Mittwoch, 20. Februar 2019

Börse Deutsche Bank und Wirecard belasten Dax

Dax im Minus: Der deutsche Leitindex baut seine Verluste aus

In den USA setzt die Nasdaq ihre Klettertour fort. Der Dax dagegen schließt im Minus. Die Aktie der Deutschen Bank knickt ein, und auch Aktionäre von Wirecard müssen nach dem Kurssturz weiter zittern.

Zurückhaltung und starke Kursschwankungen am deutschen Aktienmarkt nach der angekündigten Zinspause der Fed: Der Dax Börsen-Chart zeigen war am Donnerstag im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 11.304 Punkte gestiegen, gab im Anschluss seine Gewinne jedoch komplett wieder ab und fiel zeitweise bis 11.054 Zähler. Anschließend startete der Index jedoch einen Erholungsversuch und beendete den Handel auf Xetra (17.30 Uhr) bei 11.137 Zählern, das ist ein Minus von 0,4 Prozent. Auch MDax und TecDax schlossen jeweils rund 0,6 Prozent schwächer.

Positive Impulse von der US-Notenbak Fed sowie von den Börsen Asiens sind damit nicht auf den deutschen Aktienmarkt durchgeschlagen. Die Fed hatte ihren Leitzins unverändert belassen und bei künftigen Zinsanpassungen eine "geduldige" Vorgehensweise signalisiert.

Wirecard Aktie schwankt nach dem FT-Schock stark

Nach dem zeitweise massiven Kurseinbruch am Mittwoch haben die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen am Donnerstag zunächst einen Erholungsversuch gestartet. Die Papiere rutschten bis zum Mittag unter starken Schwankungen jedoch wieder in die Verlustzone und fielen auf 146 Euro zurück. Der Zahlungsabwickler war am Mittwoch unter Beschuss geraten, da ihm intransparente Geschäftspraktiken vorgeworfen werden. Nach einem Bericht der "Financial Times" waren sie am Mittwoch zeitweise bis auf 126 Euro abgetaucht - den tiefsten Stand seit November. Die Aktien hatten sich dann aber im späten Handel wieder etwas erholt. Commerzbank-Expertin Heike Pauls sprach in ihrem aktuellen Kommentar von "Fake News". Sie wies auch auf den damit einhergehenden Anstieg der Leerverkaufsquote hin - offenbar versuchten Leerverkäufer gezielt Zweifel an dem Unternehmen zu streuen. Die Finanzaufsicht Bafin hat nach dem Wirecard-Kurssturz eine Untersuchung wegen möglicher Marktmanipulationen eingeleitet.

Deutsche Bank Aktie mit Kursrutsch, Siemens ex Dividende

Ein Agenturbericht über einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank hat den Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen am Donnerstag zugesetzt. Die Titel fielen in der Spitze um 4,9 Prozent auf 7,67 Euro und gehörten damit zu den schwächsten Dax-Werten. Im MDax gaben die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen um bis zu 2,1 Prozent auf 6,57 Euro nach.

Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtete, die beiden Geldinstitute könnten womöglich bereits zur Jahresmitte intensiver über eine Fusion sprechen. Man habe Angst, dass ein solcher Deal die einzige Option für die Deutsche Bank sein könnte, wenn das Geschäft sich im laufenden ersten Quartal nicht verbessern sollte, hieß es in dem Artikel unter Berufung auf nicht genannte Personen. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Optisch am Dax-Ende notierte die Aktie von Siemens Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von rund 3 Prozent. Das Papier wird heute am Tag nach der Hauptversammlung ex Dividende gehandelt. Siemens zahlt eine Dividende von 3,80 Euro pro Aktie.


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Dow Jones gibt nach, Nasdaq klettert weiter

Nach den klaren Vortagesgewinnen hat der US-Aktienmarkt am Donnerstag zunächst eine Atempause eingelegt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab zuletzt 0,6 Prozent nach und fiel wieder unter die Marke von 25.000 Punkten. Am Vortag war der US-Leitindex nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed erstmals seit Anfang Dezember wieder über die vielbeachtete Marke von 25 000 Punkten gestiegen.

Unter den Einzelwerten sorgten die Aktien von Dow Dupont Börsen-Chart zeigen mit einem vorbörslichen Kursabschlag von satten 7,6 Prozent für Aufsehen. Der US-Chemiekonzern stellte die Aktionäre vor seiner Aufspaltung auf einen schwachen Jahresauftakt ein.

Facebook und GE mit Kurssprung

Deutlich besser lief es für die Anteilsscheine von Facebook Börsen-Chart zeigen , die im frühen Handel um 11 Prozent nach oben schossen. Obwohl das weltgrößte Online-Netzwerk seit Monaten von einer Krise in die nächste schlittert, nimmt das Geschäft dadurch keinen Schaden. Selbst in Europa sprang die Nutzerzahl zum Jahresende wieder hoch, nachdem sie zuvor leicht rückläufig war. Im Weihnachtsquartal steigerte Facebook den Umsatz im Jahresvergleich um 30 Prozent.

Die kriselnde US-Industrie-Ikone General Electric (GE) hat es in die schwarzen Zahlen zurückgeschafft. Noch wichtiger war Händlern zufolge aber, dass GE die Ermittlungen des US-Justizministeriums wegen einer dubiosen Buchhaltung mit einem Bußgeld beigelegt hat. Der Aktienkurs sprang um 10,1 Prozent nach oben.

Microsoft und Tesla nach Zahlen schwächer

Der Software-Riese Microsoft hat zum Jahresende prächtig verdient. Im zweiten Geschäftsquartal legte der operative Gewinn um 18 Prozent zu. Der Umsatz stieg um gut zwölf Prozent. Trotz der starken Zuwächse fiel die Marktreaktion zunächst negativ aus, die Aktie sackte vorbörslich um 2,7 Prozent ab.

Der Elektroautobauer Tesla hat zwar ein weiteres Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, aber weniger verdient als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahr, als Tesla noch Verlust machte, ist das zwar ein großer Fortschritt. Dennoch hatten Analysten mit einem höheren Ergebnis gerechnet. Die Aktie geriet im frühen Handel mit minus 3,3 Prozent unter Druck

Fed legt Zinspause ein

"Getreu dem Motto 'Vorsicht ist die Mutter der Finanzmärkte' hat die Fed ihren Zinserhöhungszyklus vorerst für beendet erklärt und ist auf eine neutrale Ausrichtung umgeschwungen", kommentierten die Devisenexperten der Commerzbank. Im Fed-Kommuniqué sei keine Rede mehr von weiteren graduellen Zinserhöhungen. Zudem habe sich Fed-Chef Jerome Powell in der Pressekonferenz explizit nicht dazu geäußert, ob der nächste Zinsschritt nach oben oder unten gehe, hieß es weiter.

Ansonsten dürften die Anleger auch auf Siltronic und die Software AG Börsen-Chart zeigenachten, die am Donnerstag über ihre jüngste Geschäftsentwicklung berichteten.

Euro steigt nach Fed-Entscheidung deutlich an

Spekulationen auf eine Zinspause in den USA haben den Euro am Donnerstag angeschoben. Die Gemeinschaftswährung kletterte in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1,1511 Dollar. Der Dollar-Index, der die Weltleitwährung zu anderen wichtigen Währungen misst, markierte mit 95,20 Stellen zeitweise den tiefsten Stand seit drei Wochen. Die US-Notenbank signalisierte am Mittwochabend, dass sie es nach dem Zinsfeuerwerk im vorigen Jahr 2019 ruhiger angehen lassen will. "Die Fed hat ihren Zinserhöhungszyklus vorerst für beendet erklärt und ist auf eine neutrale Ausrichtung umgeschwenkt", resümierten die Analysten der Commerzbank. In ihrem Kommuniqué sei keine Rede mehr von weiteren graduellen Zinserhöhungen oder davon, dass die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick ausgeglichen seien.

Ölpreise steigen wieder

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel weiter gestiegen. Händler nannten als Grund unter anderem den auf breiter Front schwachen US-Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 54,62 Dollar. Das waren 39 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 63 Cent auf 62,28 Dollar.

Der Dollar tendierte am Donnerstag zu vielen Währungen schwach. Auslöser war die Zinsentscheidung der US-Notenbank vom Mittwochabend. Die Federal Reserve signalisierte vorerst keine weiteren Zinsanhebungen. Der deutlich vorsichtigere Kurs belastete den Dollar. Rohöl, das überwiegend in der US-Währung gehandelt wird, wurde deshalb für Investoren außerhalb des Dollarraums günstiger, was die Nachfrage von dort beflügelte.

mit Nachrichtenagenturen

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