Mittwoch, 15. August 2018

Trump drückt Börsen Dax taucht ab, Deutsche Bank im freien Fall

Gegen Freihandel: Donald Trump droht erneut deutschen Autobauern und hat zudem Strafzölle gegen EU-Importe verhängt. Sowohl Dax als auch der US-Leitindex Dow Jones gehen auf Tauchstation

Ab Freitag werden US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Euro-Zone fällig. Die Eskalation im Handelsstreit drückt den Dax, zudem belasten die Verluste bei Autowerten. Auch hier droht Trump mit Zöllen. Die Deutsche Bank bricht erneut ein - US-Aufseher stufen die Bank als "Problemfall" ein.

Ab Freitag erheben die USA Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union: Die Eskalation im Handelsstreit hat am Donnerstag den Dax deutlich unter die Marke von 12.600 Zählern gedrückt. Der Dax Börsen-Chart zeigen notierte zum Handelsschuss auf Xetra 1,4 Prozent leichter bei 12.604 Zählern.

Binnen acht Handelstagen hat der Dax mehr als 700 Punkte eingebüßt. Auch die Nebenwerte-Indizes MDax und TecDax rutschten in die Verlustzone.

Auch an den US-Börsen sorgte der Protektionismus der US-Administration unter Donald Trump für Verstimmung. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baute seine Verluste auf zuletzt 1,1 Prozent (knapp 300 Punkte) aus, der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notierte im frühen Handel dagegen kaum verändert. Auch den meisten US-Unternehmen schmeckt die jüngste Volte des US-Präsidenten nicht.

Einen Kurssturz von neun Prozent gab es bei Aktien der Warenhauskette Sears. Anleger flohen in Scharen, nachdem der Gewinn im Quartal um fast 30 Prozent eingebrochen war.

US-Aufseher sehen Deutsche Bank als "Problembank"

Vor allem die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen gerieten am Nachmittag stark unter Druck, sie verloren zeitweise rund 7 Prozent. Die US-Einlagensicherung FDIC habe das Geldhaus im ersten Quartal auf eine Liste von "Problembanken" gesetzt, schrieb die "Financial Times" am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Die FDIC macht keine konkreten Angaben zu den Banken auf der Liste, doch das Gesamtvermögen der als potenziell finanzschwach eingestuften Institute stieg im Quartalsvergleich um gut 42 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa der Bilanzsumme der US-Tochter der Deutschen Bank, die Ende März 42,1 Milliarden Dollar auswies, wie neben der "Financial Times" auch das "Wall Street Journal" berichtete.

Dem Finanzblatt zufolge hatte die US-Notenbank das Institut bereits vor rund einem Jahr in einem internen Bewertungssystem auf eine der untersten Kategorien abgestuft. Die Deutsche Bank erklärte in einem Statement, als Konzern "sehr gut kapitalisiert" zu sein und über "erhebliche Liquiditätsreserven" zu verfügen.

Trumps Drohungen belasten Volkswagen, Daimler und BMW

Im Dax Börsen-Chart zeigen zählten vor allem die Automobilaktien zu den Verlierern. Hier belasteten Berichte, denen zufolge US-Präsident Donald Trump deutsche Premium-Automobilhersteller mit Hilfe von US-Importzöllen aus dem US-Markt drängen könnte. Trump wolle keinen Mercedes mehr auf der 5th Avenue sehen, hieß es. Die Papiere von Daimler büßten 0,95 Prozent ein und die von BMW 0,6 Prozent ein. Deutlich schwächer notierten dagegen Aktien von Volkswagen mit Verlusten von zuletzt rund 2,3 Prozent schwächer notierten und damit am Dax-Ende.

Zu den stärktsten Werten im Dax zählten die Aktien von Covestro Börsen-Chart zeigen mit einem Zugewinn von 1,8 Prozent. Sie profitierten davon, dass die Berenberg Bank die Aktien von "Halten" auf "Kaufen" erhöht hat.

Das Kursplus der Aktien der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen von 1,8 Prozent begründeten Händler mit positiven Reaktionen von Anlegern auf den Investorentag des Börsenbetreibers.

Euro fällt wieder unter 1,17 Dollar

Was Anlegern Hoffnung gab: In Italien könnte eine Neuwahl doch noch abgewendet werden. Der Chef der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung schlug am Mittwoch vor, eine Person "mit gleichem Format" wie den vom Staatspräsidenten abgelehnten Paolo Savona für das Finanzministerium zu finden und den Ökonomen auf einen anderen Posten zu setzen. Offen ist jedoch, ob sich die Lega als möglicher Koalitionspartner darauf einlässt. Die politischen Unsicherheiten in dem Land hatten die Aktienmärkte und den Euro zum Wochenbeginn stark belastet.

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag an die Erholung vom Vortag angeknüpft. Nachdem sich die Gemeinschaftswährung am Morgen kaum verändert zeigte, ging es im Vormittagshandel mit dem Kurs wieder nach oben. Zuletzt stieg der Euro auf ein Tageshoch bei 1,1705 US-Dollar. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung jedoch wieder unter diese Marke.

Die politischen Querelen im Euroland Italien bleiben das beherrschende Thema am Devisenmarkt. Derzeit laufen Versuche, eine Neuwahl doch noch abzuwenden. Präsident Sergio Mattarella ließ die populistische Fünf-Sterne-Bewegung zunächst ohne Frist weiter mit der fremdenfeindlichen Partei Lega verhandeln. Sollte der erneute Annäherungsversuch scheitern, steht Carlo Cottarelli als designierter Ministerpräsident für eine Übergangsregierung bereit.

Ölpreise gefallen

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 77,31 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel geringfügig um sechs Cent auf 68,15 Dollar.

Damit konnten die Ölpreise die starken Gewinne vom Vortag vorerst nicht weiter fortsetzen. Zur Wochenmitte hatte die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der Europäischen Union den Ölpreisen Auftrieb verliehen. Ein Krisengespräch zwischen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und US-Handelsminister Wilbur Ross brachte keinen Durchbruch. Laut Zeitungsberichten plant der amerikanische Präsident Donald Trump, die EU nicht mehr von den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium auszunehmen. Die EU hatte für diesen Fall mit Gegenmaßnahmen gedroht.

mit Nachrichtenagenturen

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