Donnerstag, 21. Februar 2019

Kursrutsch an den Börsen ++ Die Angst ist zurück ++ Dax verliert 2,7 Prozent ++ Daimler und Co. unter Druck ++

Dax im Minus: Der deutsche Leitindex droht unter die Marke von 11.000 Punkten zu fallen

Die Furcht vor einer zunehmenden wirtschaftlichen Abkühlung und enttäuschende Firmenbilanzen haben Börsianer am Donnerstag die Laune verdorben. Konjunktursensible Titel wie Autowerte oder Stahlaktien gaben kräftig nach. Anteilsscheine von Fiat Chrylser verloren gar mehr als 12 Prozent. Wirecard brachen erneut ein.

Rückschlag am deutschen Aktienmarkt: Aktienanleger haben sich nach bislang wenig überzeugenden Firmenbilanzen am Donnerstag zurückgezogen. Der Dax Börsen-Chart zeigen gab rund 2,7 Prozent nach schloss nur knapp über der Marke von 11.000 Punkten. Zu den größten Verlierern im Dax Börsen-Chart zeigen gehörten die Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen verloren zwischen 4,5 und 6,4 Prozent.

"Anleger sind besorgt darüber, dass sich die Wirtschaft in Europa im Abschwung befindet", sagte Analyst David Madden vom Brokerhaus CMC Markets. Auch an der Wall Street war die Stimmung gedämpft: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zu Handelsschluss in Europa gut 1 Prozent im Minus. Gefragt waren dagegen die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen, der Dollar und Gold.

Die Rally, die den Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag noch auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember getrieben hatte, war schon am Vortag zum Erliegen gekommen. Nun aber gerieten die deutschen Industriewerte so richtig unter die Räder, nachdem erneut schwache Produktionszahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe vermeldet worden waren. Die EU-Kommission hatte zudem ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland auf 1,1 Prozent von 1,8 Prozent gesenkt und nannte vor allem die Brexit-Unsicherheiten und den Zollstreit zwischen den USA und China als Grund.

Investoren schichteten ihr Geld verstärkt in sichere Häfen wie Bundesanleihen um. Die Rendite der zehnjährigen Titel sank im Gegenzug auf den niedrigsten Stand seit November 2016. Der Dollar legte im Vergleich zu anderen Devisen zeitweise um 0,3 Prozent zu. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1309 Dollar. Am Markt war auch von Gewinnmitnahmen die Rede, denen sich auch die Aktien am breiteren Markt nicht entziehen konnten: Der MDax Börsen-Chart zeigen büßte am Donnerstag 2,6 Prozent auf 23.489 Punkte ein.

Größter Verlierer im Dax war die Aktie von Wirecard: Das Papier des Zahlungsdienstleister rauschte um 15 Prozent auf 111 Euro ab. Das Tagestief hatte bei 105 Euro gelegen. Anlass für den erneuten Kurssturz war ein erneuter Bericht der "Financial Times". Die Zeitung veröffentlichte ihren dritten kritischen Bericht binnen einer Woche und berichtete unter Berufung auf interne Dokumente, zwei deutsche Wirecard-Manager hätten "zumindest einige Kenntnis" von den umstrittenen Vorfällen bei Wirecard gehabt. Seit Beginn der "FT"-Berichterstattung verlor der Konzern rund acht Milliarden Euro an Börsenwert.

Ob der Leitindex zu einer Erholung ansetze, hänge nun vor allem an den politischen Ereignissen in London und Washington, sagten Händler. Vor allem die deutschen Produktionsdaten für Dezember hatten enttäuscht, denn die Gesamtproduktion fiel überraschend zum vierten Mal in Folge. Das setzt vor allem konjunktursensiblen Aktien von Autobauern oder eben auch Stahlherstellern zu.

Brexit: May blitzt in Brüssel ab

Beim Thema Brexit machen sich Börsianer kaum Hoffnungen, dass der Gordische Knoten im Ringen mit der EU bald zerschlagen wird. In Brüssel kassierte die britische Premierministerin Theresa May mit ihrer Forderung nach einem neuem Brexit-Vertrag eine Absage. Die restlichen 27 EU-Länder wollen das Austrittsabkommen nicht neu verhandeln. EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte nach seinem Gespräch mit May, es sei kein Durchbruch in Sicht. Die britische Premierministerin Theresa May bereitet einem Zeitungsbericht zufolge eine Verschiebung der für kommende Woche angesetzten Parlamentsabstimmung über ihren Brexit-Kurs auf Ende Februar vor.


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Konjunkturschwäche macht sich in Bilanzen bemerkbar

Dass sich die konjunkturelle Abkühlung immer stärker in die Bilanzen der Unternehmen frisst, zeigten die Quartalsergebnisse des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine und die zurückhaltenden Prognosen des Rivalen Outokumpu aus Finnland. Voestalpine-Titel fielen um 7,1 Prozent, Outokumpu gaben knapp 13 Prozent nach. Thyssenkrupp gerieten in den Sog und büßten gut 5 Prozent ein.

Aktien der französischen Werbeagentur Publicis stürzten um 14,6 Prozent ab, weil der Konzern mit den Erlösen im vierten Quartal enttäuschte. Die Titel des britischen Rivalen WPP fielen um 8,3 Prozent.

In Mailand gingen die Titel von Fiat Chrysler Börsen-Chart zeigen um mehr als 12 Prozent in die Knie, nachdem der Autobauer überraschend geringe Gewinne in Aussicht gestellt hatte. Der deutsche Autohersteller Daimler hatte am Mittwoch mit einem Gewinneinbruch für Verunsicherung gesorgt.

mit dpa und reuters

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