Mittwoch, 15. August 2018

Börse Dax und Dow Jones starten Erholungsversuch

Seit Freitagmorgen sind die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Euro-Zone in Kraft. Die Eskalation im Handelsstreit hatte am Vortag den Dax kräftig gedrückt. Doch Anleger spekulieren auf Erholung: Dow und Dax, Finanztitel und Aktien des Stahlkochers ThyssenKrupp legen zu.

Nach dem Kursrutsch am Vortag hat der Dax am Freitag einen Erholungsversuch gestartet. Bis zum Nachmittag notierte der Dax Börsen-Chart zeigen 1,0 Prozent fester und schloss über der Marke von 12.700 Punkten. Auch MDax und TecDax legten wieder zu.

Zu den Gewinnern gehörten die Finanzwerte. Commerzbank Börsen-Chart zeigen und Allianz Börsen-Chart zeigen legten zwischen 2 und 4 Prozent zu, nachdem es in Italien am Abend doch noch zu einer Regierungsbildung gekommen war und die Renditen italienischer Staatsanleihen wieder nachgaben. Für die Deutsche Bank reichte es nach ihrem Kurssturz vom Vortag unterdessen nur für einen zarten Erholungsversuch.

Aber auch die Aktien des Stahlkochers Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen legten zu: Offenbar setzen Anleger darauf, dass es mittelfristig eine Lösung im Handelsstreit zwischen EU und USA gibt.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq starten Erholungsversuch

An der Wall Street legte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen im frühen Handel um rund 0,8 Prozent zu. Nachdem am Donnerstag noch Sorgen vor einem sich wieder verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und anderen Ländern die Agenda bestimmt hatten, richten sich die Augen der Anleger nun auf die neuen Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt. Zu den Gewinnern im Dow zählten vor allem Finanz- und Technologietitel.

Die US-Wirtschaft hatte im Mai mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Zudem stiegen die Löhne und Gehälter stärker als gedacht. Die Lohnentwicklung, die seit längerem trotz einer robusten Konjunktur vergleichsweise schwach ausfällt, spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der Notenbank.

Auf Unternehmensseite stehen eine Reihe von Einzelhändlern im Fokus. So überraschte die Textilhandelskette Abercrombie & Fitch mit ihrem Umsatz im ersten Quartal positiv, was die Aktien im vorbörslichen US-Handel um 6,5 Prozent in die Höhe schnellen ließ.

Deutsche Bank Aktie schwankt um 9,50 Euro

Im Fokus stehen auch heute die Papiere der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Sie waren am Fronleichnamstag um mehr als 7 Prozent auf 9,21 Euro eingebrochen. Einem Medienbericht zufolge zählt die US-Tochter des deutschen Geldinstituts für den US-Sicherungsfonds FDIC nunmehr zu den "Problembanken". Am Freitag folgte eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's. Nach dem Ausverkauf setzte die Bank am Freitag dennoch zu einer Erholung an: Zuletzt notierte sie um die Marke um 9,50 Euro.

Mit der Aussicht auf eine Regierungskoalition von Populisten und Rechten in Italien dürfte sich die Aufwärtsdynamik an den Börsen voraussichtlich jedoch in Grenzen halten. Beobachter verweisen zudem auf das Misstrauensvotum gegen den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. "Die Risikoaversion der Marktteilnehmer sollte weiterhin hoch bleiben", sagte Christian Schmidt von der Helaba.

Apple-Zulieferer Dialog kräftig unter Druck

Am Nachmittag dürfte der offizielle Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für den Monat Mai das Interesse auf sich ziehen. Vor allem der Entwicklung der Löhne und Gehälter dürfte die Aufmerksamkeit gelten. "Viele haben noch immer in schmerzhafter Erinnerung, dass ein schnellerer Lohnanstieg Anfang Februar den Ausverkauf an den Börsen ausgelöst hat", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Papiere des Apple -Zulieferers Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen gaben zuletzt um mehr als 5 Prozent nach. Das Unternehmen wird nach eigener Aussage künftig weniger Halbleiter an Apple liefern und rechnet bereits im kommenden Jahr mit weniger Umsatz.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Freitag im frühen Handel leicht nachgegeben. Am Morgen kostete Gemeinschaftswährung 1,1670 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Der amerikanische Dollar legte dagegen zu vielen Währungen moderat zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1699 Dollar festgesetzt.

Gestützt wurde der Euro zuletzt durch die Aussicht auf eine Regierung in Italien. Für Beruhigung unter Anlegern sorgt dabei vor allem die Vermeidung von Neuwahlen, von denen laut Umfragen vor allem die rechtsnationale Lega profitiert hätte. Am heutigen Freitag soll die Vereidigung der neuen Koalition vonstatten gehen.

An Konjunkturdaten stehen vor dem Wochenende Zahlen aus den USA im Mittelpunkt. Von dort kommen gleich zwei marktbewegende Daten: Zum einen veröffentlicht die Regierung ihren monatlichen Arbeitsmarktbericht, zum anderen gibt das Institut ISM seine Konjunkturumfrage im verarbeitenden Gewerbe bekannt. Der ISM-Index weist einen hohen Gleichlauf mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung auf.

mit Nachrichtenagenturen

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