Mittwoch, 20. Februar 2019

Börse Wirecard-Absturz bremst Dax, Job-Boom stützt Dow Jones

Der Dax schließt kaum verändert. Die Aktie der Deutschen Bank setzt ihren Kursrutsch fort, obwohl das Geldhaus in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. Die Aktie von Wirecard bricht nach einem weiteren FT-Bericht erneut ein.

Hoffnungen auf eine absehbare Beilegung des US-chinesischen Handelskonflikts haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag nicht nachhaltig stützen können. Der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen rückte im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 11.212 Punkte vor, gab dann aber seine Gewinne komplett wieder ab und schloss auf Xetra bei 11.180 Punkten.

In den USA dagegen haben Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen dagegen ihre Klettertour fortgesetzt. Die US-Wirtschaft hat im Januar deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft seien 304 000 Stellen neu entstanden, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatte im Mittel lediglich mit 165 000 neuen Jobs gerechnet.

Wirecard-Aktie bricht nach FT-Bericht erneut ein

Ein unliebsames Deja-vu haben am Freitagnachmittag die Aktionäre von Wirecard Börsen-Chart zeigen erlebt. Nur zwei Tage nach einem kritischen Bericht der "Financial Times" (FT), der den Aktienkurs des Zahlungsabwicklers hatte einbrechen lassen, veröffentlichte die Wirtschaftszeitung einen weiteren Bericht mit Vorwürfen gegen das Unternehmen. Wirecard-Aktien brachen daraufhin am Freitag um 25 Prozent auf 108,50 Euro ein. Vorübergehend war der Kurs sogar um mehr als 30 Prozent auf unter 100 Euro abgestürzt auf den tiefsten Stand seit April vergangenen Jahres. Es wurde ein Börsenwert von fast 4,5 Milliarden Euro vernichtet.

Dem Bericht vom Freitag zufolge soll eine von Wirecard beauftragte Anwaltskanzlei ein Fehlverhalten des Unternehmens festgestellt haben. Die "FT" beruft sich auf einen vorläufigen Bericht der Anwälte, in den sie nach eigenen Angaben Einsicht gehabt hat.

Eine Sprecherin von Wirecard nannte die neuerlichen Anschuldigungen in der "FT" falsch und irreführend und die Berichterstattung der Zeitung verleumderisch. Die von der Zeitung zitierte Anwaltskanzlei habe kein Fehlverhalten eines Mitarbeiters von Wirecard festgestellt.

Deutsche Bank nach Zahlen erneut schwächer

In den Fokus rückten hierzulande die Geschäftszahlen der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Das Finanzhaus ist nach drei Verlustjahren in Folge zurück in den schwarzen Zahlen. Mit 341 Millionen Euro fiel der Überschuss 2018 allerdings mager aus - sowohl im Vergleich zu den Rekordzahlen der US-Konkurrenz als auch gemessen an der Historie des größten deutschen Geldhauses. Das Geschäft mit Aktien, Devisen und festverzinslichen Wertpapieren, das von den jeweiligen Marktentwicklungen abhängig sei, bleibe ein Problem, schrieb Analyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan. Die Deutsche-Bank-Aktien verloren zuletzt 2,5 Prozent.

Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS kämpft derweil weiter mit einem massiven Kapitalabzug. Für die Anleger war die Nachricht denn auch wenig überraschend, so dass die Papiere zuletzt in dem wieder etwas aufgehellten Umfeld rund 1 Prozent im Plus lagen.

Morgan Stanley stützt Daimler, UBS belastet Adidas

Für die Anteilscheine des Autobauers Daimler Börsen-Chart zeigen ging es nach einem positiven Analystenkommentar der US-Bank Morgan Stanley um mehr als 2 Prozent nach oben.

Die Papiere von Adidas Börsen-Chart zeigen aber büßten gut 2 Prozent ein. Die Großbank UBS hatte sich skeptisch zum Nordamerika-Geschäft des Sportartikelherstellers geäußert und die Kaufempfehlung gestrichen.

Deutsche Wohnen: Vonovia wirft Aktienpaket auf den Markt

Zudem standen Immobilienaktien im Blick. Gut drei Jahre nach der gescheiterten Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen warf jetzt Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia sein Aktienpaket auf den Markt. Beim Verkauf der Deutsche-Wohnen-Aktien machte Vonovia einen dicken Millionen-Gewinn. Dementsprechend fielen die Deutsche-Wohnen-Papiere am MDax-Ende um fast 3 Prozent, während die Anteilscheine von Vonovia moderat zulegten.

Die US-Börsen bleiben unterdessen auf Erholungskurs. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schloss bei 25.000 Zählern, und der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen beendete den Handel mehr als 1 Prozent fester.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und andere Indizes in Echtzeit


Amazon enttäuscht mit Prognose

Nach Börsenschluss gab die Aktie von Amazon dagegen um rund 3 Prozent nach: Neu eingeführte Auflagen in Indien und ein schwächeres Wachstum des Online-Handels in Europa machen Amazon Börsen-Chart zeigen zum Jahresauftakt zu schaffen. Der am Donnerstag nach US-Börsenschluss für das laufende erste Quartal vorhergesagte Umsatz von 56 Milliarden bis 60 Milliarden Dollar lag daher unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 60,77 Milliarden Dollar rechnen.

Im traditionell starken Weihnachtsquartal steigerte der Branchenprimus den Nettoumsatz um rund 20 Prozent auf 72,4 Milliarden Dollar, wie der Konzern aus Seattle weiter mitteilte.Amazons Nettogewinn kletterte auf 3,03 Milliarden Dollar von zuvor 1,86 Milliarden Dollar. Besonders stark legte mit einem Plus von mehr als 45 Prozent das Cloud-Geschäft zu.

Neue Hoffnung auf Lösung des Handelsstreits zwischen China und USA

Neue Hoffnungen auf eine absehbare Beilegung des US-chinesischen Handelskonflikts haben Chinas Festlandsbörsen am Freitag beflügelt. Bei den anderen wichtigen asiatischen Aktienmärkten waren die Kursausschläge hingegen moderat und keine klare Tendenz vorhanden.

Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Werte an den Börsen des chinesischen Festlands enthält, stieg um 1,43 Prozent auf 3247,40 Punkte. In Hongkong notierte der Hang Seng hingegen rund 0,1 Prozent tiefer. Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen gewann 0,07 Prozent auf 20 788,39 Punkte.

Konjunkturdaten aus China enttäuschen

Aus China kamen konstruktive Vorschläge zur Verringerung des Handelsüberschusses. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, bei den zweitägigen Verhandlungen in Washington seien Fortschritte erzielt worden, es gebe aber auch noch sehr viel Arbeit. US-Präsident Donald Trump sagte nach einem Treffen mit Chinas Vizepremier Liu He, wenn alles funktioniere, stehe ein "großartiges Handelsabkommen" bevor. "Mittelfristig brauchen beide Seiten den Handelsdeal. Kurzfristig braucht ihn China sicherlich dringender als die USA", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.

Getrübt wurde der Optimismus der chinesischen Anleger jedoch von neuen Konjunkturdaten. So hat sich die Stimmung bei Chinas kleinen und mittelgroßen privaten Industriebetrieben zum Jahresauftakt weiter stark eingetrübt. Der vom Wirtschaftsmagazin Caixin erhobene Stimmungsindex fiel im Januar überraschend auf 48,3 Punkte. Experten hatten damit gerechnet, dass sich der Indikator nach dem Rückschlag im Dezember auf 49,7 Punkte in etwa auf diesem Niveau hält.

Euro kaum verändert

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich am Freitag im frühen Handel zunächst wenig von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1435 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch etwas höher auf 1,1488 Dollar festgesetzt.

Vor dem Wochenende rücken an den Märkten amerikanische Konjunkturdaten in den Mittelpunkt. Zum einen wird die Regierung ihren monatlichen Arbeitsmarktbericht veröffentlichen. Zum anderen gibt das Institut ISM seinen stark beachteten Einkaufsmanagerindex bekannt. Der Indikator weist einen hohen Gleichlauf mit der wirtschaftlichen Aktivität auf.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung