelsende von Trump beschlossenen Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium stießen zwar auf viel Kritik. Den Aktienkursen dies- und jenseits des Atlantik konnte das aber mittlerweile kaum mehr etwas anhaben.

Folge: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg um 1 Prozent auf 25.153,5 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index gewann ebenfalls 1 Prozent auf 2766,7 Punkte.

Wegen des schwachen Lohnwachstums kamen bei den Anlegern keine neuen Zinssorgen auf. "Die Fed kann ihren eingeschlagenen Kurs damit in Ruhe und ohne weitere Beschleunigung fortführen", sagte Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Eine weitere Zinserhöhung im März gilt bei vielen Investoren als ausgemachte Sache. Weitere Schritte nach oben in diesem Jahr dürften folgen.

Am Devisenmarkt ging der Dollar zunächst in die Knie, holte seine Verluste kurz darauf jedoch wieder auf. Der Euro notierte anschließend wie bereits vor Veröffentlichung der Daten bei 1,2280 Dollar. Am Anleihemarkt zogen die Renditen europäischer Staatsanleihen an.

Auch die am Donnerstag beschlossenen US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium trieben die Investoren um. Viele befürchten, dass es zu einem eskalierenden Handelskonflikt kommen könnte, der am Ende nur Verlierer hervorbringe. "So zeigen die Erfahrungen, dass ein Land, das Strafzölle einführt, damit vor allem sich selbst schadet", betonte Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg. Die Aktien europäischer Stahl-Hersteller wie ArcelorMittal, Salzgitter und Voestalpine verloren bis zu sechs Prozent.

Preissorgen drücken Lufthansa

Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen gerieten Händlern zufolge wegen etwas verhaltenerer Äußerungen zum Preisumfeld unter Druck. Die Papiere fielen um fast 4 Prozent. Auslöser waren die monatlichen Verkehrszahlen.

Den mit weitem Abstand letzten Platz im MDax Börsen-Chart zeigen belegten die Papiere von Salzgitter mit einem Minus von rund 5,5 Prozent. Angesichts der Strafzölle in den USA sei Salzgitter als reiner Exporteur klar im Nachteil, hieß es.

Die Aktien von Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen verloren als Schlusslicht im Kleinwerteindex SDax Börsen-Chart zeigen knapp 5 Prozent. Beim 1:2 gegen FC Salzburg hatte sich der Bundesligist schwach präsentiert.

Ölpreis steigt, für Bitcoin geht es abwärts

Dank der Entspannungssignale im Nordkorea-Konflikt griffen Anleger bei Rohöl zu. Die Sorte Brent Börsen-Chart zeigen aus der Nordsee verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 64,39 Dollar je Barrel (159 Liter). Die wachsende US-Produktion verhindere allerdings größere Kursgewinne, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar.

Für Bitcoin Börsen-Chart zeigen ging es dagegen erneut abwärts. Die Cyber-Devise verbilligte sich um rund zehn Prozent auf 8366,32 Dollar. Damit summierte sich das Minus seit Wochenbeginn auf rund 25 Prozent. Am Donnerstag hatte Japan zwei Kryptobörsen vorübergehend dichtgemacht.

Der Euro Börsen-Chart zeigen dagegen hat sich am Freitag stabil präsentiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2315 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag noch deutlich höher auf 1,2421 Dollar festgesetzt.

wed/cr/dpa-afx/Reuters

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